Kühl und aromatisch für die Hundstage

Wow, ist das lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Da hatten wir den kalten Teil des Winters noch vor uns. Jetzt muss man sich eher vor dem Schmelzen in Sicherheit bringen. Zwischenzeitlich habe ich viel erlebt und es ist allerhand passiert. Ich hoffe ihr verzeiht, die lange Pause. Dabei habe einige schöne neue Sachen entdeckt und ausprobiert und ein paar Rezepte bin ich ein paar treuen Leserinnen noch schuldig. Da will ich heute zumindest mal mit zwei einfachen, erfrischenden Rezepten für die heißen Tage beginnen. Im Frühling war ich das erste Mal in Griechenland und das, obwohl ich dort schon seit meiner Jugend gerne hinwollte. Jedenfalls habe ich neben zahlreichen schönen Erfahrungen und Erinnerung zwei Sachen mit nach Hause gebracht: eine große Liebe zu Orangeblütenduft und Joghurt. Um unser Ferienhäuschen in Epidauros herum blühten die Orangenbäume um die Wette. Der Duft war allgegenwärtig und einfach bezaubern. Zum Glück besitzen Düfte die Gabe, einem schöne Erinnerungen lebendig werden zu lassen. So ist es bei mir jetzt mit Orangeblütenduft. Von einem meinen letzten Kurse habe ich noch Orangenblütenwasser übrig.

Schade, dass man den unglaublichen Duft der blühenden Orangenhaine auf dem Foto nicht riechen kann.

Außer als herrlich duftendes Erfrischungsspray äußerlich lässt es sich auch als Orangenblütenlassi gut innerlich anwenden 😉 Das Rezept ist ganz einfach:

3 EL Joghurt (am besten griechischer, aber normaler oder Kokosjoghurt geht auch)
1 TL Honig
1-2 EL Orangenblütenwasser
Kühles Wasser

Honig und Orangenblütenwasser zuerst miteinander in einem Glas verrühren, dann den Joghurt unterrühren. Zum Schluss mit kühlem Wasser auffüllen und gut umrühren. Durch das leicht säuerliche vom Joghurt ist es sehr erfrischend und mit dem Orangenblütenaroma lädt es zum Träumen ein. Mit anderen Blütenwässern wie Rose funktioniert es auch gut. Wichtig ist nur, dass man welche in Lebensmittelqualität verwendet.

Wenn ich eines Tages mal verschwunden sein sollte, dann wohne ich wahrscheinlich hier einem einem der Häuschen mit Orangengarten 😉

Wegen der Milchsäure ist Joghurt auch eine Wohltat für die Haut. Obendrein ist eine Joghurtmaske super schnell angerührt und je nach Zutaten auch noch sehr lecker. Mein aktueller Favorit ist die „Straciatella-Maske“ aus

2 EL Joghurt
1 TL Honig
1 TL Mohnsaat

Die Zutaten einfach gut verrühren und auf dem Gesicht auftragen. Was übrig bleibt, am besten sofort vernaschen 😉 Je nach Fettgehalt des Joghurts wirkt die Maske verschieden stark rückfettend und die Mohnkörnchen sorgen für ein sanftes Peeling, wenn man die Maske mit Wasser und sanften Handbewegungen abwäscht. Auf jeden Fall fühlt sich meine Haut hinterher immer ganz frisch und weich an und weiteres eincreme oder -ölen ist gar nicht nötig.

Also, bleibt frisch und kühl und ich freue mich auf eure Kommentare. Vielleicht habt ihr ja auch ein paar Geheimtipps um innerlich und äußerlich gut durch den Sommer zu kommen.

Ein Streicheldino für gepflegte Hände

Lang, lang ist’s her, dass ich hier geschrieben habe, aber jetzt. Irgendwie hat mich ein hartnäckiger Infekt im November länger beschäftigt als gewohnt. Und so weder richtig gesunde, noch richtig krank fällt einem alles schwerer, leider gerade auch die schönen Dinge. Die „Geschenke aus der Hexenküche“ sind dem leider auch zum Opfer gefallen. Aber das ist jetzt erstmal vorbei. Faul war ich nicht in der Zeit und habe einiges zu berichten von neuen Rezepten und Ideen für’s Wohlbefinden. Heute fange ich mit einer ganz kleinen, niedlichen Sache an 😉

