Winter in der Hexenküche: Duftige Seifen

Hoffentlich seid ihr alle gut ins neue Jahr gekommen. Ich wünsche euch jedenfalls ein frohes neues Jahr – voller Gesundheit, Glück und all der anderen Dinge, die zu einem guten Jahr gehören. Und es freut mich sehr, dass ich das neue Jahr hier im Blog gleich mit zwei tollen Beiträgen eröffnen kann. Als wäre es abgesprochen gewesen, drehen sich beide um das Thema selbstgemachte Seifen. Einmal in der einfacheren, gegossenen Version von Doris, die ihr weiter unten als Gastbeitrag lesen könnt, und einmal in der gesiedeten Profiversion bei Atessa. Bei ihr gibt es auch einen kleinen Rückblick auf die Rezepte, die sie bei den letzten Winterevents der Hexenküche vorgestellt hat. Da kommen nostalgische Gefühle auf. Wie gut, dass das Hexenküchen-Event diesmal nicht zu Weihnachten aufgehört hat. Vielen Dank, ihr beiden, für die schönen Ideen!

Hier kommt wie angekündigt Doris‘ Gastbeitrag. Viel Spaß beim Lesen und inspirieren Lassen 🙂

Kräuter sind zum Waschen da, falleri und fallera!

Küchenkreation mal anders, denn das Produkt taugte definitiv nicht zum genussvollen Reinbeissen. Macht aber nichts; es darf ja durchaus auch mal was Praktisches aus der Küche kommen. Nein, Corona und der Aufruf zum vermehrten Händewaschen hatten nichts mit diesem kleinen Projekt zu tun; das hat sich einfach so ergeben. Ich wollte nämlich schon seit Jahren Seife machen, eine ganz einfache, ohne Explosionsgefahr oder sonstwas. Seifensieden ist eine tolle Sache (wenn man es kann) und ich liebe schöne handgemachte Seifen, aber nein – dafür ist mein Respekt vor der Chemie bei dem Ganzen zu groß. Das probiere ich lieber unter professioneller Anleitung, wenn man wieder irgendwann irgendwo einen Kurs so mit „live und in Farbe“ buchen kann.

Als Grundidee wollte ich eine transparente Seife mit Kräutern aus meinem Garten beduften. Zitronenmelisse, Lavendel, Pfefferminze und Salbei standen getrocknet zur Auswahl. Im Sommer suchte ich mir im örtlichen Bastelgeschäft eine Gießseife aus: Schmelzen im Wasserbad, mit Farbe und Duft nach Wunsch bearbeiten, gießen, aushärten lassen, fertig. So muss das – das ist ein Rezept nach meinem Geschmack.

Die Herstellung passierte dann aber doch erst kurz vor Weihnachten. Ging ganz schnell und einfach, nur hatte ich mir das Ergebnis spektakulärer vorgestellt. Die getrocknete Melisse kam auch nach dem Zermösern von der Intensität nicht mehr an das frische Original heran. Blöd, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet, aber Not macht erfinderisch: Ein paar Tropfen Grapefruitöl würden der Zitronennote auf die Sprünge helfen, dachte ich. Nur hätte hier offensichtlich ausnahmsweise „mehr ist auch mehr“ gegolten, denn die Gießseife verschluckte auch diesen Duft leider so ziemlich. Immerhin gabs was fürs Auge: Die Transparenz hatte ich mit einem Klecks Lebensmittelfarbe gelblich eingefärbt; das passte ganz gut zum Melissengrün und ergab interessante Effekte mit dem getrockneten Kraut in der Seife.

Hinterher ist man ja immer schlauer, deshalb nehme ich beim nächsten Mal getrocknete Lavendelblüten für ein hoffentlich intensiveres Duftergebnis und kombiniere das mit der Farbe Blau. Versuch macht klug, was solls – Händewaschen klappt allemal mit meiner Erstproduktion. Bis dahin halte ich auch Ausschau nach weiteren Gießformen. Eiswürfelförmchen, abgeschnitte Joghurtbecher, Keksverpackungen – da geht vieles. Wie ihr seht, kann man sogar Seifen für die Katzenwäsche machen!

