Minze trifft Holunderblüte

Es muss nicht immer alkoholisch sein 😉

Minze und Holunderblüte – das ist einfach eine tolle Kombination und das nicht nur als alkoholisches Trendgetränk. Vorausgesetzt man hat auch die richtige Minze dafür parat. Die eher mentholhaltige Pfefferminze harmoniert nämlich nicht so gut mit dem Holunderblütenaroma, das muss schon eine Sorte in Geschmacksrichtung Grüne Minze sein. Ob sie dann marrokanische Minze, Spear Mint oder Hugo-Minze heißt, macht keinen Unterschied. So ein Exemplar darf auch dieses Jahr in meinem Minzkasten auf dem Balkon nicht fehlen und da der Holunder im Moment so üppig blüht, ließ die entsprechende Nachspeise nicht lange auf sich warten. Die Zutaten sind:

1 Dolde Holunderblüten
einige große Minzblätter
130 ml Hafermilch/Milch o.ä.
1 Päckchen Schlagcreme
ein paar Erdbeeren

Die Milch wird zuerst erhitzt und dann über die klein gezupfte Holunderblütendolde und die geschnittenen Minzblätter gegossen. Das Ganze lässt man etwa eine Viertelstunde ziehen und stellt es dann zum Kühlen in den Kühlschrank. Wenn die Mischung kalt ist (sonst funktioniert die Schlagcreme nicht), werden die Kräuter abgesiebt und die Milch mit dem Schlagcremepulver aufgeschlagen. Wenn man mag, kann man die Creme noch mit ein paar Erdbeeren oder Himbeeren garnieren, aber sie schmeckt auch pur sehr lecker. Und für alle, die komplett auch Milchbestandteile verzichten, gibt es die Schlagcreme inzwischen sogar in vegan (nein, ich werde nicht von der Firma gesponsert, ich liebe die Schlagcreme nur einfach 😉 ).

Wenn man es botanisch ganz genau nimmt, hat der Holunder übrigens gar keine Blütendolden, sondern Schirmrispen. Bei einer Dolde entspringen nämlich alle Blüten in einem Punkt. Falls ihr Sammeln geht, könnt ihr ja mal genau hinsehen 😉

Und weil die Holunderblüten-Minz-Creme nicht nur mir so gut geschmeckt hat und ich zu einem netten Kräuter-Wettbewerb von der DIY-Plattform talu.de eingeladen wurde, teile ich das Rezept nicht nur hier mit euch, sondern auch mit den talu-Lesern. Schaut doch mal hier vorbei. Da wird es hoffentlich bald ganz viele leckere Kräuterrezepte von verschiedenen Blogs geben. Ich bin schon gespannt und freue mich natürlich auch, wenn ihr mir dort ein Like verpasst 🙂 Und falls ihr Lust habt selbst dabei zu sein, könnt ihr euch auch dafür bewerben.

Zwei kleine Nothelfer bei Mückenstichen

Ja, jetzt ist wieder Sommer. Blühender Holunder, erste Sommerfrüchte und lauer Abende auf dem Balkon. Allerdings gefällt das warme Wetter nicht nur uns, sondern auch den Insekten. Klar, über Schmetterlinge und Bienchen freuen sich die meisten, aber spätestens, wenn sich die sechsbeinigen Nachbarn mit einem hohen Summton nähern und auf unser Blut aus sind, hört bei den allermeisten die Tierliebe auf 😉 Eigentlich wäre ein Mückenstich ja auch nicht so schlimm, zumindest in unseren Breiten, wo wir dadurch (noch?) keine Krankheiten zu befürchten haben, wenn er bloß nicht so jucken würde. Zum Glück gibt es da ein paar gute Hausmittel, die ich nach meinem letzten Waldspaziergang auch gut gebrauchen konnte. Meine beiden Lieblinge darunter sind im Moment Lavendelöl und Epsom-Salz.

Lavendelöl gehört zu den wenigen ätherischen Ölen, die man als Erwachsener ohne Probleme pur auf der Haut anwenden kann. Und genau so hilft es auch super gegen juckende Mückenstiche. Einfach ein paar Tropfen auf ein Tüchlein oder Wattepad und die Stiche damit einreiben. Das klingt so simpel und hilft so schnell und zuverlässig.

