{"id":2149,"date":"2017-03-05T19:14:05","date_gmt":"2017-03-05T18:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/?p=2149"},"modified":"2017-03-05T19:14:05","modified_gmt":"2017-03-05T18:14:05","slug":"etwas-hildegard-und-eine-kastanienleckerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/2017\/03\/05\/etwas-hildegard-und-eine-kastanienleckerei\/","title":{"rendered":"Etwas Hildegard und eine Kastanienleckerei"},"content":{"rendered":"<p>Zu Weihnachten hatte ich mir selbst ein kleines Geschenk gemacht: Eine Ausgabe der <em>Physica<\/em> von Hildegard von Bingen. Die kannte ich bisher nur in Ausz\u00fcgen und war schon lange neugierig darauf, was denn so dran ist an dem ganzen Hype um die Hildegardmedizin. Das Buch war definitiv seine Anschaffung wert. Selten habe ich in ein und dem selben Werk so viele Dinge gefunden, die spannend sind, gleich neben solchen, die doch zu erheblichem Schmunzeln f\u00fchren. Interessant ist auch zu sehen, was die ganze heutige &#8222;Hildegard-Industrie&#8220; aus ihren Rezepten und Empfehlungen macht. Zu allererst war ich etwas entt\u00e4uscht, dass der von heutigen Hildegard-Fans so hoch gelobte Dinkel (und ich liebe Dinkel auch) im Originalwerk nur einen kleinen Absatz hat. Ja, sie sch\u00e4tzt ihn zwar als Getreide, aber als Wundermittel preist sie ihn nicht gerade. Eines ihrer absoluten Allheilmittel dagegen scheint die Esskastanie zu sein. Das beginnt schon mit der Aussage: &#8222;Alles, was an ihm (dem Kastanienbaum) ist, ist n\u00fctzlich und auch seine Frucht ist n\u00fctzlich gegen jede Krankheit, die im Menschen sei&#8220;. Sein Holz empfiehlt sie als St\u00e4rkungsmittel, Rinde und Bl\u00e4tter gegen Viehseuchen und die Fr\u00fcchte sollen bei Kopfschmerzen (wem das Gehirn vor Trockenheit leer ist), Herz-, Milz-, Magen- und Leberproblemen helfen. F\u00fcr letztere soll man mit Honig zersto\u00dfene Esskastanien essen. Das brachte mich auf eine Idee, nachdem ich zuvor mit Kastanienmehl experimentiert hatte und von seinem Geschmack begeistert war. \u00c4hnlich wie die Kastanie schreibt Hildegard auch dem Mandelbaum w\u00e4rmende Eigenschaften zu, die Leber und Lunge unterst\u00fctzen sollen. Nach dem ziemlich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen <a href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/2015\/02\/25\/das-gold-der-heiligen-hildegard\/\">B\u00e4rwurz-Birnhonig<\/a> wollte ich mal was Leckeres frei nach Hildegard f\u00fcr die Fr\u00fchjahrskur ausprobieren und heraus kam: Maronipan.<\/p>\n<div id=\"attachment_2147\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2147\" src=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" class=\"size-full wp-image-2147\" srcset=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan.jpg 600w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan-560x373.jpg 560w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan-260x173.jpg 260w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/maronipan-160x107.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2147\" class=\"wp-caption-text\">Lecker und vielleicht auch ein bisschen gesund<\/p><\/div>\n<p>Man nehme:<\/p>\n<p>70 g Kastanienmehl<br \/>\n30 g gemahlene Mandeln<br \/>\n4 EL fl\u00fcssigen Honig<br \/>\nRosenwasser<\/p>\n<p>Zuerst verknetet man Kastanienmehl, Mandeln und Honig miteinander und gibt dann noch so viel Rosenwasser dazu, bis ein sch\u00f6n geschmeidiger Teig entsteht. Diesen kann man dann wie Marzipankartoffeln zu Kugeln rollen oder in sonst eine Form bringen. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch.<\/p>\n<p>Im Feldversuch erwiesen sich die Maronipankugeln wohl als gesellschaftstauglich. Alle fanden sie lecker. Ob man damit jetzt wirklich der Leber etwas gutes tut, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall geben sie f\u00fcr Fr\u00fchjahrskur und\/oder Fastenzeit sicher eine halbwegs gesunde Leckerei ab, wenn einen doch mal die Lust auf S\u00fc\u00dfes packt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Wer \u00fcbrigens denkt, Hildegard konzentriert sich bei ihren Heilmitteln auf Kr\u00e4uter und Edelsteine, wie es viele Hildegardb\u00fccher glauben lassen wollen, hat weit gefehlt. Bei den Kr\u00e4utern hat sie ja bisweilen schon eigenwillige Rezepte und Ansichten, \u00fcber die Wirkung der Steine kann man sich sicher auch streiten, aber f\u00fcr unsere Wahrnehmung besonders seltsam wird es bei den Heilmitteln tierischer Herkunft. Die nehmen einen nicht weniger prominenten Platz in ihrem Werk ein als Pflanzen und Steine. Eigentlich schreibt sie zu fast jedem einheimischen Tier, gegen welche Gebrechen man es verwenden kann. Zum Beispiel empfiehlt sie pulverisierte Wespen zusammen mit B\u00e4rwurz gegen giftige Stoffe im Essen. Warum das wohl nicht als Entgiftungskur popul\u00e4r geworden ist?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Weihnachten hatte ich mir selbst ein kleines Geschenk gemacht: Eine Ausgabe der Physica von Hildegard von Bingen. 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