Darf’s ein bisschen Meer sein?

Gesund und einfach schön – die Meeresbrandung

Wellenrauschen, die Füße im feuchten Sand, frischer Wind in den Haaren, Salzgeschmack auf den Lippen – so ein Spaziergang am Meer ist einfach eine Wohltat für Körper und Seele. Leider ist das nächste richtige Meer über 500 km von meinem Heimatort entfernt und das ist wirklich etwas zu weit für regelmäßige Strandspaziergänge. Kein Ersatz, aber eine kleine Entschädigung dafür ist der Gradierpavillon in Bad Mergentheim. Dort fließt die stark salzhaltige Sole einer Thermalquelle über ein Geflecht aus Weiß- und Schwarzdornzweigen und reichert die Luft im Pavillon so mit heilsamen Salzwassertröpfchen an (hier ein paar Impressionen: https://www.bad-mergentheim.de/de/gesundheit/kuranlagen/gradierpavillon-id_2092/). Der Pavillon hatte es mir so angetan, dass ich mir dachte, dass muss ich doch auch irgendwie Zuhause hinkriegen. Gerade in der Erkältungszeit könnte so eine Salzbrise zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten sicher nicht schaden. Deswegen habe ich mir einen „Aroma Diffuser“ für ätherische Öle zugelegt. Der tut ja auch nichts anderes, als Wasser zu feinen Tröpfchen zu vernebeln. In der Gebrauchsanleitung steht zwar, dass man ihn nur mit Wasser und ätherischen Ölen betreiben soll, aber das Salzwasser mit und ohne ätherische Öle vernebelt mir bisher auch sehr brav ohne Schaden genommen zu haben.

Der richtige Salzgehalt

Salzwasser selbst herzustellen ist auch keine Kunst. Man nehme abgekochtes Wasser und eine entsprechende Menge Salz und löse das Salz im Wasser. Fertig! Nur mit der Konzentration muss man Acht geben. Dafür sollte man mit einer Waage arbeiten. Ein paar Zahlen zum Merken wären hier:

  • 0,9 % Salzgehalt (also 9 g Salz auf Liter Lösung) entsprechen einer isotonen Salzlösung. Sie ist zu unserem Blutplasma iso-osmotisch, sprich wenn sie in Kontakt mit unseren Zellen z.B. auf der Nasenschleimhaut kommt, entzieht sie den Zellen weder Wasser noch Mineralstoffe.
  • 3,5% Salzgehalt (35 g Salz auf Liter Lösung) hat Meerwasser im Durchschnitt. Es ist also deutlich salziger als unser Blutplasma und zieht uns quasi das Wasser aus den Zellen, wenn es auf unsere Schleimhäute gelangt. Das macht unter anderem die Wirkung des „Reizklimas“ am Meer aus, löst auch Schleim und wirkt gegen Krankheitserreger.
  • Mit 35,6% Salzgehalt (356 g pro Liter Lösung) ist eine Salzlösung gesättigt, d.h. mehr Salz lässt sich einfach nicht darin lösen.

Mit etwa 28% Salzgehalt ist das Tote Meer also gar nicht mehr so weit weg von der gesättigten Salzlösung und macht das Schwimmen schwer, weil wir deutlich mehr Auftrieb haben als in Süßwasser. Die Ostsee gehört übrigens zu den weniger salzhaltigen Meeren. In ihr findet man einen Salzgehalt von 0,2 – 2%. Das Mittelmeer ist mit 3,6 – 3,9% etwas salzhaltiger als der Durchschnitt.

Hier noch einmal plastisch: eine isotone Kochsalzlösung bekommt man aus 0,9 g Salz und 99,1 g Wasser, eine in Meerwasserkonzentration aus 3,5 g Salz und 96,5 g Wasser und eine gesättigte aus 35 g Salz und 65 g Wasser.

Während man für die Nasenspülung immer eine isotone Salzlösung mit 0,9% herstellen sollte (sonst zieht es einem echt alles aus der Nase, nicht sehr angenehm), verwende ich für meine Nebellampe gerne auch die Meerwasservariante mit 3,5%. Da „riecht“ man beim Einatmen das Salz und schmeckt es auf den Lippen – so wie in der Meeresbrandung eben.

Salz gleich Salz?

Als Wasser für meine Salzlösungen nehme ich abgekochtes Leitungswasser. Beim Salz bin ich etwas wählerischer. Im Prinzip kann man auch ganz normales Speisesalz nehmen, das besteht chemisch wie das Meersalz hauptsächlich aus Natriumchlorid (zu deutsch Kochsalz), also dem Stoff, denn ich will. Allerdings enthält Speisesalz oft noch Rieselhilfen, Jod und Fluor und die brauchen wir zum Inhalieren nicht. Die nächste Option ist natürlich Meersalz, wie man es im gut sortierten Lebensmittelhandel auch ganz ohne Zusätze bekommt. Was Meersalz sehr wahrscheinlich leider auch enthält, ist allerdings Mikroplastik. Das wäre dann also ganz Original wie am Meer. Ich verwende deswegen am liebsten so genanntes Steinsalz, also Salz, das aus einem Salzbergwerk stammt und sich vor vielen Millionen Jahren in einem Urmeer abgelagert hat. Die Dinos und ihre Vorfahren haben dankenswerterweise noch keine Plastiktüten ins Meer geworfen. Unter die Kategorie Steinsalz fällt auch das hochgelobte Himalayasalz. Dabei handelt es sich übrigens genauso um Natriumchlorid wie bei ganz normalem Salz. Seine teils rötliche Färbung hat es durch „Verunreinigung“ mit Eisenoxid (=Rost). Wer sich gerne mit Steinsalzkristallen umgibt, dem kann ich einen Besuch in einem unserer Salzbergwerke nur anraten. Bei meinem Besuch in dem Salzbergwerk in Bad Friedrichshall bekamen wir für ein paar Euro neben einer netten Führung durch einen echten Bergmann und jede Menge gesunder Salzluft auch noch Steinsalzbrocken „so viel, wie ihr halt haben wollt“ aus dem Abraumhaufen. Damit hätten wir viele Salzkristalllampen bauen können 😉

Kein Ersatz für’s Meer, aber doch ganz stimmungsvoll und gut für eine Salzbrise zwischendurch

Den Spaziergang am Meer ersetzt mein Nebelbrunnen mit Salzwasser natürlich nicht, aber als wohltuende und vorbeugende Inhalation will ich ihn wirklich nicht mehr missen. Videos und CDs mit Meeresrauschen gibt es ja genug. Vielleicht sollte ich mich noch daran machen eine ätherische Ölmischung mit Meeresduft zu kreieren? Oder habt ihr noch Tipps, wie man sich noch mehr Meer ins Wohnzimmer holen kann?

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