Eis hilft ja innerlich angewandt gegen manche Leiden, aber auch gegen Mückenstiche?

Weniger bekannt bei uns ist, dass auch Magnesiumsulfat sich bei Juckreiz einsetzen lässt. In den englischsprachigen Ländern wird das Epsom salt (es heißt dort so, weil es früher vor allem im Kurort Epsom aus dem stark Magnesiumsulfat-haltigen Wasser hergestellt wurde) als so eine Art Universalhausmittel verwendet. Gegen Sonnenbrand und Muskelkater, für schöne Haut und Haare und sogar als Magnesiumdünger für die Topfpflanzen – die ihm zugesprochene Liste an Wirkungen ist lang. Und ich bin am probieren, welche Rezepte ich euch vielleicht demnächst guten Gewissens weiterempfehlen kann. Eines davon hat mir die letzten Tage schon geholfen: das bug bite remedy. Dafür nimmt man:

ca. 200 ml Wasser
1 TL Epsom-Salz (~ 5 g)

Das Wasser kocht man erst auf und löst dann darin das Salz auf. Dieses Salzwasser stellt man in einem passenden Gefäß in den Tiefkühler und lässt es gefrieren. Durch den Salzanteil wird es kein fester Eisblock, sondern bekommt eine Konsistenz wie etwa Sorbet. Es lässt sich also mit dem Finger oder einem Löffel auf den Stich auftragen. Eine Alternative wäre auch, das Salzwasser in Lippenstifthülsen und Eisförmchen zu füllen. Dann könnte man es direkt auf der betroffenen Stelle anwenden. Mir hat es gut geholfen und etwas Kühles auf der Haut ist bei den Temperaturen auch angenehm.

Allerdings bin ich im Moment auch wieder am Experimentieren mit Duftmischungen, die den kleinen Plagegeistern den Appetit schon im Vorfeld vermiesen. Mal sehen, ob ich euch da bald Neues berichten kann. Oder habt ihr vielleicht noch den ein oder anderen Geheimtipp gegen die lieben Mücken und ihre juckenden Andenken? Ich wünsche euch auf jeden Fall schöne laue Sommerabende zum Genießen!

Waldmeisterpudding – nicht in Grün und ohne Kochen

Waldmeister im Maiwald

Ein Mai ohne Waldmeister ist für mich kein echter Mai. Der gehört einfach dazu. Das fängt natürlich bei der traditionellen Maibowle an und geht erst Mal Richtung Pudding weiter. Auch wenn ich zugeben muss, dass meine Erfahrungen mit Waldmeisterpudding etwas ambivalent sind. Das fing schon in der Kindheit damit an, dass ich Wackelpudding eigentlich nie sonderlich gerne mochte, er aber eine der wenigen Möglichkeiten darstellte an das geliebte Waldmeisteraroma zu kommen. Außerdem entdeckte ich an ihm das physikalische Phänomen der Resonanzkatastrophe. Wenn man einen Körper mit einer bestimmten Frequenz hin- und herbewegt, fängt er an zu schwingen. Trifft man dabei zufällig seine Eigenfrequenz, verstärkt sich die Schwingung so stark, dass Brücken einstürzen können, wenn eine Kolonne im passenden Takt darüber marschiert. Resonanzkatastrophe eben. Beim Wackelpudding führte es nur dazu, dass er über den Tisch auf den Teppich wabbelte. Ich fand es faszinierend, auch wenn meine Eltern die Begeisterung nicht teilten. Weiter gingen die Waldmeistererlebnisse zu Studienzeiten, als eine Freundin extra für mich Waldmeisterpudding aus getrockneten Waldmeister machte. Die Hauptzutaten ihrer Kreation waren allerdings Zucker und Schnaps – super lecker, nur leider stieg nur schon die erste Schüssel davon so in den Kopf, dass ich für den Rest des Abends auf flüssigen Alkohol verzichtete …

Dabei braucht man für gutes Waldmeisteraroma weder künstlichen Glibber noch Alkohol. Nicht mal knallgrün muss es sein. Als Basis für viele Rezepte verwende ich eine Waldmeisterbowle auf Saftbasis. Die schmeckt auch pur oder mit Mineralwasser verdünnt sehr lecker. Man nehme:

1 Bund Waldmeister
l l Trauben- oder Apfelsaft

Den Waldmeister binde ich m liebsten mit einem Faden zusammen und lasse ihn in eine Karaffe mit dem Saft hängen. Über Nacht nimmt der Saft dann das Aroma des Waldmeisters an. Um aus dem Waldmeistersaft einen schnellen Pudding zu bereiten braucht man

200 ml Walsmeistersaft
1 EL Flohsamenschalen

Die Flohsamenschalen rührt man sorgfältig unter den Saft und lässt das Ganze eine Viertel- bis Halbestunde im Kühlschrank quellen. Fertig ist der Pudding – ganz ohne Kochen und, wenn man roten Traubensaft nimmt, hat er auch noch eine ganz ungewohnte Farbe. Kräftig nach Waldmeister schmeckt er aber trotzdem 😉

Nicht grün, aber trotzdem sehr waldmeisterig

Mögt ihr den Waldmeister auch so gerne? Und verratet ihr mir vielleicht, was ihr am liebsten aus ihm zaubert? Ich bin da immer offen für neue Waldmeisterideen 🙂

Blütenzart für die Haut

Sie so blütenzart aus wie es duftet, das Schlehenblütenöl.

Manchmal sind die einfachsten Rezepte doch die besten. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich noch, das Schlehenblütenöl (gibt es übrigens sogar für teuer Geld zu kaufen) für die Haut so gut sein soll. Es soll sie beleben, straffen und den Hautstoffwechsel anregen. Genau das richtige also für eine kleine Frühjahrskur, um die müde Winterhaut auf die warme Jahreszeit vorzubereiten. Da bei uns hinten am Feld die Schlehenbüsche sehr reichlich blühen, dachte ich mir, das muss man doch auch selber machen können. Mit einem Gläschen zog ich los. Tatsächlich braucht man auch nicht viel, nur:

1 leeres Marmeladenglas o.ä.
Schlehenblüten
Mandel- und Jojobaöl

Das Glas habe ich etwa zur Hälfte mit Schlehenblüten voll gesammelt. Daheim habe ich sie erst noch einmal auf einem Tuch auf dem Balkon ausgebreitet, damit die eventuell vorhandenen Tierchen fliehen können. Danach habe ich die Blüten leicht mit Weingeist eingesprüht, um die gröbsten Keime los zu werden, die das Öl ranzig werden lassen könnten. Wieder zurück im Glas durften die Schlehenblüten in einer Mischung aus Mandel- und Jojobaöl etwa zwei Wochen lang an einem warmen, dunklen Ort ziehen. Wichtig ist, dass die Blüten gut mit Öl bedeckt sind, sonst fangen sie gerne an zu schimmeln. Das wäre schade. Schon nach einigen Tagen fing das Öl an wunderbar mit einer leichten Bittermandelnote zu duften. Nach der Ziehzeit wird die Blüten-Öl-Mischung am besten durch ein Küchentuch gefiltert und in einer sauberen, dunkeln Flasche aufbewahrt.

Ob das Öl all die Wirkungen hat, die ihm zugesprochen werden, ist schwer zusagen. Auf jeden Fall reibe ich mich sehr gerne nach dem Duschen damit ein, denn es hinterlässt ein ganz blütenzartes Hautgefühl und duftet lieblich nach Frühling. Was will man mehr? Habt ihr auch schon solche Blütenöle verwendet oder gar selbst hergestellt? Nach dem geglückten Experiment habe ich nämlich Lust auf mehr 🙂

Giersch: Unsägliches Unkraut oder einfach nur lecker?

Eigentlich sieht er so doch ganz zart und harmlos aus, der Gärtnerschreck.

