Sommer im Hexengarten: Nachtschwärmer

Auch wenn die goldene Sonne im Moment einen schönen Altweibersommer verheißt, eines ist doch schon bedeutend herbstlicher als im Hochsommer: es wird deutlich früher dunkel und die Nächte sind kühler. Wobei ich dieses Jahr auch im August öfter mal warm eingepackt war, um die Sommersternbilder zu betrachten und auf Sternschnuppen zu warten. Weil ich Gärten gerade auch in der Nacht gerne mag, freut es mich umso mehr euch heute Doris‘ Beitrag zu ihren Nachtschwärmern im Garten präsentieren zu dürfen 🙂 Hier ist er:

Nachtschwärmer

Nachtschwärmer in Zeiten von Corona, und das sogar während des Lockdowns?! Ja, hats gegeben, denn als Insekt war man ganz klar im Vorteil: Kommen und Gehen nach Belieben, ohne Maske und mit freiem Zutritt allerorten. Ich glaube, die Menschen hatten noch nie so viel Freude am Insektenbeobachten wie während der Lockdown-Zeiten. Man lernt die kleinen Dinge und Tiere wieder zu schätzen, wenn man so auf sich selbst zurückgeworfen wird.

Dieser Brummer ist mir bereits 2020 in die Fotofalle geschwirrt, und diesen Sommer gab es zu meiner Freude ein Wiedersehen mit ihm oder jemandem aus der näheren Verwandtschaft. Das Geißblatt an meinem Pavillon duftete abends so unbeschreiblich betörend, das schien dem großen Falter sehr zu gefallen. Weiß jemand von euch, was für ein Falter das ist? Die Zeichnung war so auffällig, da dachte ich, das ist ja ein Klacks, aber ich bin bei der Suche auf keinen grünen Zweig gekommen. Grüne Zweige gibt es an meinem Pavillon dagegen ausgesprochen viele! Vielleicht war der Flattermann ja doch ein verzauberter Prinz auf der Suche nach der Prinzessin im verwunschenen Grün.

Geißblatt, wilder Wein und Clematis überwuchern meinen kleinen Sommersitz, im dem es bei großer Hitze recht lauschig und gemütlich ist. Alles Lieblingspflanzen, auch wenn der Wein regelmäßig eine strenge Hand mit Gartenschere braucht. Im Herbst belohnt er mich mit seiner wunderschönen Färbung für die Mühe. Inzwischen sichert der Bewuchs den Pavillon auch bei starkem Wind; darüber bin ich sehr froh, denn im ersten Sommer hat ein Sturm das Metallgerüst glatt aus dem Boden gerissen. Seitdem hat er ein wenig Schlagseite, macht aber nichts. Für den Kater habe ich einen Catwalk von der Weide rüber gebaut. Da oben ist er aufgeräumt und liegt mir nicht die Tomaten platt. Soweit jedenfalls die Theorie. 😀

Ich hatte auch noch Begegnungen mit anderen Nachtschwärmern in diesem Jahr, und zwar mit zwei jungen Waldohreulen. Das Nest war am anderen Ende des Dorfes, so dass wir im Ortskern akustisch gesehen bis zum Hochsommer nichts vom Nachwuchs mitbekommen haben, aber als die beiden Ästlinge mobiler wurden, waren sie der Ansicht, es sollte jeder im Dorf mal beschallt werden. Etwa zwei Wochen lang verbrachten sie die Nacht in einem der Nachbarsgärten und machten ihrem Unmut über die ausbleibende Futterration Luft. Die sind ausdauernd, das kann ich euch sagen! Ein Nachbar wollte schon am nächsten Tag die Apotheke wegen Ohrstöpseln stürmen – er hatte sie nämlich frontal im Baum vorm Schlafzimmer sitzen. Ab der Abenddämmerung ging es los mit den Rufen in einer Taktfrequenz von 3 – 5 Sekunden. Heftig, wenn man dabei probiert einzuschlafen.

