{"id":2987,"date":"2022-02-05T16:07:00","date_gmt":"2022-02-05T15:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/?p=2987"},"modified":"2022-02-06T18:41:29","modified_gmt":"2022-02-06T17:41:29","slug":"winter-in-der-hexenkueche-einkochzeit-ist-immer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/2022\/02\/05\/winter-in-der-hexenkueche-einkochzeit-ist-immer\/","title":{"rendered":"Winter in der Hexenk\u00fcche: Einkochzeit ist immer"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist nicht selten so, dass die einfachsten Erfindungen oft mit die genialsten sind. So staune ich auch immer wieder \u00fcber das Konzept Einkochen. Klar hat es seine Grenzen und macht den Gefrierschrank nicht v\u00f6llig sinnlos, aber die Idee, Essen einfach in einem Glas zu erhitzen und es so \u00fcber Wochen und Monate ohne zus\u00e4tzliche Energiezufuhr haltbar zu machen, hat wirklich etwas Bestechendes und ist sicher kein Auslaufmodell. Vor allem nicht in Zeiten steigender Energiepreise. Ich muss gestehen, dass ich selbst beim Einkochen bisher nur in die s\u00fc\u00dfe Richtung unterwegs war, also Marmelade, Kompott und Mus. Auf den Geschmack, dass das auch mit deftigen Speisen und sogar Brot und Kuchen gut geht, hat mich erst Andreas mit seinen Kostproben gebracht. Deswegen freue ich mich ganz besonders, dass ich euch heute hier seine Tipps und Anregungen zum Thema Einkochen pr\u00e4sentieren darf. Die Tage erreichte mich n\u00e4mlich sein Beitrag zum &#8222;Winter in der Hexenk\u00fcche&#8220;. Er schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hallo Mirjam,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>bevor der Winter wieder vorbei ist, m\u00f6chte ich doch noch einen Beitrag zum Winter in der Hexenk\u00fcche bringen und ein wenig \u00fcbers Einkochen erz\u00e4hlen. Das h\u00f6rt sich erst mal nach einem Beitrag zum Sommer oder Herbst im Hexengarten an, aber eigentlich ist das ganze Jahr Einkochzeit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe<br>Andreas<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Viele von Euch, die hier mitlesen kochen wahrscheinlich schon viel l\u00e4nger ein, als ich. Aber ich hoffe, dass ich Euch trotzdem ein paar neue Tipps und Ideen geben kann. Deswegen m\u00f6chte ich auch nicht auf die Grundlagen eingehen, sondern empfehle hier das Weck Einkochbuch. Das Buch wirkt zwar heutzutage etwas altmodisch und belehrend (oder netter ausgedr\u00fcckt sehr retro \u2013 ein Gro\u00dfteil der Texte der aktuellen Version kommt vermutlich aus den 80ern), erkl\u00e4rt aber sehr gut und verst\u00e4ndlich alles, was man zum Thema \u201eklassisches Einkochen\u201c mit Gl\u00e4sern mit Glasdeckel und Gummiring sowie Einkochtopf wissen muss.<\/em> (Anmerkung der Redaktion: Der Autor hat alle dargestellten Produkte selbst f\u00fcr gutes Geld gekauft. Die Firma Weck kennt aller Wahrscheinlichkeit nach weder meinen Blog noch seinen Beitrag hier&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Aus meiner Kindheit kannte ich vor allem von meiner Mutter und Tante eingekochtes Obst und Essiggurken. Schon l\u00e4nger hatte ich vor, selbst Essiggurken einzukochen, da die gekauften \u2013 auch die teuren &#8211; einfach nicht an die Qualit\u00e4t herankommen, die ich von fr\u00fcher gewohnt war. Lange hatte mir aber ein Ansto\u00df gefehlt, um mit dem Einkochen anzufangen. Der kam schlie\u00dflich vor drei Jahren in Form einer \u00fcberreichen Quittenernte bei meiner Nachbarin. Ich bekam so viele Quitten geschenkt, dass ich sie unm\u00f6glich alle verkochen und verbacken konnte. Schlie\u00dflich fielen mir die alten Einliter Einkochgl\u00e4ser ein, die ich von meiner Tante geerbt hatte. Bei meiner ersten Einkochaktion habe ich dann nicht nur viel Respekt f\u00fcr die Arbeit meiner