{"id":1538,"date":"2015-05-06T19:54:57","date_gmt":"2015-05-06T17:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/?p=1538"},"modified":"2015-05-09T13:37:44","modified_gmt":"2015-05-09T11:37:44","slug":"le-parfum-dantan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/2015\/05\/06\/le-parfum-dantan\/","title":{"rendered":"Le parfum d&#8217;antan"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1562\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/maigloeckchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1562\" src=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/maigloeckchen.jpg\" alt=\"Wenn die zarten Maigl\u00f6ckchen ihren Duft doch nur einfach einfangen lie\u00dfen...\" width=\"400\" height=\"267\" class=\"size-full wp-image-1562\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1562\" class=\"wp-caption-text\">Wenn die zarten Maigl\u00f6ckchen ihren Duft doch nur einfach einfangen lie\u00dfen&#8230;<\/p><\/div>\n<p>Vor einiger Zeit habe ich euch hier ja kurz das Buch <a href=\"http:\/\/www.gutenberg.org\/files\/16378\/16378-h\/16378-h.htm\">&#8222;The Art of Perfumery and Methods of Obtaining the Odors of Plants&#8220;<\/a> von G. W. Septimus Piesse mit historischen Parfum- und Kosmetikrezepten vorgestellt. Ich war ganz begeistert, endlich die alten Rezepte gefunden zu haben, mit denen Parfumeure vor der \u00c4ra der synthetischen Duftstoffe edle Bl\u00fctend\u00fcfte wie Maigl\u00f6ckchen, Gei\u00dfblatt und Flieder nachahmten. Denn aus den Bl\u00fcten lassen sich bei diesen Pflanzen kaum verwertbare Parfumextrakte gewinnen. So bin ich auch gleich ans Werk gegangen, habe mir die teuren Ausgangsstoffe besorgt und versucht die Rezepte in moderne Einheiten und sinnvolle Mengen umzurechnen. Besonders interessiert hat mich das Maigl\u00f6ckchen-Parfum. Im Originalrezept besteht es aus:<\/p>\n<p>Extrakt von Tuberose:\t1\/2 pint<br \/>\n   &#8220;      Jasmin:\t1 oz.<br \/>\n   &#8220;      Orangenbl\u00fcten: 2 oz.<br \/>\n   &#8220;      Vanille:\t3 oz.<br \/>\n   &#8220;      Cassie:\t1\/4 pint<br \/>\n   &#8220;      Rose:\t        1\/4 pint<br \/>\n\u00e4therisches Mandel\u00f6l:\t3 Tropfen<\/p>\n<p>Statt den Extrakten habe ich Absolues verwendet. Das wird nat\u00fcrlich auch den Duft beeinflussen und macht die Umrechnung nicht leichter. Meine Umrechnung ergab damit folgende Zusammensetzung:<\/p>\n<p>6 Tr Tuberose<br \/>\n3 Tr Rose<br \/>\n4 Tr Vanille (20%ig)<br \/>\n2 Tr Neroli (25%ig)<br \/>\n1 Tr Jasmin<br \/>\n1 Tr Mimose (=Cassie, nicht Cassia!)<br \/>\n1 Tr Bittermandel<br \/>\n10 ml Weingeist<\/p>\n<p>In dem Duftwasser sind ja wirklich die edelsten der edlen Bl\u00fctend\u00fcfte vereinigt, aber wie soll ich sagen: Zum Gl\u00fcck riechen die Maigl\u00f6ckchen bei uns vorm Haus besser. Ein ganz zarter, lieblicher Duft ist ihnen eigen. Ganz anders das Duftwasser. Wer auf sehr schwere und s\u00fc\u00dfe D\u00fcfte steht, wird dieses &#8222;Maigl\u00f6ckchen-Parfum&#8220; vielleicht m\u00f6gen. Mir ist es einfach ein paar Nummern zu heftig. Es ist immer schwierig, D\u00fcfte in Worte zu fassen, aber es riecht tats\u00e4chlich irgendwie altmodisch, hat einen ganz starken s\u00fc\u00dfen Nachklang, der sehr, sehr lange haften bleibt. Das ist auch nicht unlogisch, denn viele der damaligen Parfums hatten sich schlie\u00dflich aus Duftmischungen entwickelt, mit denen man Handschuhe und Taschent\u00fccher parf\u00fcmierte. Und da sollte der Duft ja m\u00f6glichst lange halten. Vielleicht finde ich noch in starker Verd\u00fcnnung irgendeine Verwendung daf\u00fcr. Pur macht es jedenfalls so manchem modernen &#8222;Stinkeparfum&#8220; Konkurrenz. Offenbar \u00e4ndert sich der Geschmack (oder die Geschmacklosigkeit) im Laufe der Geschichte in manchen Punkten doch nicht so stark \ud83d\ude09 Aber will ich mal nicht unfair sein, ein paar Chancen haben die spannenden, alten Parfumrezepte doch verdient.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit habe ich euch hier ja kurz das Buch &#8222;The Art of Perfumery and Methods of Obtaining the Odors of Plants&#8220; von G. W. Septimus Piesse mit historischen Parfum- und Kosmetikrezepten vorgestellt. 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