Ein gutes Foto war leider nicht möglich, aber ich konnte die beiden jungen Eulen ein wenig im Licht der Taschenlampe beobachten. Lautlose Flüge habe ich auch gesehen. Beeindruckende Tiere! Der Lichtkegel war ihnen übrigens völlig egal, die haben nur auf Mama oder Papa oder besser noch beide gewartet. Ich nehme allerdings an, die Altvögel hatten den Nachwuchs auf Diät gesetzt, um ihn zum Jagen zu animieren. Irgendwann ist ja auch mal gut.

Ja, das Leben kann hart sein, für Eulen, aber auch für Menschen. Es kommt wahrscheinlich nicht von ungefähr, dass „Waldohreule nervt“ einer der ersten Vorschläge bei der Google-Suche ist. 😀

Eine verwunschene Gartenlaube mit Geißblatt – das lässt mich wirklich in Träumen geraten. Bei meinen Eltern im Garten hatten wir einen Rosenbogen über den Weg gestellt, der irgendwann auch komplett mit Geißblatt überrankt war und ich liebe diesen Duft einfach. Zu schade, dass er einer von der Sorte Blütendüfte ist, die sich auch mit sämtlichen Tricks nicht der Blüte entreißen und in ein Parfum oder ätherisches Öl bannen lassen. Aber bei deinem verzauberten Prinzen kann ich dir weiterhelfen, liebe Doris. Der sieht ganz nach einem Windenschwärmer aus. Neben der Nachtkerze ist das Geißblatt wohl eine seiner Lieblingspflanzen. Ich hoffe sehr, dass mein kleines Gartengeißblatt nächstes Jahr blüht und zwei junge Nachtkerzen habe ich erst neulich geschenkt bekommen.

Liebe Doris, ganz herzlichen Dank für deine Nachtschwärmergeschichten! Ich bin schon gespannt, was ihr anderen für Nachtschwärmer im Garten habt oder für diese tut. Nachtschwärmen geht im Garten zum Glück ja zu jeder Zeit 🙂

Sommer im Hexengarten: Mediterrane Kastenbeete

Heute freue ich mich sehr, euch einen richtig schönen Garten-Mutmacher-Beitrag von Bernd präsentieren zu dürfen. Er zeigt uns, wie man aus einem Vorgarten mit eher undankbarem Boden ein kleines pflegeleichtes Insektenparadies macht, das nicht nur eine Bienen-, sondern auch eine richtige Augenweide ist. Aber lest und schaut selbst, wie das geht. Oder noch besser: macht es nach!

Mediterrane Kastenbeete

Monatelang schaute mich die kleine Brache im Vorgarten flehentlich an: „Mach‘ was mit mir!“ Bloß was? Wir hatten an der Stelle ein abgestorbenes Gehölz entfernen müssen. Die Gegend war früher ein Weinberg. Ohne Spitzhacke lässt sich der Boden nicht beackern, und Unkrautstechen malträtiert die Handgelenke. Die Vorstellung, dort nun ein Beet bepflanzungsreif anzulegen, war wenig verlockend.

Die Zeit verstrich, bis Mirjam uns eines Tages auf ein Kastenbeet für mediterrane Pflanzen aufmerksam machte. Bingo! Aus dieser Anregung wurde das Gartenprojekt 2021.

Im Juni baute ich aus Terrassenbrettern zwei Rahmen (1,50 m x 1,30 m x 0,20 m und 1 m x 1,30 x 0,20) und lockerte den Boden innerhalb der Rahmen kräftig auf (mit der Spitzhacke und nach einem ordentlichen Regen… uff). Auf diesen Unterboden kam das Füllsubstrat in Form von Zitrus-Kübelpflanzen-Erde. Die hatte der Gärtner meines Vertrauens empfohlen, weil sie auch Wärme und Wasser speicherndes Material enthält.

Die Frage der Bepflanzung nahm etwas Zeit in Anspruch. Bienenfreundlich und nicht gießintensiv zu sein, waren die Grundvoraussetzungen. Letztlich geriet die Auswahl nicht hundertprozentig mediterran, aber das Auge kauft auch mit :-). Hauptsache, den Bienen und Hummeln schmeckt’s.


Juni – die Kasten-Bienenweiden sind fertiggebaut und bepflanzt.

