Es war einmal ein Sommer im Hexengarten…

Immerhin die Blätter zeigen sich herbstlich.

Eigentlich sollte ja schon längst Herbst sein, nächste Woche steht schon Halloween vor der Tür, aber irgendwie war es noch so lange warm und sonnig, dass es sich nicht so richtig herbstlich anfühlen wollte. Damit der „Sommer im Hexengarten“ aber nicht so nahtlos in die Vorweihnachtszeit übergeht wie die Sommerferien in die Lebkuchenzeit, möchte ich hier noch eine ganz kurze Rückschau halten.

Es war schon ein verrückter Sommer und ich sehr froh, dass ich eigentlich nur sehr hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen auf meinem Balkon habe. Die sind pflegeleicht und trotzdem sehr vielseitig verwendbar. Sehr gefreut hat mich, dass sich wieder so fleißige Kräuterhexen gefunden haben, die ihre grünen Plätzchen und Schätzchen mit uns geteilt haben. Das waren

  • Claudia mit ihrem Lieblingskraut, dem Brotklee
  • Goldeule mit ihrergrünen Oase für Mensch und Tier
  • Atessa , die endlich wieder bloggt und neben dem schönen neuen virtuellen Zuhause hat hier auch einen zauberhaften Hexenbalkongarten hat, den sie uns super fleißig in ganz vielen Beiträgen vorgestellt hat.

Ich bin begeistert, dass ihr Lieben wieder dabei wart! Und eine kleine Verlosung gab es natürlich auch und die Glücksfee hat diesmal Atessa als Gewinnerin gezogen. Herzlichen Glückwunsch!

Eigentlich fast zu hübsch zum „Schlachten“ 😉

So verrückt wie der Sommer war der Herbst irgendwie auch. Nicht nur sommerlich warm, sondern auch überaus großzügig was alle Sorten Obst angeht. Auch wenn ich keinen eigenen Obstgarten habe, wurde und werde ich doch von lieben Leuten mit Mirabellen, Zwetschgen, Äpfeln und anderen Früchtchen reichlich beschenkt. So hatte ich viele Gelegenheiten auch neue Rezepte auszuprobieren wie etwas Apfelkekse. Und auf dem Balkon warten noch ein paar Kürbisse auf ihre Verwertung. Was sind denn so eure Highlights aus den herbstlichen Genüssen? Material zum Ausprobieren gibt es ja noch genug 😉

Sommer im Hexengarten: Das Aroma für den Winter bewahren

Leider wohl schon eine der letzten Kräuterernten für diese Saison…

So sehr ich den Herbst mag, etwas traurig stimmt er mich schon immer, wenn ich daran denke, dass bald die Zeit ohne frische Kräuter vom Balkon kommt. Es soll ja Menschen geben, die ohne Kräuter kochen. Ich gehöre definitiv nicht dazu und am besten sind sie natürlich frisch geerntet. Gerade in die Salatsoße gehören für mich auch einfach Kräuter, am liebsten natürlich der Estragon. Eine Variante, zumindest das Aroma der Kräuter zu bewahren, ist, einen Kräuteressig herzustellen. Mein Estragonessig ist auch schon in Bearbeitung. Da ich neben Essig, Öl und Salz auch gerne Senf und Honig in die Vinaigrette gebe, habe ich diesmal etwas neues ausprobiert: einen Kräuter-Senf-Honig. Honig bewahrt Aromen auch gut auf und die Kombination Senf und Honig ist einfach genial. Deswegen habe ich diesmal einfach

frische Kräuter (Estragon, Basilikum, Majoran, Rosmarin)
Senfkörner und
Honig

abwechseln in ein Glas geschichtet. Lecker schmeckt es auch so schon, aber eigentlich soll es erst ein paar Wochen an einem wärmeren Ort ziehen, bevor es mit in die Salatsoße kommt.

