Kräuterbuschen IV: Alles im Körbchen

Die Ringelblume erhellt einem das Gemüt schon beim anschauen

Die Ringelblume erhellt einem das Gemüt schon beim anschauen

Wenn man ein Kind bittet eine Blume zu malen, dann kommt meistens etwas ganz Typisches dabei heraus: ein Kreis im Zentrum und verschieden viele Blütenblätter außen herum. Also eigentlich genau die Form, wie sie die meisten Korbblütler haben. Von denen gibt es bei uns auch viele Arten und unter ihnen auch viele wichtige Heilpflanzen. Da verwundert es nicht, dass von ihnen gleich einige in den Kräuterbuschen gehören. Die Gängigsten darunter sind sicher:

  • Echte Kamille (Matricaria chamomilla)
  • Arnika (Arnica montana)
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • Margerite (Leucanthemum vulgare)
  • Alant (Inula helenium)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
An eine Kamille ohne Blütenblätter erinnert der Rainfarn.

An eine Kamille ohne Blütenblätter erinnert der Rainfarn.

Die echte oder nicht die echte?

Die echte oder nicht die echte?

Margerite, Kamille, Rainfarn und Ringelblume sind sicher nicht schwer zu finden und zu erkennen. Unter den vielen Kamillenarten erkennt man die echte übrigens relativ einfach am hohlen Blütenboden. Alant dagegen kommt seltener vor und die Arnika steht sogar auf der roten Liste und sollte, wenn, dann nur im Garten gepflückt werden.

Eine eindrucksvolle Erscheinung, aber etwas in Vergessenheit geraten ist der Alant.

Eine eindrucksvolle Erscheinung, aber etwas in Vergessenheit geraten ist der Alant.

Während Kamille und Ringelblume nach wie vor viel verwendete Heilkräuter sind, scheint der Alant etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Früher durfte er in keinem Bauerngarten fehlen, denn man sah in seiner Wurzel eine Art Allheilmittel, insbesondere in Form des Alantweins. Sogar vor der Pest sollte er schützen. Heute ist er höchstens noch als Hustenmittel gebräuchlich. Mit seiner Wirkstoffkombination aus ätherischen Ölen und Bitterstoffen kann er bei chronischem Husten gute Dienste leisten und wirkt verdauungsförndern und stärkend. In manchen Gegenden bildete der Alant sogar den Mittelpunkt des Kräuterbuschens oder man gab so viele Alantblüten in den Buschen, wie Menschen und Vieh auf dem Hof lebten. Er sollte das Vieh vor Behexung schützen, das Haus vor Blitzschlag und anderem Unglück. Obwohl er ursprünglich wohl aus dem Mittelmeerraum stammt und bei uns erst eingebürgert würde, beziehen sich viele seiner Volksnamen wie Odinskopf, Odinsauge oder Wodanshaupt auf den Göttervater der germanischen Mythologie. Besonders wirksam sollte seine Wurzel sein, wenn man sie am Donnerstag bei Gewitter vor dem ersten Donnerschlag erntete. Auf jeden Fall lohnt es sich nach dieser alten Heilpflanze Ausschau zu halten. Übersehen kann man sie mit ihrer stolzen Größe kaum.

6 Kommentare zu “Kräuterbuschen IV: Alles im Körbchen

  1. Iris
    19. Juli 2015 um 22:32

    Oh, wie gut: nachdem mir das Auffinden von Johanniskraut und/oder Labkraut letzte Woche leider nicht geglückt ist 🙁 ,
    habe ich in dieser Woche den Alant aus dem eigenen Garten im Körbchen.
    Iris 🙂

    • mirjam
      20. Juli 2015 um 20:55

      Alant im eigenen Garten, das ist doch schön! Ringelblumen wachsen da nicht zufällig auch oder beim Nachbarn? Nach Rainfarn kannst du ruhig in der Stadt Ausschau halten. Der ist auch so eine typische Bahndamm-Baustellen-Pflanze.

      Mit der Alantwurzel mache ich gerade meine ersten kulinarischen Erfahrungen. Die muss man ja nicht unbedingt selber graben.

  2. Andreas
    23. Juli 2015 um 15:49

    Hm, ich kenne einige Ecken wo Rainfarn wächst, Kamille auch, da muss ich aber erst mal schauen, ob die echt ist. 😉
    Alant und Ringelblume hab ich bei mir in der Nähe noch nicht (bewußt) gesehen. Margarite müsste sich eigentlich finden lassen.
    Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Oma aus Ringelblumen Wundsalbe hergestellt hat, als ich noch ein Kind war.

    • mirjam
      25. Juli 2015 um 11:12

      Oh ja, die Ringelblumensalbe ist wirklich ein ganz tolles Hautmittel. Nach der Ringelblume kannst du ruhig mal in den Nahcbargärten schauen. Die findet man auf dem Land doch noch in den meisten Gärten.

  3. Iris
    23. Juli 2015 um 20:55

    Ringelblumen sollten 😉 da eigentlich wachsen (ich habe sie eigenhändig gesät), doch leider mögen sie den ihnen zugedachten Platz wohl nicht…
    Dafür habe ich heute abend doch tatsächlich noch Johanniskraut entdeckt- gar nicht weit von hier!
    Dies an dieser Stelle vermerkt als mein Nachtrag zu „Kräuterbuschen III“ 😀 .
    Iris

    • mirjam
      25. Juli 2015 um 11:14

      Naja, die Pflänzchen haben eben so ihre eigenen Vorlieben. Vielleicht gehen sie in den nächsten Jahren ja mal an einer anderen Stelle in deinem Garten auf. Die Ringelblumen wandern auch ganz gerne von einem Garten in den andern.

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