Ins große Kastenbeet kamen zwei Sorten, die später einmal (hoffentlich :-)) mehr Platz brauchen: Rosmarin und Großes Fettblatt. In der Mitte wächst Argentinisches Eisenkraut in die Höhe. Dazu gesellen sich mittlerweile Ziersalbei, Bergminze, Mauerpfeffer, Ysop, Mittagsblume, Teppich-Dost und Teppich-Fettblatt.

Das kleinere Beet teilen sich eine rote und gelbe Gartengarbe, ein blauer und weißer Ziersalbei, Strauch-Basilikum, Oregano, Zitronen- und Gewürzthymian, Currykraut und Teppich-Fettblatt.


Ende August herrscht mediterrane Üppigkeit

Knapp drei Monate sind seit Anlage der Beete vergangen. Die Pflanzen sind wahrlich umschwärmt. Sie haben sich prima entwickelt. Das kleine Beet ist fast schon zugewuchert, das Strauch-Basilikum macht seinem Namen dort alle Ehre. Das wird im Herbst noch ein Pflänzchen-wechsel-dich-Spiel geben. Aber dieses Hin und Her, das Ausprobieren, es macht immer wieder aufs Neue Spaß.

Liebe Grüße in die Runde – auch von Iris
Bernd

Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Was für eine Blütenpracht und vor allem der Strauchbasilikum! Und Danke, lieber Bernd, dass du mir den Geheimtipp mit der Zitruspflanzenerde verraten hast. Das merke ich mir gleich für künftige mediterrane Beetprojekte vor. Ich hatte das Substrat für mein Mini-Rahmebeet für den Bergtee selbst gemischt aus Sand, Lavamulch, Kokoserde und Kompost. Der Sack Sand ging ja noch zu tragen, aber der Lavamulch war schon eine Herausforderung 😉 Ich bin gespannt, wie eure kleine mediterrane Oase sich weiterentwickelt. Wenn der Herbst so sonnig bleibt, wie er sich bisher anlässt, werdet ihr und alle eure geflügelten Besucher auch dieses Jahr sicher noch viel Freude daran haben.

Sommer im Hexengarten: Fleißige Früchtchen

Im Sommer jeden Tag ein bisschen frisches Obst aus dem Garten holen – so sieht vielleicht eine idyllische Selbstversorgerfantasie aus. Wer einen Garten hat oder Menschen mit Garten kennt, weiß, dass das mit dem eigenen Obst zwar etwas wunderbares ist, aber zeitlich oft recht begrenzt. Wenn die Kirschen, Himbeeren und Co. reif sind, heißt es schnell handeln, bevor sie verfaulen. Das kann auch schnell mal in Stress ausarten und man kommt aus dem Einkochen, Kuchenbacken und Verschenken gar nicht mehr heraus. So nehme ich das zumindest in meinem Umfeld wahr. Unsere erst im letzten Herbst gesetzten Beerensträucher haben dieses Jahr schon eine kleine und sehr leckere Ernte abgeworfen, für eine längere Obstversorgung reicht das aber nicht. Die Kirschen sind leider durch das Regenwetter verfault, bevor sie richtig reif waren, und die Felsenbirnen haben gar nicht getragen. Zum Glück bin ich mit zwei sehr fleißigen einjährigen Beerensorten und noch ein paar anderen Spezialitäten im Rennen, auf deren Früchte ich schon gespannt warte. Die möchte ich euch gerne vorstellen, weil sie mir so ans Herz gewachsen sind.