Wow, zum Anbeißen sehen sowohl die Seifen von Doris als auch von Atessa aus. Und dann noch nett als kleine Pralinchen verpackt 😉 Das Seifensieden ist auch eine der Sachen, die schon lange mal ausprobieren wollte. Aber da fange ich wie Doris vielleicht lieber mal kleiner an, denn in irgendeiner Schublade habe ich auch noch einen Block Gießseife liegen. Vielleicht lässt die sich mit den richtigen Beigaben auch noch ein bisschen handfreundlicher machen. Jetzt bin ich gerade mal wieder eine Woche auf der Arbeit und meine Hände sehen vom vielen Waschen schon wieder aus, als würde ich sie nie eincremen. Geht euch das auch so? Oder habt ihr dagegen ein Geheimrezept? Ich freue mich jedenfalls auch schon auf die Zeit, wo wir wieder unbeschwert Kurse „live und in Farbe“ besuchen können.

Und zwecks getrockneter Melisse habe ich noch einen Tipp bekommen, den ich nächstes Jahr selbst gerne ausprobieren will. Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Zitronenmelisse beim trocknen einen Großteil ihres schönen Aromas verliert. Sie lässt sich frisch einfach am besten verarbeiten. Es gibt aber noch eine andere Kräuterart, die sog. „Weiße Melisse“ (Nepeta cataria var. citriodora), eigentlich eine Varietät der Katzenminze nur mit einem ähnlichen Aroma wie die Zitronenmelisse. Sie behält ihren Duft beim Trocknen wohl ganz gut und war früher ein beliebtes Kraut im Bauerngarten. Selbst habe ich sie noch nicht probiert, aber sie steht auf meiner Liste der Teekräuter, die ich gerne noch ausprobieren will. Falls ihr mögt, stelle ich euch demnächst mal meine neuen Sternchen am Kräuterteehimmel vor, die mit den Winter in der Hexenküche erhellen. Und fleißig am Planen für die nächste Hexengartensaison bin ich natürlich auch schon 😉

Winter in der Hexenküche: Sommererinnerungen im Glas

Es gibt wohl Studien dazu, dass Kindern, die mit künstlichen Aromen aufwachsen, natürliche Aromen irgendwann nicht mehr schmecken. Wenn der Joghurt mit Erdbeeren einfach nicht schmeckt, wie der Erdbeerjoghurt aus dem Laden, der nie eine Erdbeere gesehen hat, mag das sicher gewöhnungsbedürftig sein. Was ich mich da immer gefragt habe, wenn das zitiert wird: Hat das auch jemand mal andersherum untersucht? Das geht mir nämlich mit manchen Lebensmitteln so, ganz besonders auch mit Marmelade. Die gab’s bei uns daheim eher selten und, wenn, dann selbstgemacht in den Varianten Johannisbeere (aus dem Garten), Himbeere/Brombeere (aus dem Wald) und Powidl (=Pflaumenmus, aus der Feldhecke). Selbst habe ich selten Marmelade daheim. Wenn ich mal auswärts frühstücke, probiere ich immer mal wieder ein Marmeladenbrötchen, nur um festzustellen, dass mir Marmelade nicht so recht schmeckt. Wobei das bei genauerem Hinsehen, nicht ganz zutrifft, sondern mir die gekaufte Marmelade (bis auf unser lokales Hiffenmark) nicht so schmeckt. Bei den selbstgemachten Kreationen sieht das etwas anders aus, bloß die bekomme ich halt seltener.

Wer braucht Duftkerzen, wenn es so etwas gut duftendes wie Quitten gibt?

Dieses Jahr habe ich schon im Frühsommer aus unseren Felsenbirnen eine Art Marmeladen-Grütze bereitet, die es mir angetan hat. Ein Gläschen habe ich sogar geschafft bis jetzt aufzuheben. Im Herbst wurde ich mit Äpfeln und Quitten reich beschenkt und habe ganz fleißig eingekocht. Das meiste in Form von Mus, nach dem ganz einfachen Schema:

10 Teile Apfel (und Quitte), 1 Teil Apfelsaft

Und selbstgemachtes Mus ist einfach eine ganz andere Hausnummer als das aus dem Laden, auch wenn es da einige Sorten „Apfelmark“ gibt, die ich echt gerne mag. Das leckerste Mus, das je in meiner Vorratskammer stand, ist meine Variante 1 Teil Quitte : 2 Teile Apfel. Durch die Quitten kommt noch so ein richtig rosig, sommerliches Aroma mit hinein. Einfach himmlisch.