Als kleines Mädchen habe ich Dinosaurier geliebt, wollte unbedingt Paläontologin werden und habe die Kindergärtnerin mit den wissenschaftlichen Namen der Urzeitechsen gequält. Bis jetzt ist mir leider in den Weinbergen noch kein Dinosaurierfund gelungen, nur kleinere Meerestiere, wie sie für unseren Muschelkalk üblich sind. Dafür habe ich in meiner Küche gestern einen Dino entdeckt: den Pflegosaurus minimus – klein, handlich und, wenn man ihn streichelt, pflegt und nährt er die Hände 😉 Ist er nicht niedlich?

So klein und handlich 😉

Die Idee kam von einer Bekannten, die ganz begeistert von einer festen Handpflege erzählt hat. Nach kurzer Nachforschung enthielt die wirklich nur natürliche Zutaten, nämlich Olivenöl, Bienenwachs und Lavendelöl. Da war mein Interesse geweckt und ich musste gleich ausprobieren, ob sich das nicht einfach selber machen lässt. Als Zutaten habe ich genommen:

30 g Aprikosenkernöl
15 g Bienenwachs
15 g Kakaobutter
2 Tr Rosenöl
2 Tr Lavendelöl

Abgewogen und alles bereit gelegt - da kann das Rühren losgehen.
Abgewogen und alles bereit gelegt – da kann das Rühren losgehen.

Die Öl, Wachs und Kakaobutter habe ich zusammen im Wasserbad klar aufgeschmolzen. Dann die ätherischen Öle untergerührt und die Masse schnell in kleine Pralinenförmchen gefüllt. Herzchen und Dinos sind es geworden 🙂 Wenn man sich streichelt, schmilzt durch die Handwärme ein bisschen was ab und lässt sich gut auf den Händen verreiben und macht sie schön weich und zart, zum Glück ohne sich so pappig anzufühlen, wie manche Handcreme es tut. Abgesehen davon macht es einfach Spaß, einen Pflegosaurus zu streicheln 😉 Und wer seine Lippen pflegen möchte, darf ihn sogar küssen. Da freut er sich genauso.

Schnell in Pralinenförmchen gefüllt und raus auf den Balkon.
Dinos und Herzchen – bei der Form findet sich sicher für jeden Geschmack etwas.

Obwohl ich im Allgemeinen nicht zu trockener Haut neige, habe ich gerade im Winter öfter Probleme, dass meine Handrücken sehr trocken werden. Geht euch das auch so? Oder habt ihr andere Winterproblemchen?

Es war einmal ein Sommer im Hexengarten…

Immerhin die Blätter zeigen sich herbstlich.

Eigentlich sollte ja schon längst Herbst sein, nächste Woche steht schon Halloween vor der Tür, aber irgendwie war es noch so lange warm und sonnig, dass es sich nicht so richtig herbstlich anfühlen wollte. Damit der „Sommer im Hexengarten“ aber nicht so nahtlos in die Vorweihnachtszeit übergeht wie die Sommerferien in die Lebkuchenzeit, möchte ich hier noch eine ganz kurze Rückschau halten.

Es war schon ein verrückter Sommer und ich sehr froh, dass ich eigentlich nur sehr hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen auf meinem Balkon habe. Die sind pflegeleicht und trotzdem sehr vielseitig verwendbar. Sehr gefreut hat mich, dass sich wieder so fleißige Kräuterhexen gefunden haben, die ihre grünen Plätzchen und Schätzchen mit uns geteilt haben. Das waren

  • Claudia mit ihrem Lieblingskraut, dem Brotklee
  • Goldeule mit ihrergrünen Oase für Mensch und Tier
  • Atessa , die endlich wieder bloggt und neben dem schönen neuen virtuellen Zuhause hat hier auch einen zauberhaften Hexenbalkongarten hat, den sie uns super fleißig in ganz vielen Beiträgen vorgestellt hat.

Ich bin begeistert, dass ihr Lieben wieder dabei wart! Und eine kleine Verlosung gab es natürlich auch und die Glücksfee hat diesmal Atessa als Gewinnerin gezogen. Herzlichen Glückwunsch!