Kräuter, Senf und Honig – die Mischung schmeckt auch so schon lecker…

… aber mit etwas Geduld wird sie bestimmt noch besser 😉

Zum Experimentieren mit Senfkörnern kann ich euch nur ermutigen. Viele von uns kennen Senf ja vorwiegend als gelbe Paste aus dem Glas, aber das eigentliche Gewürz sind die Senfkörner. Sie schmecken nicht nur lecker – so leicht scharf aromatisch – sondern sind auch sehr gesund. Die Senfölglycoside, die ihnen ihre Schärfe geben, zählen zu den pflanzlichen Antibiotika. Man findet sie in fast allen Vertretern der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler wie Senf, Meerrettich, Kohl, Kresse und Broccoli. Gerade wenn die Erkältungszeit sich wieder ankündigt, lohnt es sich, sie regelmäßig in den Speiseplan aufzunehmen. Egal ob als Senfkörner, Krautsalat oder Broccolisprossen.

Im Mittelalter stand Senf am Hofe des Papstes so hoch im Kurs, dass es das Amt des Senfmeisters (franz. moutardier du Pape) gab. Und das war kein ganz niederes Amt. Eine sehr schöne Geschichte um die sanfte Mauleselin des Papstes Bonifazius in Avignon und einen ehrgeizigen Emporkömmling, der es (fast) zum Obersenfmeister des Papstes gebracht hätte, erzählt Alphonse Daudet in seinen „Briefen aus meiner Mühle“. Falls ihr Lust habt diese zauberhafte Geschichte aus der Bibliothek des Zikaden nachzulesen, gibt es sie auf Deutsch beim Projekt Gutenberg und auf Französisch gibt es viele schöne Interpretationen vorgelesen und mit Bilder bei youtube. Einfach nach „La mule du pape“ suchen.

Und habt ihr euch auch schon fleißig Vorräte für den Winter angelegt oder seid gerade dabei? Auf jeden Fall hoffe ich, ihr genießt die letzten spätsommerlichen Tage.

Sommer im Hexengarten: Goldeules grüne Oase

Wie habe ich mich gefreut, als mich die Tage Goldeules Gastbeitrag zum „Sommer im Hexengarten“ erreicht hat. Und das war nicht das einzige, worüber ich mich bei dieser Aktion gefreut habe. Bevor Goldeule uns einen Blick in ihre grüne Oase werfen lässt, möchte ich noch auf zwei andere schöne Dinge hinweisen:

  • Die liebe Claudia hat uns ihr Lieblingskraut vorgestellt, nämlich den Brotklee. Davon hatte ich vorher noch nie gehört, klingt aber seeehr lecker.
  • Und die zweite schöne Neuigkeit ist, dass Atessa wieder bloggt und einen ganz tolles neues virtuelles Zuhause hat, nämlich hier, und von ihrem neuen realen Zuhause ganz viele Einblicke in ihren Hexenbalkongarten für uns gestaltet hat.

Nun aber schnell einen Blick in Goldeules sommerlichen Hexengarten, wo sehr viele spannende Gäste unterwegs sind, bevor der Sommer noch ganz vorbei ist.

Gastbeitrag von Goldeule

Liebe Mirjam,

wir (mein „Garten-Chef“ mit dem grünen Daumen und ich) freuen uns sehr, wieder bei Deinem blog-event dabei zu sein.
Erfreulicherweise summte es in diesem Sommer in unserem Garten wirklich prima. Die Vogeltränken waren bei Bienen und Wespen so beliebt, daß sich die Vögel bisweilen kaum trauten, zum Trinken zu kommen, derweil die Insekten das in tiefen Zügen taten.

Der Sommerflieder lockte reichlich verschiedene geflügelte Gäste an.

Doch auch unser neues Currykraut (das einfach herrlich nach Curry duftet) fand Freunde.

Der Tisch war in diesem Sommer erst einmal ganz gut gedeckt… Mahlzeit! 🙂

Und eines schönen Nachmittags saß dieser Prachtkerl mitten im Lorbeertopf!

