{"id":1657,"date":"2015-07-10T17:02:42","date_gmt":"2015-07-10T15:02:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/?p=1657"},"modified":"2015-07-10T17:02:42","modified_gmt":"2015-07-10T15:02:42","slug":"kraeuterbuschen-iii-liebfrauenbettstroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/2015\/07\/10\/kraeuterbuschen-iii-liebfrauenbettstroh\/","title":{"rendered":"Kr\u00e4uterbuschen III: Liebfrauenbettstroh"},"content":{"rendered":"<p>Der Legende nach soll Maria ihr Wochenbettlager mit duftenden und d\u00e4monenabwehrenden &#8222;Bettstrohkr\u00e4utern&#8220; bereitet haben. Wahrscheinlich war es auch in vorchristlicher Zeit schon \u00fcblich, dass Frauen zur Geburtserleichterung und zum Schutz von Mutter und Kind bestimmte Kr\u00e4uter ins Strohlager gemischt wurden. Zwei Pflanzen waren daf\u00fcr offenbar so typisch, dass es sich in ihren volkst\u00fcmlichen Namen niederschlug: das Echte Johanniskraut (<em>Hypericum perforatum<\/em>) und das Labkraut (<em>Galium verum<\/em>). Liebfrauenbettstroh, Maria Bettstroh, Unser Frauen Bettstroh hie\u00dfen sie auch. W\u00e4hrend das Johanniskraut auch heute noch eine hoch angesehene und viel verwendete Heilpflanze ist, geriet das Labkraut in Vergessenheit.<\/p>\n<div id=\"attachment_1693\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/johanniskraut_labkraut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1693\" src=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/johanniskraut_labkraut.jpg\" alt=\"Hier wachsen Johanniskraut und Labkraut gemeinsam an der Kl\u00e4ranlagenb\u00f6schung.\" width=\"400\" height=\"267\" class=\"size-full wp-image-1693\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1693\" class=\"wp-caption-text\">Hier wachsen Johanniskraut und Labkraut gemeinsam an der Kl\u00e4ranlagenb\u00f6schung.<\/p><\/div>\n<p>Johanniskraut kennt wahrscheinlich fast jeder, der sich schon etwas mit Kr\u00e4utern besch\u00e4ftigt hat. Mit seinen sonnengelben Bl\u00fcten, die meist schon zur Sonnwende \u00fcppig bl\u00fchen, geh\u00f6rt es zu den typischen Sommerk\u00e4utern. In der Volksmedizin z\u00e4hlte es zu den beliebtesten Heilpflanzen und Dank seiner nachgewiesenen stimmungsaufhellenden und nervenberuhigenden Wirkung kommt ihm auch heute noch ein wichtiger Platz in der Pflanzenheilkunde zu. Legt man die gelben Bl\u00fcten in \u00d6l ein, bekommt man einen roten \u00d6lauszug, der \u00e4u\u00dferlich bei Muskelverspannungen, Neuralgien und anderen Schmerzen des Bewegungsappartes hilft. Einer so heilkr\u00e4ftigen Pflanze wurden nat\u00fcrlich auch entsprechende Zauberkr\u00e4fte nachgesagt. <em>Fuga demonum<\/em> nennt der Kr\u00e4uterbuchautor Otto Brunfels das Johanniskraut. Vielen Sagen nach soll es sogar den Leibhaftigen selbst vertreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1694\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/labkraut_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1694\" src=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/labkraut_01.jpg\" alt=\"Duftend und ganz fluffig leicht sind die Bl\u00fctenst\u00e4nde des Labkrauts.\" width=\"400\" height=\"267\" class=\"size-full wp-image-1694\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1694\" class=\"wp-caption-text\">Duftend und ganz fluffig leicht sind die Bl\u00fctenst\u00e4nde des Labkrauts.<\/p><\/div>\n<p>Ebenfalls sehr hoch angesehen war fr\u00fcher das Labkraut. Sowohl der deutsche Name als auch der botanische (vom griechischen <em>gala<\/em> = Milch) beziehen sich auf seine Verwendung bei der K\u00e4seherstellung. Schon Dioskurides berichtet, dass die Hirten Milch durch Labkraut gossen, um sie zum Gerinnen zu bringen. Bei den Germanen war das goldgelb bl\u00fchende Labkraut der blonden Fruchtbarkeits- und Liebesg\u00f6ttin Freya geweiht und die Vermutung liegt nahe, dass es auch damals schon in den Kr\u00e4uterbuschen geh\u00f6rte. Nicht nur bei W\u00f6chnerinnen, sondern auch bei Kranken legte man Liefrauenbettstroh ins Bett oder h\u00e4ngte es dar\u00fcber, um b\u00f6se Geister zu vertreiben. Innerlich verwendete es die Volkmedizin bei Magen-Darm-Beschwerden, Nieren- und Blasenleiden und zur Nervenbruhigung, \u00e4u\u00dferlich bei Ekzemen, Flechten, Hautunreinheiten und Geschw\u00fcren. Auch wenn es in der moderen Pflanzenheilkunde keine Verwendung mehr findet, macht sich das duftende Kraut als Trockenstrau\u00dfpflanze gut und geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch in den Kr\u00e4uterbuschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Legende nach soll Maria ihr Wochenbettlager mit duftenden und d\u00e4monenabwehrenden &#8222;Bettstrohkr\u00e4utern&#8220; bereitet haben. Wahrscheinlich war es auch in vorchristlicher Zeit schon \u00fcblich, dass Frauen zur Geburtserleichterung und zum Schutz von Mutter und Kind bestimmte Kr\u00e4uter ins Strohlager gemischt wurden.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/2015\/07\/10\/kraeuterbuschen-iii-liebfrauenbettstroh\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,4,8,7],"tags":[],"class_list":["post-1657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheit","category-krauter","category-natur","category-pflanzen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1657"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1657\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1696,"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1657\/revisions\/1696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}