Analog zur Felsenbirnengrütze wollte ich dann auch noch ein bisschen Quittengrütze einmachen. Da Quitten wohl deutlich besser gelieren als Felsenbirnen ist dann doch eher eine Art Quittenmarmelade mit Stückchen geworden, aber auch sehr lecker in zwei Varianten:

Quittenstückchen in Granatapfelsaft – mmh…

300 g Quitte, klein gewürfelt
300 g Granatapfel- bzw. Apfelsaft
100 g Gelierzucker 3:1
2 EL Zitronensaft

Alles zusammen aufkochen, für vier Minuten sprudeln kochen lassen und dann heiß in saubere Gläser füllen. So lässt sich die Leichtigkeit des Sommers wenigstens geschmacklich für den Winter konservieren.

So kann der Winter kommen 😉

Habt ihr auch eure Lieblingsrezepte, wie ihr die Fülle von Sommer und Herbst ins Glas bekommt? Oder welche anderen Schätze liegen in euren Speisekammern?

Winter in der Hexenküche: Pfeffernüsse und Pfaffenkappen

Plätzchen backe und esse ich eigentlich das ganze Jahr gerne, aber im Advent und zwischen den Jahren haben sie natürlich einen ganz besonderen Stellenwert und gehören einfach dazu. Höchste Zeit mit dem Plätzchenbacken anzufangen, wo doch schon 3. Advent ist. Da habe ich mich über den Beitrag von Andreas besonders gefreut, in dem er uns gleich zwei alte Familienrezepte verrät. Sehr lecker sind übrigens beide. Ich hatte in den letzten Jahren schon das Glück, sie von ihm zu kosten. Da gemeinsames Backen dieses Jahr nicht so ganz dem Geist der Zeit entspricht, können wir uns ja auf’s Rezepte teilen verlegen. Los geht’s 🙂

Liebe Mirjam,  
Bei Deinem „Winter in der Hexenküche“ Event bin ich gerne mit dabei. Auch den Zeitrahmen finde ich eine gute Idee. Mich nervt diese „Ab September essen wir Lebkuchen und ab 27.12. haben wir von Weihnachten und dem Winter die Nase voll!“ Einstellung sehr.  
Bei Winter und Küche denke ich spontan an Weihnachtsplätzchen (oder -Kekse, wenn Euch das lieber ist). Früher hat uns meine Tante reichlich mit Plätzchen versorgt, seit einigen Jahren bin ich selbst eingestiegen, denn Weihnachtsplätzchen müssen einfach selbstgebacken sein. Gerne auch von Freunden oder Familie, nur gekauft geht gar nicht! 😉 Inzwischen gehört das Backen (natürlich mit Weihnachtsmusik) bei mir fest zur Adventszeit dazu. In diesem verrückten Jahr musste das gemeinsame Backen mit Freunden natürlich ausfallen und ich werde mich wahrscheinlich auf drei Sorten beschränken, aber ganz verzichten möchte ich nicht.   

Neben einigen alten und modernen Rezepten, die ich immer wieder wechsle habe ich zwei alte Familienrezepte, die jedes Jahr dabei sein müssen. Temperatur und Backdauer sind auf meinen Ofen abgestimmt, da ist jeder Ofen etwas anders. Anfangs hatte ich „Versuchsreihen“ mit vier oder fünf Plätzchen gemacht und im Minutenabstand ein Plätzchen nach dem anderen aus dem Ofen geholt, um die beste Backdauer herauszufinden.   Als erstes, meist schon im Lauf des Novembers, backe ich Pfeffernüsse nach dem Rezept meiner Tante. Peffernüsse sind kein reines Weihnachtsgebäck und brauchen einige Wochen Lagerzeit, bis sie am besten sind. Anfangs sind sie ziemlich hart, schmecken aber auch so schon gut. Äpfel mit in der Blechdose zu lagern ist übrigens nicht nötig, sie werden auch von alleine weicher. Es handelt sich um ein „großes“ Rezept und die einfache Menge reicht meist über den Winter.