Und bevor alles vor sich hin welkte, gab es auch einige schöne Farb- und Blütenkombinationen zu sehen, z. B. Rot und Lila (Johannisbeere und Lavendel) und (wie hier zu sehen) Lilie und Hortensie.

Mit einem herzlichen Gruß!
Goldeule

Sommer im Hexengarten: Kalte Suppe für heiße Tage

Im Moment ist es tagsüber sogar den Hummeln zu heiß, die morgens und bis spät in den Abend fleißig meinen Balkon besuchen. Ich kann sie irgendwie verstehen. Gerade der frühe Morgen ist im Moment vielleicht die schönste Zeit dort. Es ist noch kühl, das Licht der Morgensonne ist noch sanft und brennt nicht, aber das leben erwacht schon. Deswegen hatte ich die Idee, mir diese Frische ein bisschen in den Tag hinüber zu retten – mit einer kühlen Suppe. Klingt vielleicht erstmal ungewohnt, aber ich bin inzwischen von dem Rezept ganz angetan. Außerdem geht es sehr schnell und einfach und braucht keinen Herd – für die momentane Wetterlage also genau das richtige. Mit Gurke und Minze spürt man da auch noch mittags einen Hauch der morgendlichen Frische. Als Zutaten braucht man nur:

1 Salatgurke
1 Avocado
1 TL Gemüsebrühepulver
einige Blätter Minze

Die Gurke wird geschält und grob gewürfelt, die Avocado mit einem Löffel aus der Schale gelöffelt und alles zusammen mit dem Pürierstab püriert. Fertig! Mehr ist es wirklich nicht, aber für die Mittagspause in der Bürosauna gerade richtig.

Frisch mit Minze vom Balkon 🙂

Übrigens finde offenbar nicht nur ich die Minze draußen lecker. Irgendwo in der Nähe muss – also was aus dem 4. Stock so als „in der Nähe“ zählt – ein Ackerhummelnest sein, denn die fleißigen Brummerinnen besuchen alles, was bei mir im Moment auf dem Balkon blüht sehr eifrig. Auch die Minze. Und wie sie die finden – da sagt wohl das folgende Bild mehr als alle Worte 😉

So heißt lecker wohl in Hummelsprache 😉

Und was tut sich bei euch in den grünen Oasen so? Habt ihr vielleicht auch das ein oder andere Rezept für oder gegen die Hitze?

Blog-Event: Sommer im Hexengarten 2018

Alle Jahre wieder 😉

Ja, draußen ist jetzt einfach Sommer. Das kann man nicht leugnen. Dieses Jahr bin ich mit dem „Sommer im Hexengarten“ zwar etwas früher dran als sonst, aber die Natur ist es auch. Der Holunder verblüht langsam schon wieder und dafür fangen Linden und Johanniskraut fleißig an, ihre Blüten zu öffnen, und die die ersten Kirschen sind auch schon reif. Auf meinem Balkon grünen die Kräuter fleißig und warten darauf, in neuen und alt bewährten Rezepten verarbeitet zu werden. Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Lust, uns ein paar Einblicke in eure kleinen und großen Hexengärten zu schenken und vielleicht auch das ein oder andere Kräutergeheimnis zu verraten? Ich freue mich schon darauf. Mitmachen geht mit und ohne eigenen Blog ganz einfach.

Wie geht’s?

1. Schreibt einen oder gerne auch mehrere Beiträge über euren Hexengarten. Habt ihr vielleicht ein Lieblingskraut, das dort wächst und mit dem man etwas Leckeres, Gesundes oder Schönes machen kann? Oder ganz viele verschiedene Pflanzen, die hübsch blühen oder fleißig Früchte produzieren? Eine, auf die ihr ganz besonders stolz seid? Gebt einfach einen kleinen Einblick in euren Hexengarten, gerne auch mit passendem Rezept. Das Banner hier dürft ihr euch natürlich genau dafür mitnehmen.

2. Hinterlasst einen Kommentar mit eurem Namen und eurer Blog-URL unter diesem Beitrag, damit ich weiß, wer alles mitmacht.