Es geht doch nichts über ein bisschen frisches Obst aus dem Garten 🙂

Meine beiden „Helden der Arbeit“ unter den fleißigen Früchtchen sind die Ananaskirsche und die Wonderberries. Da ich Physalis liebe und irgendwie immer ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich sie in kleinen Schälchen aus Kolumbien kaufe, hatte ich letztes Jahr eine nahe Verwandte, die Ananas- oder Erdkirsche (Physalis pruinosa) in den Garten geholt. Wobei, „in den Garten“ ist nicht ganz korrekt, ich müsste eher sagen: auf die Terrasse. Die handlichen Pflanzen lassen sich nämlich prima in Topf und Kasten ziehen und sind dort vor den Schnecken sicher. Die mögen sie nämlich so gerne, dass ich von den Pflanzen, die ich im Garten ausgesetzt hatte, kaum etwas ernten konnte. Das Pflänzchen, das ich eher aus Verlegenheit in den Blumenkübel zu den Stiefmütterchen gesetzt hatte, hat fleißig geblüht und bis Anfang November auch Früchte getragen. Die Blüten sind klein und unscheinbar, setzten aber zu fast 100% die Physalis-typischen Lampionfrüchte an – erst ganz klein und grün und später über gelblich bis hin zu ihrem reifen Beige. Darin verbergen sich leckere gelbe Murmeln, die in ihrem Aroma ganz entfernt an Ananas, mehr aber an die üblichen Andenbeeren erinnern. Um das Pflücken braucht man sich keine Sorgen machen, denn, wenn sie reif sind, fallen sie einfach herunter. Zum Glück halten sie gut verpackt in ihren Lampion auch etliche Tage, so dass man sich keinen Stress mit dem absammeln machen muss, außer man will den Mäuschen zuvorkommen. Die trauen sich bei uns aber Dank unserer pelzigen Wächterin kaum auf die Terrasse. Im Moment kann ich jeden Tag zum Frühstück ein paar Ananaskirschen aufsammeln und ich liebe sie einfach. So eine kleine, bescheidene Pflanze, die noch fleißig blüht und viele weitere Früchtchen verheißt – da bekomme ich einfach jedes Mal gute Laune, wenn ich sie sehe.

Zwischen Stiefmütterchen und Tomaten hat meine erste Ananaskirsche letztes Jahr fleißig ihre leckeren Früchte produziert.

Ihrem namen alle Ehre macht meine zweite Heldin der Arbeit in Sachen Beerenproduktion: die Wonderberry (Solanum x burbankii). Ich hatte sie mehr durch Zufall bei einem Saatgutversand entdeckt und war anfangs etwas sketpisch, weil sie doch unserem Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) sehr ähnelt. Allerdings gibt es in anderen Ländern wohl einige nahe Verwandte unseres giftigen Nachtschattens, die durchaus essbare Früchte produzieren. Immerhin gehört die Tomate (Solanum lycopersicum) auch selben Gattung. Die Wonderberries waren schon beim Keimen wahre Weltmeister und entwickelten sich schnell zu ansehnlichen kleinen Pflänzchen, die noch in ihren Anzuchttöpfen zum teil das Blühen angefangen haben. Umso gespannter war ich auf ihre Beeren. Weil ich so viele Wonderberry-Pflänzchen hatte und auch nach eifrigem Verschenken mehr übrig blieben, als ich eigentlich wollte, habe ich mit ihnen eines meiner Blumentopfsorgenkinder bepflanzt: den schönen Taschentopf, der die letzten Jahre ungenutzt herumstand, weil sich einfach bisher kein Kraut so richtig drin wohlfühlen wollte. Ganz anders die Wonderberries. Denen geht es dort offenbar sehr gut und sie zeigen, was sie im Grunde ihres Wesens eigentlich sind: ein unkaputtbares Unkraut, das zufällig viele leckere Beerchen produiziert. Wobei das „zufällig“ eigentlich nicht stimmt. Gezüchtet wurden sie nämlich von dem genialen US-amerikanischen Pflanzenzüchter Luther Burbank (1849-1926), der nicht nur über 800 Pflanzensorten in den Gartenbau eingeführt, variiert oder neu gezüchtet hat von Pflaumen über die Burbank Potato bis hin zu dornenlosen Feigenkakteen, sondern auch Nachtschattengewächse gesammelt hat. Aus essbaren Solanum-Arten hat er dabei die Wonderberry gezüchtet und schon zu Lebzeiten grandios vermarktet. In den USA ist sie daher wohl eine beliebte Gartenpflanze, die gerne zur Marmelade, Kuchen und anderem verarbeitet werden. Mit ihrem intensiv violetten Saft sind sie auf jeden Fall ein Hingucker. Von besonderer Bescheidenheit dürfte Mr. Burbank allerdings nicht gewesen sein, denn seiner Wonderberry gab er noch zu Lebzeiten den botanischen Namen Solanum x burbankii. Unter Botaniker ist es sonst nicht übliche, Pflanzen nach sich selbst zu benennen. Leider nahm er mit seiner Popularität ein tragisches Ende, es heißt, er sei an den Folgen eines Shit Storms gestorben ist. Und das nicht etwa wegen seiner fragwürdigen Überlegungen, ob es nicht möglich sein sollte, mit den Methoden der gärtnerischen Auslese, eine bessere Menschheit zu „züchten“. In einem Zeitungsinterview erklärte er, dass er nicht an die Existenz einer unsterblichen Seele glaube, woraufhin er mit Hassbotschaften wohl nur so überschüttet wurde, was ihn wohl auch gesundheitlich sehr mitnahm. Gärtnerisch hat er jedenfalls ein reiches Erbe hinterlassen und für die Wonderberries bin ich ihm dankbar. Die produzieren nämlich jetzt seit Juli in einem fort ihre Beerchen, auch zur Freude der ansässigen Amseln, die sie offenbar ähnlich gerne mögen wie ich. Vom Geschmack her tue ich mir mit einer Beschreibung schwer, auf jeden Fall süß, ohne sehr charakteristisches Aroma und mit einer ganz leichten Lakritznote. Jedenfalls perfekt, um die Pausen auf der Terrasse mit ein bisschen gesundem Naschen zu versüßen. Wie lange sie ihre Beerenproduktion noch in den Herbst fortsetzen, kann ich noch nicht sagen. Im Moment wirken sie nicht, als würden sie bald damit aufhören wollen.