Pfeffernüsse

Zutaten:
6 Eier
1 Pfund Zucker
½ Pfund Farinzucker
¼ Pfund Butter
1 Teelöffel Kakao
1 Teelöffel Nelken
1 Teelöffel Zimt
1 Esslöffel Anis
2 Messerspitzen Pfeffer
15g Hirschhornsalz
1 ½ Pfund Mehl
1 gehäufter Teller gemahlene Nüsse (= 200g)
½ Päckchen Lebkuchengewürz (ein ganzes schadet aber auch nicht)  

Zubereitung:
Zutaten verrühren (nicht mit dem Rührgerät, sondern mit dem Kochlöffel) und durchkneten, Teig über Nacht kühl stellen. Wieder etwas warm werden lassen und nochmal gut durchkneten. Nicht zu dünn ausrollen, mit einer runden Plätzchenform ausstechen. Oberseite mit Wasser bepinseln und mit einer Prise Zucker oder Farinzucker bestreuen. Mit Farinzucker bekommen sie einen leichten Karamellgeschmack. Bei 200° Umluft ca. 10 Minuten backen.

Anmerkungen:
Reicht für eine große Plätzchendose.
Wenn sie aus dem Ofen kommen, riecht es durch das Hirschhornsalz etwas streng. Das ist normal und wirkt sich nicht auf den Geschmack aus.
Sie sind am Anfang etwas hart. Am besten schmecken sie, wenn sie einige Wochen in einer Blechdose gelagert werden.
Das zweite Rezept, das keinesfalls fehlen darf, sind Pfaffenkappen nach dem Rezept meiner Großmutter mütterlicherseits. Zumindest mein jüngster Neffe wäre sehr betrübt, wenn ich keine machen würde. Hier mache ich meist das dreifache Rezept und musste manchmal schon nachbacken, weil sie zu schnell weg waren. Mein Neffe wünscht sie sich seit einiger Zeit auch zu Ostern, so dass ich am Palmsonntag nochmal Weihnachtsplätzchen backe (auch mit Weihnachtsmusik ;-)). Die Plätzchen sollten sehr groß sein, in etwa wie ein Lebkuchen. Ich finde, dass sie nicht so gut schmecken, wenn sie kleiner sind, da sie dann nicht so weich bleiben.  

Paffenkappen

Zutaten:
150 g Zucker
60 g gemahlene Mandeln
350 g Mehl
2 Eier
150 g Butter
170 g Hiffenmark (Hagebuttenmarmelade) – ca. ½ Glas
Andere Marmelade geht auch, aber mit Hiffenmark schmeckt es am besten.

 Zubereitung:
Alle Zutaten bis auf die Butter verrühren. Butter einarbeiten und gut durchkneten. Nicht zu dünn ausrollen, dann Kreise mit ca. 7,5 cm ausstechen (z.B. mit einem Colaglas vom Mäc), in die Mitte einen Klecks Hiffenmark und wie einen Dreispitz zusammenklappen.
Bei 150° Umluft ca. 18 Minuten backen. Die Plätzchen sollten nur an den Rändern leicht braun werden.  

Liebe Grüße,
Andreas

Oh, da läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur die Bilder sehe. Und ich liebe Hiffenmark. Das ist eine der wenigen Marmeladensorten, die ich kaufe. Einerseits ist das von unserer Regionalmarke recht lecker, andererseits ist es eine recht mühselige Arbeit mit den Hagebutten. Das macht mir jetzt richtig Lust auf’s Backen 🙂 Vielen lieben Dank, Andreas!

Vielleicht wundert ihr euch, warum der Adventskranz eine andersfarbige Kerze hat. Dazu hat mir Andreas die Geschichte auch erzählt. Traditionell orientierten sich die Kerzenfarben auf dem Adventskranz an den liturgischen Farben der Adventssonntage. Da der Advent früher wie die Zeit vor Ostern eine Zeit der Besinnung und Buße war und auch eine Fastenzeit, ist die zugeordnete Farbe violett. Nur der 3. Adventssonntag hat wie der 4. Sonntag der Fastenzeit die liturgische Farbe Rosa, also ein aufgehelltes Violett, um die Freude auf das anstehende Fest auszudrücken (der 3. Advent heißt auch Gaudete = Freuet euch). So waren die Kerzen 1, 2 und 4 des Adventskranzes violett und die dritte rosa. Also weit ab von dem uns gewohnten „weihnachtlichen“ Farbschema grün-rot-gold. Mancherorts hat es sich erhalten, dass die 3. Kerze immer noch eine andere, meist hellere Farbe hat. Bei den meisten richtet sich die Kerzenfarbe wohl eher nach dem Geschmack des Aufstellers, da gibt es ja alles. Aber die vorweihnachtliche Fastenzeit ist auch recht in Vergessenheit geraten 😉

