Die liebe Technik…

… will manchmal nicht so, wie wir wollen. Das kennt ihr sicher alle. Deswegen möchte ich mich bei allen entschuldigen, die in letzter Zeit beim Klick auf einen Post oder dem Versuch, einen Kommentar zu schreiben, nur eine Fehlermeldung bekamen. Das Problem sollte jetzt behoben sein. Falls etwas nicht funktioniert, bin ich für eine kurze Nachricht immer dankbar (einfach an mirjam[at]kleine-miri.de). Daher an dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an die beiden aufmerksamen Leserinnen, die sich bei mir gemeldet hatten!

Das liebe Bienchen hat offenbar auch großen Hunger auf Frühling.

Eine schöne Woche wünsche ich euch allen mit hoffentlich einer schönen Portion Frühling. Habt ihr auch schon so große Sehnsucht nach den ersten Frühlingskräuter? Ich bin in letzter Zeit so oft auf die Wiesen geschlichen, um nachzuschauen, was da schon sprießt. Vielleicht gibt es ja bald ein paar leckere Sachen damit. Hättet ihr Lust auf ein paar kräuterige Frühlingsrezepte?

Etwas Hildegard und eine Kastanienleckerei

Zu Weihnachten hatte ich mir selbst ein kleines Geschenk gemacht: Eine Ausgabe der Physica von Hildegard von Bingen. Die kannte ich bisher nur in Auszügen und war schon lange neugierig darauf, was denn so dran ist an dem ganzen Hype um die Hildegardmedizin. Das Buch war definitiv seine Anschaffung wert. Selten habe ich in ein und dem selben Werk so viele Dinge gefunden, die spannend sind, gleich neben solchen, die doch zu erheblichem Schmunzeln führen. Interessant ist auch zu sehen, was die ganze heutige „Hildegard-Industrie“ aus ihren Rezepten und Empfehlungen macht. Zu allererst war ich etwas enttäuscht, dass der von heutigen Hildegard-Fans so hoch gelobte Dinkel (und ich liebe Dinkel auch) im Originalwerk nur einen kleinen Absatz hat. Ja, sie schätzt ihn zwar als Getreide, aber als Wundermittel preist sie ihn nicht gerade. Eines ihrer absoluten Allheilmittel dagegen scheint die Esskastanie zu sein. Das beginnt schon mit der Aussage: „Alles, was an ihm (dem Kastanienbaum) ist, ist nützlich und auch seine Frucht ist nützlich gegen jede Krankheit, die im Menschen sei“. Sein Holz empfiehlt sie als Stärkungsmittel, Rinde und Blätter gegen Viehseuchen und die Früchte sollen bei Kopfschmerzen (wem das Gehirn vor Trockenheit leer ist), Herz-, Milz-, Magen- und Leberproblemen helfen. Für letztere soll man mit Honig zerstoßene Esskastanien essen. Das brachte mich auf eine Idee, nachdem ich zuvor mit Kastanienmehl experimentiert hatte und von seinem Geschmack begeistert war. Ähnlich wie die Kastanie schreibt Hildegard auch dem Mandelbaum wärmende Eigenschaften zu, die Leber und Lunge unterstützen sollen. Nach dem ziemlich gewöhnungsbedürftigen Bärwurz-Birnhonig wollte ich mal was Leckeres frei nach Hildegard für die Frühjahrskur ausprobieren und heraus kam: Maronipan.

Lecker und vielleicht auch ein bisschen gesund

Man nehme:

70 g Kastanienmehl
30 g gemahlene Mandeln
4 EL flüssigen Honig
Rosenwasser

Zuerst verknetet man Kastanienmehl, Mandeln und Honig miteinander und gibt dann noch so viel Rosenwasser dazu, bis ein schön geschmeidiger Teig entsteht. Diesen kann man dann wie Marzipankartoffeln zu Kugeln rollen oder in sonst eine Form bringen. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Im Feldversuch erwiesen sich die Maronipankugeln wohl als gesellschaftstauglich. Alle fanden sie lecker. Ob man damit jetzt wirklich der Leber etwas gutes tut, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall geben sie für Frühjahrskur und/oder Fastenzeit sicher eine halbwegs gesunde Leckerei ab, wenn einen doch mal die Lust auf Süßes packt 😉