Zwei weitere Nachtschattenfrüchte, die bisher aber eher als Zierpflanzen auf meiner Terrasse eine gute Figur gemacht haben, sind die Zwerg-Tamarillo (Cyphomandra abutiloides) und die Litchi-Tomate (Solanum sissybriifolium). Erstere ist alles andere als zwergig und fängt jetzt langsam an, Blütenknospen zu bilden, letztere produziert immer neue ihrer aparten bläulichen Blüten und hat schon einige Früchte angesetzt. Da spitze ich jeden Tag gespannt in den Kasten, ob die erste Frucht rot wird. Beim Anblick dieser exotischen Schönheit kann ich jedenfalls verstehen, warum Tomaten und Kartoffeln nach ihrer Einführung aus Amerika bei uns als Zierpflanzen gehalten wurden.

Die erste der stacheligen Früchte lässt auf einen baldigen Beginn der Ernte hoffen. Ich bin schon sehr gespannt, wie sie schmecken.

Eines meiner Sorgenkinder scheint sich nach meiner „Rettungsaktion“ nun doch zu einem fleißigen Früchtchen zu entwickeln, nämlich meine Goji-Beere. Nachdem ich allenthalben über die Wüchsigkeit und Unkompliziertheit der Goji-Beeren gelesen hatte, die ihr sogar den Namen Teufelszwirn eingebracht haben soll, hatte ich mein Exemplar in ein kleines Flechtbeet oben im Hang gesetzt. Leider ist sie dort mehr vor sich hingemickert als ihrem Ruf gerecht zu werden. Als sie nur noch drei Blättchen hatte, habe ich mich erbarmt und sie in einen Topf gepflanzt. Das hat sie mir sofort mit reichlicher Blattbildung und bald auch mit ersten Blüten gedankt. Die sind auch ganz typisch Nachtschatten und wechseln von violett nach gelb. Die Hummeln haben sie fleißig besucht und inzwischen hängt die kleine Pflanze voller länglicher, grüner Früchte. Manche haben schon einen Hauch dunkler Farbe bekommen und ich hoffe, dass es nicht mehr zu lange dauert, bis ich meine ersten eigenen Goji-Beeren kosten kann.