Winter in der Hexenküche: Aus dem winterlichen Garten

Diesmal sind meine lieben Leser schneller mit dem Beiträge Schreiben bei der Hand als ich, gleich zwei erreichten mich letztes Wochenende. Ich habe mich sehr gefreut 🙂 Da fangen wir doch heute gleich mal mit dem von Iris und Bernd an. Er ist auch quasi eine winterliche Fortsetzung von den „Vogelfreu(n)den im Garten“ und natürlich wieder mit schönen Fotos von den gefiederten Nachbarn. Aber schaut selbst:

Eigentlich schätzen wir beide den Herbst und auch den Winter ganz besonders (wir sind halt beide Winterkinder). Doch in diesem Jahr war uns der Gedanke, vom sommerlichen Garten Abschied zu nehmen, doch etwas bedrückend: Unsere täglichen Vogelbegegnungen und der farbenfrohe Anblick der Blüten unserer Kräuter und Blumen haben uns diesmal besonders Freude geschenkt.

Umso froher waren wir, als wir merkten, dass es in unserem Garten diesmal auch ausgesprochen weit in die Herbstmonate hinein blühte. Nicht nur eine wunderbare Menge Ringelblumen, sondern dazu auch noch ein paar Rosen, der Ziest und der Rosmarin. Besonders haben wir uns im November über die letzten tapferen Blüten von Duftwicke und der Wegwarte gefreut. 

Und trotz der nun ja schon sehr kurzen Tage werden uns weiterhin jeden Tag ein paar Vogelbeobachtungen geschenkt:
Amsel und Blaumeise lassen sich die letzten Äpfel im Garten schmecken. Die Blaumeise hat sich ein erstaunlich großes Exemplar ausgesucht, das noch am Baum hängt. Die Amsel dagegen schätzt besonders die schon sehr mürben Äpfel am Boden. Immer wieder kommt sie angehüpft und hackt sich Stück um Stück heraus.
Der Grünfink zieht nicht mehr wie im Sommer im Familienverband umher, sondern macht sich nun allein auf Futtersuche.
Jetzt, wo sie keine Holunderbeeren mehr naschen kann, sucht sich unsere Ringeltaube ihren Weg durch das gefallene Laub zu der Stelle, wo unter dem Apfelbaum die Leckereien liegen, die den kleineren Vögeln von der Futterstelle heruntergefallen sind.
Der Grünspecht findet im regenweichen Boden eine Menge Futter. Es ist wirklich faszinierend, wie schnell er den Kopf bewegen kann: ebenso schnell wie seine Specht-Verwandten an Bäumen.

Mit einem lieben Gruß aus unserem winterlichen Garten,
Iris & Bernd

Ja, das ist wirklich das Schöne an den lieben Vögelchen: auch im Winter muss man nicht auf nette Beobachtungen verzichten. Im Gegenteil habe ich bei uns im Garten das Gefühl, dass sie jetzt noch präsenter sind als im Sommer. Das liegt zum Einen wahrscheinlich daran, dass sie das Vogelhäuschen so eifrig frequentieren, zum Anderen sieht man sie wohl auch einfach besser, wenn weniger Blätter an Büschen und Bäumen hängen. Vielen lieben Dank, ihr beiden, für eure schönen Beobachtungen!

Als nächstes dürft ihr euch schon auf ganz besondere Plätzchenrezepte freuen! Zum Backen bin ich bisher noch gar nicht gekommen, so schnell scheint der Advent bisher voranzuschreiten. Aber das ändert sich hoffentlich bald 🙂