Wer übrigens denkt, Hildegard konzentriert sich bei ihren Heilmitteln auf Kräuter und Edelsteine, wie es viele Hildegardbücher glauben lassen wollen, hat weit gefehlt. Bei den Kräutern hat sie ja bisweilen schon eigenwillige Rezepte und Ansichten, über die Wirkung der Steine kann man sich sicher auch streiten, aber für unsere Wahrnehmung besonders seltsam wird es bei den Heilmitteln tierischer Herkunft. Die nehmen einen nicht weniger prominenten Platz in ihrem Werk ein als Pflanzen und Steine. Eigentlich schreibt sie zu fast jedem einheimischen Tier, gegen welche Gebrechen man es verwenden kann. Zum Beispiel empfiehlt sie pulverisierte Wespen zusammen mit Bärwurz gegen giftige Stoffe im Essen. Warum das wohl nicht als Entgiftungskur populär geworden ist?

Gärtnern auf der Fensterbank

Juckt es euch auch schon so in den Fingern, endlich mit dem Gärtnern anzufangen? Eigentlich ist es für die meisten Sachen ja noch viel zu früh, aber meine Saatgutbestände musste ich schon mal sichten und Pläne schmieden, wie der Balkon in der kommenden Saison bepflanzt werden soll. Dabei sind mir einige Saatguttütchen mit relativ prähistorischem Ablaufdatum wieder in die Hände gekommen. Ob die noch was taugen? Da geht probieren über studieren und, weil mit einem neudeutschen Modewort alles besser ist, habe ich mich daran gemacht, sie in Microgreens zu verwandeln. Naja, man könnte auch sagen, ich habe mir auf der Fensterbank Keimpflanzen gezüchtet, aber nach einer kurzen Recherche hatte ich ein Geheimnis unserer Mensa gelüftet. Jahrelang habe ich mich darüber geärgert, dass dort über alles Kresse gestreut werden muss. Egal ob Backfisch, Schnitzel, Käsespätzle oder Nasi Goreng, wenn man nicht schnell genug nein geschrien hat, konnte man sich gegen die obligatorische Portion Kresse auf dem Essen nicht wehren. Ich habe auf den Tag gewartet, an dem sie auch auf Kaiserschmarrn und Milchreis zu finden sein würde. Warum diese unsägliche Kresse? Das allwissende Internet hatte mir die Frage schnell beantwortet: Microgreens, also kleine Keimpflänzchen, sind bei den Spitzenköchen voll im Trend und jede Kantine, die etwas auf sich hält, muss diesen Trend mitmachen. So auch unsere Mensa…

Eigentlich mag ich Kresse ja gerne, zumindest auf dem Butterbrot. Mit Kresse-, Radieschen- und Salatsamen startete ich den Selbstversuch, meine Gärtnerlust zu bedienen und das alte Saatgut zu recyceln.

In mein Minigewächshaus kamen links Kresse, in die Mitte Salat und rechts Radieschen.

Schon in den nächsten Tagen fing munter das keimen an und nach einer Woche hatte ich viele kleine Pflänzchen.

Hübsche lange Radieschenpflanzen reckten sich da dem Licht entgegen.

Eigentlich ist Kresse auch ganz hübsch und lecker.

Kresse und Radieschen keimten sehr schnell und so gut wie vollständig. Die Salatsamen gingen nicht auf. Hübsch anzuschauen waren sie und sehr, sehr lecker. Kresse kennt man ja, aber das die Mini-Radieschenpflanzen schon richtig nach Radieschen schmecken hat mich irgendwie schon überrascht. Dass sie gesund und voller wertvoller Stoffe stecken, brauche ich euch sicher nicht zu erzählen. Und endlich mal wieder was Grünes von der Hand in den Mund! Wie sehr ich mich doch inzwischen auf den Frühling freue. Den Küchentrend, über alles kleine Pflänzchen zu streuen, verstehe ich zwar immer noch nicht, aber auf dem Frühstücksbrot sind sie wirklich sehr lecker 😉

Gastronomisch vielleicht von gestern, aber auf dem Brot schmecken mir Kresse und Co. doch einfach am besten.

Drei Mal Rose für die Haut

Eine Creme die nach Rosen duftet?