Das sind also meine fleißigen Früchtchen und neuen Nachschattenfreundinnen auf der Terrasse. Habt ihr auch solche Lieblinge zum Naschen? Oder vielleicht noch einen anderen Geheimtipp, wie man sich gut mit Eigenbauobst im kleinen Rahmen versorgen kann? Ich bin gespannt 🙂

Sommer im Hexengarten: Herzenskräuter

Gerade zeigt sich das Wetter bei uns alles andere als sommerlich, umso besser, das wir uns mit dem schönen Beitrag von Doris, ein bisschen Sommergefühle über’s Lesen holen können. Schon der Titel „Herzenkräuter“ hat mir ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert 🙂

Herzenskräuter

Das Thema würde sich für einen Mehrteiler eignen, aber der Sommer schwindet schon wieder so dahin. Besser gesagt: War er eigentlich mal so richtig da?! Es regnet schon wieder und ist ziemlich kühl geworden hier bei uns. Was ein Glück, dass ich relativ viele Tomatenpflanzen in Kübeln habe, denn meine Beet-Tomaten rafft langsam aber sicher die Kraut- und Stängelfäule dahin, und das trotz Schutzdach. Es war ihnen wohl einfach zu feucht.

Zum Glück sind diese beiden Herzenskräuter robuster, die ich heute zeigen möchte. Tja, leider klappt allerdings auch hier nicht alles so wie im Lehrbuch. So sieht der Alant in der freien Wildbahn aus, gefunden am Wegrand beim Hundegassi:

Und das ist meiner im Garten, den ich letzten Herbst gepflanzt habe. Sie sehen, dass Sie keine Blüten sehen, aber immerhin ist alles schön grün. 😉

Bisher leider nur Blätter, die ich vor ein paar Wochen mit einem improvisierten Schneckenkragen geschützt habe. Hätte ich das früher schon getan, hätte der Alant vielleicht auch noch ein paar Blüten getrieben, aber mir scheint, das wird dieses Jahr nichts mehr. Habt ihr Erfahrung mit dem Alant, blüht der evtl. erst ab dem 2. Jahr? Oder ist der halbschattige Standort nichts?

Dieses Herzenskraut mit knapp 3 m Höhe ist eine Bienenweide in luftiger Höhe. Es summt und brummt seit Wochen, auch wenn das Wetter nicht so gut ist. „Herzgespann“ ist ein seltsamer Name, weist aber auf die herzstärkende Wirkung hin. Es hat mich vor Jahren in einer Lieblingsgärtnerei sozusagen angesprungen. Ich kannte es gar nicht, musste aber unbedingt eine Pflanze mitnehmen. Seitdem wuchert es fröhlich vor sich hin und taucht an allen möglichen Stellen im Garten ganz von allein neu auf. Im Topf sah das Herzgespann so klein und niedlich aus … ich hatte ja keine Ahnung, dass es buchstäblich so ins Kraut schießen würde! Augen auf bei der Wahl der Herzenskräuter, da habe ich noch so ein paar Kandidaten: Beifuß und Beinwell streben insgeheim auch nach der Gartenherrschaft, wenn man ihnen nicht ab und zu rigoros Einhalt gebietet. Ein bisschen erinnern mich meine Kräuter an meinen Kater – der tanzt mir ab und zu auch auf der Nase rum, aber ach … manchmal lasse ich ihn einfach machen. Er ist halt so goldig. 😉

Letzteres Herzenskraut wächst auch in meinem Garten in der Sorte grau, langhaarig und eigentlich zu den Nachbarn gehörig. Aber so wie sie sich bei uns in Garten und Wohnzimmer heimisch fühlt, scheint sie uns adoptiert zu haben und bringt uns mit ihrer niedlichen Zutraulichkeit immer wieder zum Lächeln. Das Konzept des Schneckenkragens muss ich mir unbedingt für die nächste Saison vormerken. Ein paar meiner Lieblingskräuter v.a. die Agastchen stehen bei den Schnecken so hoch im Kurs, dass sie bisher nur auf der Terrasse eine Chance hatten. Das neu angelegte Tomatenbeet bietet leider einen ähnlich traurigen Anblick, wie du es beschreibst, liebe Doris. Alles mehr oder weniger von der Fäule dahingerafft… So einen wunderschönen Alant habe ich nicht, dafür aber das Sibirische Herzgespann. Es blüht nicht nur hübsch pink, sondern ist auch ein richtiger Hummelmagnet.