Tante und Mutter gewonnen, sondern auch festgestellt, dass es Spa\u00df macht, Vorr\u00e4te selbst haltbar zu machen. Au\u00dferdem war ich schon ein wenig stolz auf die vielen Gl\u00e4ser mit Quitten. \ud83d\ude09 Mein Interesse war geweckt (kein Wortspiel beabsichtigt) und schnell stellte ich fest, dass man nicht nur Obst und Gem\u00fcse einkochen kann. Es ist auch recht einfach seine eigenen Fertiggerichte herzustellen und sogar Kuchen und Brot kann man haltbar machen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich koche gerne, wenn ich die Zeit und Mu\u00dfe dazu habe. Unter der Woche siegt aber meist die Faulheit und ich bevorzuge Gerichte, die man m\u00f6glichst schnell auf den Tisch bekommt. Auch hier geht es mir wie bei den Essiggurken: Gekaufte Fertiggerichte sind OK, kommen aber einfach nicht an selbst gekochtes heran. Inzwischen koche ich deswegen neben Obst, Gem\u00fcse und S\u00e4ften vor allem Suppen, So\u00dfen und auch z.B. Gulasch oder Rouladen ein. Nur meine Essiggurken sind noch nicht so gelungen. Zwar sind sie so knackig, wie ich sie haben wollte, aber leider nicht so w\u00fcrzig. Hier habe ich mir vorgenommen, n\u00e4chstes Mal Atessas Rezepte auszuprobieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2989\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-560x420.jpg 560w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-260x195.jpg 260w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.kleine-miri.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gesammelte_Werke.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption><em>Gesammelte Werke<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Auch f\u00fcr Feste k\u00f6nnen eingekochte Gerichte sehr praktisch sein, gerade wenn man als Einpersonenhaushalt viele G\u00e4ste bewirten will. Man kocht das Hauptgericht einfach ein paar Tage fr\u00fcher und hat dann mehr Zeit um z.B. noch einen Kuchen zu backen. Und wenn ein Fest verschoben werden muss,was zur Zeit ja immer passieren kann, feiert man einfach ein paar Wochen oder Monate sp\u00e4ter. Das Essen wird nicht schlecht und man muss auch nicht zwei Wochen dasselbe essen, weil die G\u00e4ste nicht kommen konnten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Wesentlichen kann man die Gerichte kochen oder Backen wie immer, bevor man sie einkocht. Einige Dinge sind jedoch ein wenig anders:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>So\u00dfen d\u00fcrfen vor dem Einkochen nicht mit Mehl o.\u00e4. gebunden werden, da sie sonst sauer werden w\u00fcrden<\/em>.<\/li><li><em>Auch einige sehr st\u00e4rkehaltige Gem\u00fcse wie z.B. Bohnen oder Mais sollte man vermeiden (auch wenn ich hier schon gegenteilige Meinungen gelesen habe)<\/em>.<\/li><li><em>Milch und Milchprodukte sollten nicht verwendet werden (wie es da z.B. mit Mandel- oder Sojamilch als Alternative aussieht, kann ich leider nicht sagen, w\u00e4re aber dankbar f\u00fcr Erfahrungsberichte)<\/em>.<\/li><li><em>Nudeln und Reis sollte man auch nicht mit einkochen<\/em>.<\/li><li><em>Man sollte die Gl\u00e4ser nur bis zwei Zentimeter unter den Rand f\u00fcllen, damit beim Einkochen der Inhalt nicht zwischen Rand und Dichtgummi gedr\u00fcckt wird, da das Glas dann nicht dicht schlie\u00dfen kann.<\/em><\/li><li><em>Bei Pastaso\u00dfen reicht ein Viertelliterglas f\u00fcr eine Person und ein Halbliterglas f\u00fcr drei Personen (wegen der 2 cm Abstand zum Rand fasst Das Halbliterglas effektiv mehr als doppelt soviel)<\/em>.<\/li><li><em>Bei sonstigen Gerichten rechne ich mit einem halben Liter pro Person<\/em>.<\/li><li><em>Geb\u00e4ck kann man in den eingefetteten und mit Mehl oder Weckmehl (Semmelbr\u00f6seln) bestreuten Gl\u00e4sern backen und dann einkochen.