Eigentlich fast zu hübsch zum „Schlachten“ 😉

So verrückt wie der Sommer war der Herbst irgendwie auch. Nicht nur sommerlich warm, sondern auch überaus großzügig was alle Sorten Obst angeht. Auch wenn ich keinen eigenen Obstgarten habe, wurde und werde ich doch von lieben Leuten mit Mirabellen, Zwetschgen, Äpfeln und anderen Früchtchen reichlich beschenkt. So hatte ich viele Gelegenheiten auch neue Rezepte auszuprobieren wie etwas Apfelkekse. Und auf dem Balkon warten noch ein paar Kürbisse auf ihre Verwertung. Was sind denn so eure Highlights aus den herbstlichen Genüssen? Material zum Ausprobieren gibt es ja noch genug 😉

Sommer im Hexengarten: Das Aroma für den Winter bewahren

Leider wohl schon eine der letzten Kräuterernten für diese Saison…

So sehr ich den Herbst mag, etwas traurig stimmt er mich schon immer, wenn ich daran denke, dass bald die Zeit ohne frische Kräuter vom Balkon kommt. Es soll ja Menschen geben, die ohne Kräuter kochen. Ich gehöre definitiv nicht dazu und am besten sind sie natürlich frisch geerntet. Gerade in die Salatsoße gehören für mich auch einfach Kräuter, am liebsten natürlich der Estragon. Eine Variante, zumindest das Aroma der Kräuter zu bewahren, ist, einen Kräuteressig herzustellen. Mein Estragonessig ist auch schon in Bearbeitung. Da ich neben Essig, Öl und Salz auch gerne Senf und Honig in die Vinaigrette gebe, habe ich diesmal etwas neues ausprobiert: einen Kräuter-Senf-Honig. Honig bewahrt Aromen auch gut auf und die Kombination Senf und Honig ist einfach genial. Deswegen habe ich diesmal einfach

frische Kräuter (Estragon, Basilikum, Majoran, Rosmarin)
Senfkörner und
Honig

abwechseln in ein Glas geschichtet. Lecker schmeckt es auch so schon, aber eigentlich soll es erst ein paar Wochen an einem wärmeren Ort ziehen, bevor es mit in die Salatsoße kommt.

Kräuter, Senf und Honig – die Mischung schmeckt auch so schon lecker…

… aber mit etwas Geduld wird sie bestimmt noch besser 😉

Zum Experimentieren mit Senfkörnern kann ich euch nur ermutigen. Viele von uns kennen Senf ja vorwiegend als gelbe Paste aus dem Glas, aber das eigentliche Gewürz sind die Senfkörner. Sie schmecken nicht nur lecker – so leicht scharf aromatisch – sondern sind auch sehr gesund. Die Senfölglycoside, die ihnen ihre Schärfe geben, zählen zu den pflanzlichen Antibiotika. Man findet sie in fast allen Vertretern der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler wie Senf, Meerrettich, Kohl, Kresse und Broccoli. Gerade wenn die Erkältungszeit sich wieder ankündigt, lohnt es sich, sie regelmäßig in den Speiseplan aufzunehmen. Egal ob als Senfkörner, Krautsalat oder Broccolisprossen.

Im Mittelalter stand Senf am Hofe des Papstes so hoch im Kurs, dass es das Amt des Senfmeisters (franz. moutardier du Pape) gab. Und das war kein ganz niederes Amt. Eine sehr schöne Geschichte um die sanfte Mauleselin des Papstes Bonifazius in Avignon und einen ehrgeizigen Emporkömmling, der es (fast) zum Obersenfmeister des Papstes gebracht hätte, erzählt Alphonse Daudet in seinen „Briefen aus meiner Mühle“. Falls ihr Lust habt diese zauberhafte Geschichte aus der Bibliothek des Zikaden nachzulesen, gibt es sie auf Deutsch beim Projekt Gutenberg und auf Französisch gibt es viele schöne Interpretationen vorgelesen und mit Bilder bei youtube. Einfach nach „La mule du pape“ suchen.

Und habt ihr euch auch schon fleißig Vorräte für den Winter angelegt oder seid gerade dabei? Auf jeden Fall hoffe ich, ihr genießt die letzten spätsommerlichen Tage.