3. Die Aktion läuft passend zum Namen bis zum Herbstanfang, der diesmal auf den 23. September fällt. Wer bis dahin einen oder mehrere Beiträge verfasst hat (und nicht ausdrücklich widersprochen), hüpft mit in den Lostopf. Unter allen Teilnehmern verlose ich dann eine kleine Überraschung zum Thema Hexengarten. Falls wieder besonders Fleißige dabei sind, behalte ich mir auch diesmal wieder vor, einen kleinen Fleißsonderpreis zu vergeben.

Ich werde versuchen in regelmäßigen Abständen eine Link-Sammlung mit euren Beiträgen hier zu posten, damit wir uns virtuell über die Gartenzäune schauen können 😉

Wer kann mitmachen?

Wie immer natürlich alle, die selbst einen Blog haben, aber auch meine Leserinnen ohne eigenen Blog will ich nicht ausschließen. Wenn du keinen Blog hast und auch mitmachen willst, schreibe mir doch einfach eine mail (mirjam[at]kleine-miri.de), dann darf dein Beitrag gerne auf meinen Blog als Gastbeitrag erscheinen.

Bis wann?

Bis einschließlich 23.9.2018. Dann ist der Sommer zumindest astronomisch vorbei.

Zweierlei von der Holunderblüte

Blüht bei euch der Holunder auch gerade so schön und üppig? Von seinem Duft und Aroma kann ich immer gar nicht genug bekommen. Deswegen habe ich diesmal wieder etwas neues ausprobiert und gleich zwei Holunderblüten-Backkreationen getestet. Und beide wurden für gut befunden, nicht nur der Optik wegen 😉

Zwei verschiedene Sorten Holunderblütenküchlein 🙂

Das erste Rezept ist ein einfacher Rührteig, aber eben mit Holunderblüten verfeinert. In niedlichen kleinen Backformen sehen sie aus wie Feenküchlein. Las Zutaten habe ich folgendes genommen:

35 g Butter
40 g Zucker
10 g Honig
1 Ei
75 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
75 ml Buttermilch
2 Dolden Holunderblüten

Zuerst werden Butter, Zucker, Honig und Ei zu einer gleichmäßigen Masse verrührt, dann kommen Mehl, Backpulver und Salz dazu. Zum Schluss rührt man noch die Buttermilch hinein, pflückt die Holunderblüten von den Dolden uns hebt sie unter den Teig. In meinen kleinen Silikonförmchen haben die Küchlein etwa 15 min bei 180°C im Backofen gebraucht. Genug Zeit also, um den nächsten Teig anzurühren.

Die zweite Kreation sind Holunderblüten-Erdmandel-Kugeln. Sie sehen fast aus wie Plätzchen, sind aber recht weich und auch eher kuchenartig. Dafür braucht man:

80 g gemahlene Erdmandeln
100 g Buchweizenmehl
60 g Butter
3 EL Honig
1 Ei
3 Dolden Holunderblüten

Die Zutaten kommen bis auf die Holunderblüten gleich alle zusammen in eine Rührschüssel und werden mit den Knethaken zu einem weichen Teig verrührt. Zum Schluss werden die von den Dolden gepflückten Holunderblüten untergeknetet. Aus dem Teig formt man etwa Waldnuss-große Kugeln, setzt sie auf ein Backblech und bäckt sie etwas 10-15 min bei 180°C. Dann steht dem Holunderblütengenuss nichts mehr im Weg.

Habt ihr auch so eure Lieblingsrezepte mit Holunderblüten? Oder probiert ihr mit dem tollen Aroma auch immer mal wieder etwas Neues aus? Inzwischen haben die Holunderblüten ja regelrecht ein Revival in der Küche erlebt. Bei den sommerlichen Temperaturen ist eine kühle Holunderblütenlimonade auch genau das Richtige. A propos Sommer. Habt ihr eigentlich Lust, wieder beim Sommer im Hexengarten mitzumachen? Ich würde mich freuen 🙂