Oder vielleicht beides? Naja, ich habe gut reden, denn ohne eigenen Garten ist der Giersch für mich einfach nur eine Wildpflanze wie all die anderen und eine sehr leckere noch obendrein. Sein Aroma mag ich zwar roh auch sehr gerne – frisch geerntet riecht er so wunderbar lieblich-würzig, dass ich meine Nase gar nicht mehr aus der Erntetüte nehmen wollte – aber auch gekocht behält er einiges davon. Für mein erstes Wildkräutergericht dieser Saison habe ich ihn zu Blinis verarbeitet. Die schmecken zwar auch ganz ohne Giersch, mit ihm erhalten sie allerdings noch eine besondere frische Note. Gemacht sind sie eigentlich recht schnell und einfach. Als Zutaten braucht man:

200 g Vollkornmehl
300 ml Mandelmilch, Milch o.ä.
1 EL Öl
(1 Ei optional)
1/2 TL Salz
eine Prise Zucker
1/2 Päckchen Trockenhefe
2 Hand voll Gierschblätter

Zuerst vermischt man Mehl, Hefe, Salz und Zucker, dann rührt man das Öl und evtl. auch das Ei ein und anschließend Schluck für Schluck die Milch, bis ein schön glatter Teig entstanden ist. Dieser muss dann etwa eine halbe Stunde gehen. Genug Zeit also, um den Giersch zu ernten, zu waschen, putzen und in Streifen zu schneiden. Nach der Zeit sollte der Teig eindeutig an Volumen gewonnen haben und fleißig Blasen werfen.

Der Teig blubbert ordentlich, der Giersch ist geschnitten. Dann kann es ja losgehen.

Dann werden die geschnittenen Gierschblätter vorsichtig untergerührt. In eine Pfanne mit etwas Öl bäckt man nun jeweils eine Suppenkelle von dem Teig zu kleinen Pfannküchlein, die von beiden Seiten schön goldbraun sein dürfen. Und dann muss man sich nur noch beherrschen, nicht gleich alle warm direkt aus der Pfanne zu essen 😉

Und fertig sind die Blini mit Unkraut.

Sie schmecken nämlich auch ohne alles ziemlich saftig und lecker. Ansonsten passen dazu auch Kräuterquark, Sauerrahm, Frischkäse und sogar süß mit Apfelmus oder roter Grütze machen sie sich gut. Aufwärmen lassen sie sich übrigens ganz schnell und einfach im Toaster.

Welches Mehl?

Traditionell werden Blini eigentlich mit Buchweizenmehl gebacken (also sogar glutenfrei). Das ist auch eine meiner liebsten Varianten. Prinzipiell kann man dafür aber auch Weizen- oder ein beliebiges anderes Mehl nehmen. Ich mag es total gerne, wenn das Mehl dafür eher kräftig im Geschmack ist. Meine auf dem Bild habe ich mit Emmervollkornmehl gebacken. Das ist eine meiner Neuentdeckungen und schmeckt sehr angenehm nussig. Da sind eurer Fantasie also keine Grenzen gesetzt und natürlich ist Giersch auch nicht das einzige, was man mit einbacken kann.

Und habt ihr auch schon eure ersten Wildkräuterexperimente in der Küche gemacht? Im Moment fängt ja langsam alles an zu sprießen. Sehr verlockend finde ich auch das Rezept, das die liebe KrautLiese auf ihrem Blog vorstellt, wie man aus Huflattich quasi Huflattichspargel machen kann.

Zuerst

Die liebe Technik…

… will manchmal nicht so, wie wir wollen. Das kennt ihr sicher alle. Deswegen möchte ich mich bei allen entschuldigen, die in letzter Zeit beim Klick auf einen Post oder dem Versuch, einen Kommentar zu schreiben, nur eine Fehlermeldung bekamen. Das Problem sollte jetzt behoben sein. Falls etwas nicht funktioniert, bin ich für eine kurze Nachricht immer dankbar (einfach an mirjam[at]kleine-miri.de). Daher an dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an die beiden aufmerksamen Leserinnen, die sich bei mir gemeldet hatten!

Das liebe Bienchen hat offenbar auch großen Hunger auf Frühling.

Eine schöne Woche wünsche ich euch allen mit hoffentlich einer schönen Portion Frühling. Habt ihr auch schon so große Sehnsucht nach den ersten Frühlingskräuter? Ich bin in letzter Zeit so oft auf die Wiesen geschlichen, um nachzuschauen, was da schon sprießt. Vielleicht gibt es ja bald ein paar leckere Sachen damit. Hättet ihr Lust auf ein paar kräuterige Frühlingsrezepte?