Sommer im Hexengarten: Goldeules grüne Oase

Wie habe ich mich gefreut, als mich die Tage Goldeules Gastbeitrag zum „Sommer im Hexengarten“ erreicht hat. Und das war nicht das einzige, worüber ich mich bei dieser Aktion gefreut habe. Bevor Goldeule uns einen Blick in ihre grüne Oase werfen lässt, möchte ich noch auf zwei andere schöne Dinge hinweisen:

  • Die liebe Claudia hat uns ihr Lieblingskraut vorgestellt, nämlich den Brotklee. Davon hatte ich vorher noch nie gehört, klingt aber seeehr lecker.
  • Und die zweite schöne Neuigkeit ist, dass Atessa wieder bloggt und einen ganz tolles neues virtuelles Zuhause hat, nämlich hier, und von ihrem neuen realen Zuhause ganz viele Einblicke in ihren Hexenbalkongarten für uns gestaltet hat.

Nun aber schnell einen Blick in Goldeules sommerlichen Hexengarten, wo sehr viele spannende Gäste unterwegs sind, bevor der Sommer noch ganz vorbei ist.

Gastbeitrag von Goldeule

Liebe Mirjam,

wir (mein „Garten-Chef“ mit dem grünen Daumen und ich) freuen uns sehr, wieder bei Deinem blog-event dabei zu sein.
Erfreulicherweise summte es in diesem Sommer in unserem Garten wirklich prima. Die Vogeltränken waren bei Bienen und Wespen so beliebt, daß sich die Vögel bisweilen kaum trauten, zum Trinken zu kommen, derweil die Insekten das in tiefen Zügen taten.

Der Sommerflieder lockte reichlich verschiedene geflügelte Gäste an.

Doch auch unser neues Currykraut (das einfach herrlich nach Curry duftet) fand Freunde.

Der Tisch war in diesem Sommer erst einmal ganz gut gedeckt… Mahlzeit! 🙂

Und eines schönen Nachmittags saß dieser Prachtkerl mitten im Lorbeertopf!

Und bevor alles vor sich hin welkte, gab es auch einige schöne Farb- und Blütenkombinationen zu sehen, z. B. Rot und Lila (Johannisbeere und Lavendel) und (wie hier zu sehen) Lilie und Hortensie.

Mit einem herzlichen Gruß!
Goldeule

Sommer im Hexengarten: Kalte Suppe für heiße Tage

Im Moment ist es tagsüber sogar den Hummeln zu heiß, die morgens und bis spät in den Abend fleißig meinen Balkon besuchen. Ich kann sie irgendwie verstehen. Gerade der frühe Morgen ist im Moment vielleicht die schönste Zeit dort. Es ist noch kühl, das Licht der Morgensonne ist noch sanft und brennt nicht, aber das leben erwacht schon. Deswegen hatte ich die Idee, mir diese Frische ein bisschen in den Tag hinüber zu retten – mit einer kühlen Suppe. Klingt vielleicht erstmal ungewohnt, aber ich bin inzwischen von dem Rezept ganz angetan. Außerdem geht es sehr schnell und einfach und braucht keinen Herd – für die momentane Wetterlage also genau das richtige. Mit Gurke und Minze spürt man da auch noch mittags einen Hauch der morgendlichen Frische. Als Zutaten braucht man nur:

1 Salatgurke
1 Avocado
1 TL Gemüsebrühepulver
einige Blätter Minze

Die Gurke wird geschält und grob gewürfelt, die Avocado mit einem Löffel aus der Schale gelöffelt und alles zusammen mit dem Pürierstab püriert. Fertig! Mehr ist es wirklich nicht, aber für die Mittagspause in der Bürosauna gerade richtig.

Frisch mit Minze vom Balkon 🙂

Übrigens finde offenbar nicht nur ich die Minze draußen lecker. Irgendwo in der Nähe muss – also was aus dem 4. Stock so als „in der Nähe“ zählt – ein Ackerhummelnest sein, denn die fleißigen Brummerinnen besuchen alles, was bei mir im Moment auf dem Balkon blüht sehr eifrig. Auch die Minze. Und wie sie die finden – da sagt wohl das folgende Bild mehr als alle Worte 😉

So heißt lecker wohl in Hummelsprache 😉

Und was tut sich bei euch in den grünen Oasen so? Habt ihr vielleicht auch das ein oder andere Rezept für oder gegen die Hitze?