Rosen duften gut, das weiß jedes Kind, aber die Rose ist auch eine seit Alters her geschätzte Heilpflanze. Neben dem Duft, der über seine seelische Wirkung sicher auch die Heilung vieler Gebrechen fördern kann, haben die Inhaltsstoffe der Rose auch noch andere positive Effekte, innerlich und äußerlich. Gerade auch für den Einsatz in der Hautpflege eignet sich die Rose hervorragend. Ätherisches Rosenöl ist eines der wenigen ätherischen Öle, die pur auf der Haut keinen Schaden anrichten. Allerdings ist sein Duft in der richtigen Verdünnung deutlich angenehmer als pur. Auch das Rosenwasser, das als Nebenprodukt bei der Destillation von Rosenöl anfällt, pflegt und beruhigt die Haut. Und das dritte im Bunde ist bei mir das Wildrosen- oder Hagebuttenkernöl. Für die Haut ist es ein wahres Schätzchen. Es kann bei Akne, Couperose und Schuppenflechte helfen, Fältchenbildung verzögern und sogar oberflächliche Fältchen glätten und auch Narbengewebe positiv beeinflussen. Insgesamt verbessert es die Regenerationsfähigkeit der Haut und ist ein wunderbares Hautpflegeöl. In meiner Rosencreme darf es deshalb nicht fehlen. Als Zutaten habe ich verwendet:

Fettphase
15 g Mandelöl
10 g Wildrosenöl
6 g Kakaobutter
6 g Bienenwachs
6 g Tegomuls

Wasserphase
50 g Rosenwasser

Wirkstoff und Konservierung
6,5 g Aloe-Vera-Tinktur
4 Tr Rosenöl

Zuerst wird die Fettphase im Wasserbad geschmolzen und gleichzeitig in einem separaten Glas das Rosenwasser mit im Wasserbad erwärmt. Wenn alle Bestandteile der Fettphase geschmolzen sind, wird das erwärmte Rosenwasser mit einem Schneebesen in der Fettphase gerührt, so dass sich eine gleichmäßige Emulsion ergibt. Wenn diese etwa handwarm ist kommen noch die Tinktur und das ätherische Rosenöl dazu.

Auch wenn sie vielleicht nicht so aussieht, sie duftet wunderbar die Rosencreme und wirkt auch.

Bei mir hilft die Creme prima gegen die üblichen Zipperlein der Haut in der dunklen Jahreszeit. Lichtmangel, trockene Heizungsluft und Kälte lassen meine Haut immer ein bisschen verrückt spielen. da schuppt es an der einen Stelle und an der anderen bilden sich Pickelchen. Auch gegen trockene Haut auf den Handrücken hat sie mir sehr geholfen. und ganz davon abgesehen duftet sie auch wunderbar nach einem Sommertag im Rosengarten 🙂

Lecker und gegen Husten

Was macht denn der braune Schleim in der Hustensaftflasche?

Wer sagt denn eigentlich, dass Medizin immer bitter schmecken muss? Tatsächlich gibt es, soweit ich weiß, zumindest eine Ausnahme, nämlich Hustenmittel. Denn die Geschmacksrezeptoren für Süß parasympathische Nerven anregen und damit auch die Schleimsekretion in der Lunge anregen. Zum besseren Abhusten also genau das richtige. Da mich leider von meinem Infekt vor Weihnachten immer noch der Husten plagt, habe ich mal wieder etwas neues ausprobiert. Eibischtee trinke ich schon die ganze Zeit. Der beruhigt und tut vor allem gut, wenn man schon so viel gehustet hat, dass der Hals vom Husten schon wieder weh tut. Aus Österreich war mir noch so leckerer Eibischteig in Erinnerung, den man dort zwischen den Hustenbonbons findet. Das ist so eine Art Schaumzucker, der nach Eibisch und Rosenwasser schmeckt – sehr lecker und hilft! Übrigens stand der Eibischteig sogar bei den Zuckerbäckern Pate für Marshmallows, Mäusespeck oder wie auch immer man das süße schaumige Zeug nennt. In Frankreich heißt er sogar noch pâte de guimauve, also wörtlich übersetzt Teig aus Eibisch, auch wenn gar kein Eibisch mehr drin ist. Und auf Englisch heißt der Eibisch übrigens marshmallow, also Sumpfmalve. Schaumzucker aus dem Eibisch zu machen, war mir etwas zu aufwändig, aber den leckeren Geschmack von Eibischteig plus die Wirkung müsste man doch auch als Sirup hinkriegen können, oder? So der Plan und zumindest das mit dem Geschmack hat funktioniert, auch wenn die Optik ein bisschen zu wünschen übrig lässt… Man nehme dafür:

100 g Rosenwasser
25 g getrocknete Eibischwurzel
100 g Wasser
40 g Honig

Zuerst setzt man die Eibischwurzel mit dem Rosenwasser in einem Rührbecher an und lässt sie zwei Stunden einweichen. Dabei entwickelt sich eine schleimige Konsistenz, die aber erwünscht ist, weil gerade die Schleimstoffe gut für die angegriffenen Schleimhäute sind. Diese Mischung püriert man dann mit dem Pürierstab eine Weile, füllt sie mit der angegeben Wassermenge auf und lässt es noch ein bisschen stehen. Dann streicht man die Masse durch ein Sieb und erhitzt sie leicht, entweder im Topf oder in der Mikrowelle (nicht zu sehr, das schadet sonst den Schleimstoffen), damit sich der Honig gut darin löst. In einem sauberen Fläschchen in Kühlschrank aufbewahrt hält es sich einige Tage. Es könnte aber auch sein, dass es vorher weg ist, denn auch wenn es aussieht wie brauner Glibber aus der Kläranlage, es riecht total gut und schmeckt sehr lecker – sehr ähnlich wie der Eibischteig in Österreich. Gerade bei nervigen Hustenanfällen beruhigt es sehr gut und ist wie ein Balsam für den Hals. Medizin darf manchmal auch einfach lecker sein 😉

Habt ihr vielleicht Lust, mir eure Hausmittel gegen Husten zu verraten? Im Moment wäre ich eine dankbare Testperson.

Geschenke aus der Hexenküche: Endstand und Verlosung

Und schön war es wieder 🙂

Besser spät als nie und immerhin schaffe ich es gerade noch in diesem Jahr, die Geschenke aus der Hexenküche abzuschließen. Ich muss mich wirklich sehr bei euch entschuldigen, aber in der Woche vor Weihnachten hatte mich ein richtig fieser Infekt erwischt und, außer hustend und schniefend im Bett zu liegen, habe ich da irgendwie gar nichts hingekriegt. Nicht einmal die Weihnachtsplätzchen haben richtig geschmeckt… Zum Glück ist das jetzt überstanden und ich kann euch die Geschenkideen, wenn auch etwas verspätet, so doch jetzt komplett präsentieren.

  • Goldeule zeigt uns, wie man mit Kartoffeldruck weihnachtliches Geschenkpapier selbst designen kann.
  • Bei Doris gibt es duftende Duschfizzies für alle, die gerne heiß duschen. Außerdem hat sie ein leckeres Früchtebrot kreiert – mit echtem Brotteig und für alle, die es nicht (mehr) ganz so süß mögen. Das schmeckt sicher auch noch nach Weihnachten.
  • Auch aus Atessas Hexenküche kommen dieses Jahr wieder leckere und gesunde Sachen: ein köstlich klingender Linsenaufstrich und zwei tolle Salben sowie eine Räuchermischung für arme Schnupfnäschen. Zumindest für mich kam der Tipp mit der Salbe genau richtig 😉
  • Und bei mir findet ihr eine Anleitung, wie man herrlich schokoladige Massagebutter selber machen kann.

Vielen Dank, ihr Lieben, für eure tollen Beiträge! Manche davon eignen sich auch für die Zeit nach Weihnachten noch prima. Jetzt fehlt also nur noch die Verlosung. Zumindest die Anzahl der Lose ist überschaubar.

Drei Lose für den Lostopf.

Zum Glück lässt sich meine Glücksfee nie lange bitten und hat auch diesmal gerne die Gewinnerin gezogen und die ist dieses Jahr:

Die liebe Doris aus der Efeuwildnis.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Doris! Zwecks Gewinn melde ich mich noch einmal persönlich bei dir. An dieser Stelle möchte ich mich aber noch einmal bei allen meinen Lesern und fleißigen Kommentar-Schreibern bedanken. Ohne euch wäre das Bloggen ziemlich langweilig! Auf ein neues, schönes Blogjahr 2017. Ich wünsche euch allen:

Einen guten Beschluss und
ein wunderschönes neues Jahr 2017!