<\/em> <em>Die Gl\u00e4ser sollten nur halb mit Teig gef\u00fcllt werden, da der Teig ja noch aufgeht.<\/em><\/li><li><em>Schwarz- oder Wei\u00dfbrot, das eine Kruste haben sollte, kann man zwar einkochen, aber es schmeckt nicht besonders gut, da die Kruste weich wird. Vollkornbrot eignet sich sehr gut zum Einkochen.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Einige Tipps, die ich gerne am Anfang gewusst h\u00e4tte:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>Die Gummiringe, mit denen die Gl\u00e4ser verschlossen werden, sind wiederverwendbar. Man kann sie einfach sp\u00fclen und direkt bevor man sie wieder einsetzt kurz in Essigwasser kochen.<\/em><\/li><li><em>gerade bei stark kalkhaltigem Leitungswasser hilft es, einen Schuss Essig in den Einkochtopf zu geben, damit die Gl\u00e4ser keine Kalkflecken bekommen<\/em><\/li><li><em>Klebeetiketten bekommt man problemlos ab, wenn man die Gl\u00e4ser einige Zeit einweicht. Zumindest die normalen Klebeetiketten \u2013 die furchtbaren Etiketten auf gekauften Glaskonserven beeindruckt das meist gar nicht.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Falls Ihr Lust bekommen habt, selbst Fertiggerichte einzukochen, habe ich noch ein Rezept f\u00fcr Euch. Ein Versuch, die Kartoffelsuppe meiner Tante nachzukochen \u2013 kommt dem Original zumindest recht nahe.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Kartoffelsuppe<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>750 Gramm Kartoffeln<br>1 Lauchstange<br>3 Karotten<br>1 Petersilienwurzel oder Pastinake<br>1 Knoblauchzehe<br>2 Zwiebeln<br>1 Lorbeerblatt<br>3 Scheiben getrocknete Pilze<br>2 Thymianzweige<br>2 Majoranzweige<br>1 Rosmarinzweig<br>etwas Petersilie<br>2 Liter Wasser (alternativ Gem\u00fcsebr\u00fche)<br>1 \u2013 2 EL Tomatenmark<br>etwas \u00d6l<br>etwas Butter<br>Salz und Pfeffer<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Gem\u00fcse sch\u00e4len und in St\u00fccke schneiden. Zwiebeln, Knoblauch, Petersilienwurzel (Pastinake), Lauch und Karotten in Butter mit einem Schuss \u00d6l and\u00fcnsten. Die restlichen Zutaten zugeben und ca. 1 Stunde k\u00f6cheln lassen. Lorbeerblatt und Kr\u00e4uterzweige entfernen, p\u00fcrieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In Gl\u00e4ser f\u00fcllen, verschlie\u00dfen und 90 Minuten bei 100\u00b0 C einkochen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mir l\u00e4uft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen! Ganz herzlichen Dank, lieber Andreas, f\u00fcr deinen sch\u00f6nen Beitrag! Ich werde ihn auf jeden Fall als Ansporn nehmen, mich erstmal vorsichtig in die saure Richtung zu wagen. Ich hatte leider niemanden in der Familie, der flei\u00dfig eingekocht hat (au\u00dfer Marmelade und Zwetschgenmus), aber erinnere mich noch gut an die selbstgemachten Essiggurken von der Oma meiner besten Grundschulfreundin. Die habe ich geliebt, vor allem auch im Kartoffelgem\u00fcse, und musste mir daheim vorwerfen lassen, dass ich zu Hause am Kartoffelgem\u00fcse herumm\u00e4kle und es ausw\u00e4rts aber esse. F\u00fcr mich war der Grund ganz offensichtlich: die sauren Gurken von der Oma haben einfach viel besser geschmeckt als die gekauften daheim. Und an Silberzwiebeln muss ich mich auch mal versuchen. Die mochte ich schon immer gerne.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie sieht es bei euch aus? Seid ihr erfahrene Einkocher und habt vielleicht sogar eine ganze Kammer voller Gl\u00e4ser? Oder wollt vielleicht das ein oder andere Lieblingsrezept verraten? Ich freue mich auf eure Kommentare \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht selten so, dass die einfachsten Erfindungen oft mit die genialsten sind. So staune ich auch immer wieder \u00fcber das Konzept Einkochen. 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