Blog-Event: Winter in der Hexenküche

Dieses Jahr ist alles ein bisschen anders. Ich bin schon echt gespannt, wie wir in einem oder mehreren Jahren über diese besondere Zeit denken. Weil die Zeit bei mir so gerannt ist und sie zwischen Samhain und Weihnachten irgendwie gefühlt immer eher zu beschleunigen als abzubremsen scheint, will ich dieses Jahr auch mal was neues probieren und mache aus den „Geschenken aus der Hexenküche“ einen „Winter in der Hexenküche“. Damit nehmen wir neben Weihnachten auch noch die besondere Zeit der Rauhnächte und das schöne Fest Imbolc/Lichtmess mit ins Boot und haben einfach mehr Zeit, schöne Dinge und Ideen auszutauschen. Gerade für Ideen, wie man sich den Winter verschönern und vielleicht sogar genießen kann, bin ich diesmal besonders dankbar. Ich bin ja eigentlich kein Wintermuffel und bisher kam mir der November vom Wetter her eher wie eine Oktoberverlängerung vor, aber so eine Spur bedrückend finde ich es momentan schon. Dabei hat der Winter noch nicht einmal richtig angefangen. Deswegen, ihr Lieben, lasst uns doch gemeinsam, ein bisschen Licht, Farbe und Leichtigkeit in diesen Winter bringen, der sich diesmal gefühlt noch extra lange vor uns ausdehnt – mit schönen Rezepten, Winterideen und -geschichten, ganz egal ob aus der Hexenküche, dem Hexengarten oder der Bastelecke. Ich habe schon einiges im Kopf und freue mich natürlich ganz besonders auf das, was ihr beitragen mögt.

Wie funktioniert’s?

Eigentlich ganz ähnlich wie in den Vorjahren bzw. wie beim „Sommer im Hexengarten“, also

  1. Schreibe einen oder gerne auch mehrere Beiträge über etwas Schönes, was dir den Winter versüßt. Hast du vielleicht ein Lieblingsrezept für die Winterzeit, eine Geschenkidee aus der Hexenküche oder eine besondere Tradition, die den Winter begleitet? Oder gibt etwas anderes Winterliches, das du mit uns teilen möchtest? Besondere Begegnungen im Hexengarten, besondere Einsichten oder etwas anderes, das dir über den Winter hilft? Gib einfach einen kleinen Einblick in deine Hexenküche, deinen Hexengarten, deine Zauberkiste. Das Banner hier darfst du dir natürlich genau dafür mitnehmen.

2. Hinterlasse einen Kommentar mit deinem Namen und deiner Blog-URL unter diesem Beitrag, damit ich weiß, wer alles mitmacht.

3. Die Aktion läuft passend zum Namen bis 14.02.2021, dem Valentinstag. Bis dahin blühen bei mir im Garten recht wahrscheinlich die Haselsträucher und läuten damit den Vorfrühling ein. Eine kleine Überraschung gibt es auch wieder zu gewinnen. Ich werde versuchen in regelmäßigen Abständen eine Link-Sammlung mit euren Beiträgen hier zu posten, damit wir alles Geteilte beieinander haben. Denn geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude 🙂

Wer kann mitmachen?

Wie immer natürlich alle, die selbst einen Blog haben, aber auch meine Leserinnen ohne eigenen Blog dürfen nicht fehlen. Wenn du keinen Blog hast und mitmachen willst, schreibe mir doch einfach eine mail (mirjam[at]kleine-miri.de), dann darf dein Beitrag gerne auf meinen Blog als Gastbeitrag erscheinen.

Bis wann?

Bis einschließlich 14.02.2021. Dann ist der Winter zumindest phänologisch sehr wahrscheinlich vorbei.

Ich freue mich schon auf eure Ideen und Beiträge! So kann der Winter jetzt kommen, oder?

Gastbeitrag: Wiedersehen macht Freude

Nachdem ich meinen fleißigen Mitschreibern vom „Sommer im Hexengarten“ angeboten hatte, dass sie gerne auch ihre Herbstgeschichten bei mir präsentieren dürfen, habe ich mich sehr gefreut, dass die Woche tatsächlich eine Herbstgeschichte von Doris in mein Postfach geflattert kam. Und noch dazu eine über einen ganz besonderen Baumfreund. Aber lest selbst 🙂

Wiedersehen macht Freude
Der Herbst schwingt sich beinahe schon in die Vorweihnachtszeit ein, deshalb möchte ich diese Herbstgeschichte schnell noch erzählen. Dabei mutet eine Story von Lebkuchenbäumen ja fast schon weihnachtlich an, aber das echt Zufall.


Es war ein klassischer Fall von den „Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“,  oder zumindest von „den Strauch im ganzen Grünzeug nicht sehen“.  Ich weiß nicht, wie oft ich in diesem Sommer an diesem einen Vorgarten vorbei gelaufen bin. Unzählige Male, soviel steht fest, aber der kleine Freund hatte sich eine grüne Tarnkappe aufgesetzt: Ein grüner Strauch in einem Vorgarten, flankiert von Kirschlorbeer und mit Tomatenpflanzen im Rücken. Unauffälliger gehts ja kaum!  Aber: Eines Abends Anfang Oktober war es mit dem Versteckspiel vorbei. Farbe und Blattform sprangen mich förmlich an, und im Hirn begann es zu klickern: „Mooooment, das kenne ich doch … nee, oder? Ein Lebkuchenbaum? Hier bei mir in der Nachbarschaft? Und das, wo ich mir seit Jahren vornehme, einen Ausflug zu machen und „meinen“ Baum zu besuchen?“ Die Theorie musste bestätigt werden, also hob ich ähnlich wie mein Hund die Nase in die Luft und suchte eine günstige Windrichtung. Schnupper, schnuffel, schnupper, – und ja, da war er, der charakteristische Duft nach Zuckerwatte. Was für eine Freude!

Der kleine Lebkuchenstrauch

Da geht man nichtsahnend spazieren und bumm!, läuft einem ein alter Kumpel über den Weg, einfach so, völlig unerwartet. Toll, oder? Mein „alter“ Freund ist wahrscheinlich noch gar nicht so alt gewesen, als ich ihn vor 6 Jahren in einem Kurpark kennengelernt habe. Damals sind mir auch zuerst die herzförmigen Blätter mit der leuchtenden Gelbfärbung aufgefallen. Das war so ungewöhnlich und einfach wunderschön anzuschauen. vor allem im Herbstnebel. Dann kam noch dieser einzigartig schmeichelnde Duft dazu, und ich war hin und weg. So ein toller Baum! Zum Glück hatte er ein Namensschild; offensichtlich wollte man die Kurgäste beim Flanieren botanisch weiterbilden. Fand ich richtig gut, hat es mir doch eine Menge Sucherei erspart. Überhaupt war dieser Kurpark richtig cool, da gab es einige Pflanzen zu bestaunen, die ich vorher gar nicht so kannte. Leider habe ich die Fotos von damals nicht mehr, aber im Internet gibt es viele Bilder und interessante Informationen zum Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum), der auch Katsurabaum oder Japanischer Kuchenbaum genannt wird.

Ich habe von damals noch ein paar getrocknete Blätter, die immer noch schwach duften. Die benutze ich ab und zu zum Kartenbasteln, aber ehrlich gesagt horte ich diese Schätze ein ganz kleines bisschen. Nostalgie, ihr versteht. Der kleine Vorgartenkerl hat seine Blätter schon alle verloren, aber jetzt weiß ich ja, wo er wohnt. Für Blätternachschub dürfte in den nächsten Jahren gesorgt sein. Den schönen Kurpark ersetzt Nachbars Vorgarten natürlich nicht, aber in diesen Zeiten ist es ganz viel wert, Kontakte mit guten Freunden pflegen zu können. Diese Begegnung hat mir wieder mal gezeigt, wie reich die Natur an Geschenken ist. Man muss nur die Augen offen halten.

Ja, genau das kann ich nur unterschreiben: Die Natur beschenkt uns so reich, wir müssen ihre Geschenk nur wahrnehmen. Das passt zwar zu allen Jahreszeiten, aber zum Herbst schon ganz besonders. Vielen Dank, liebe Doris, dass du deine Herbstgeschichte mit uns geteilt hast! Noch fühlt es sich etwas mehr nach Herbst als nach Winter für mich an, wobei das Jahresrad sich schon ganz deutlich weiterdreht. Letztes Wochenende nach dem ersten leichten Nachtfrost sind bei uns die meisten Herbstblätter gefallen. Das ging so richtig über Nacht. An einem Tag war der Weinberg gegenüber noch leuchtend gelb und am nächsten Morgen blätterlos-bräunlich. Vielleicht das Zeichen, dass ich langsam zum Winter-Event hier übergehen sollte? Fühlt ihr euch schon danach? Im Moment bin ich auch am überlegen, ob ich aus den „Geschenken aus der Hexenküche“ diesmal einen „Winter in der Hexenküche“ machen soll, weil der Winter und die Zeit, in der man sich über heimeligen Austausch freut, wohl nicht zur Wintersonnwende aufhört. Da liegen die kältesten Monate ja noch vor uns. Was meint ihr? Ich freue mich auf jedenfalls schon auf eure Winterideen 🙂