Liebe Doris, ein ganz herzliches Dankeschön für den Einblick in deine Herzenskräuter! Seitdem bin ich selbst am Schauen, wen ich so in diese Kategorie einreihen würde, und komme zum selben Schluss: das ist eigentlich ein Mehrteiler 😉 Was sind denn so eure Herzenskräuter? Und von wem lasst ihr euch im Garten gerne ein bisschen auf der Nase herumtanzen? Ich bin gespannt 🙂

Sommersonnensalat

Mit Sonnentagen ist diese Hexengartensaison bisher zwar nicht überreichlich gesegnet, dafür zaubern die üppig wachsenden Kräuter im Garten ihren Sonnenschein in die Küche. Eines meiner liebsten Rezepte, die mit Duft und Farbe auch drinnen bei Regenwetter die Sonne strahlen lassen, ist mein „Sommersonnensalat“. Ergeben hat er sich ursprünglich aus meinem Bestreben, mit leckeren, leichten Rezepten ein paar Pfunde los zu werden, und einer lieben Freundin, die mir von „Handkäs‘ mit Musik“ schrieb. Als Sauermilchkäse aus Magerquark ist der klassische Handkäse eine sehr leichte und proteinreiche Speise. Da ich nicht der allergrößte Fan von Kümmel bin (außer in leckerem Bauernbrot), habe ich mich an verschiedenen Variationen ohne Kümmel probiert. Zu den klassischen Zwiebeln kam dann nach und nach noch Apfel dazu und besonders gerne mag ich auch die Handkäsevariante aus Skyr. So entstand dann der Sommersonnensalat aus:

Schon die sonnige Farbe macht gute Laune – das schmeckt nach Sommersonne 🙂

Handkäse/Quarkkäse
Lauchzwiebel
gelbe Zucchini
Apfel
Essig & Balsamicocreme
Rosengeranie

Käse, Zwiebel, gelbe Zucchini und der Apfel werden einfach fein gewürfelt, ein Blättchen Rosengeranie fein gehackt und mit Essig, Balsamicocreme, Salz und Pfeffer zu einem Dressing verrührt. Das kommt dann über den Salat und darf ein bisschen ziehen.

Für die, die den klassischen „Handkäs‘ mit Musik“ gewohnt sind, mutet das Rezept vielleicht etwas verspielt und blumig an, aber es ist echt lecker. Finde ich zumindest. Aber vielleicht habt ihr ja noch ganz andere Lieblingssalate für den Sommer. Ich freue mich immer über Tipps und Ideen zum ausprobieren 🙂

Sommer im Hexengarten: Regentag

Tja, in den letzten Jahren haben bei uns alle über die Hitze und Trockenheit gejammert, vor allem die mit Garten. Diese Sorge haben wir dieses Jahr definitiv nicht. Heute Morgen war ich sehr erstaunt, den „Bach“ bei uns im Tal mal bis oben hin voller Wasser zu sehen. Und das im Juli, wo er sonst eher einer Art Wadi ist, und höchstens mal im Winter ein bisschen Wasser führt. Beim Anblick der kleinen Abstandes, der zwischen brauner Flut und der Unterseite des Brückchens, ist mir erst bewusst geworden, dass es tatsächlich eine Brücke ist, über die wir auf die Hauptstraße gelangen. Wie passend, das mich vorhin ein kleiner Gastbeitrag zum „Sommer im Hexengarten“ von Iris und Bernd erreicht, mit genau dem Titel „Regentag“. Viel Freude beim Lesen und den schönen Regenbildern 🙂

Regentag

Was für ein Sommer… es macht einfach keinen Sinn, für einen Beitrag auf „gut Wetter“ zu warten 😉 : mit einem ganz herzlichen Gruß in die Runde melden wir uns bei Euch mit einem kleinen Einblick in unseren verregneten Garten.
Der viele Regen tut den Pflanzen sichtlich gut: unser Garten ist in diesem Jahr ein wahrer Dschungel. Überall wächst und blüht es üppig und alles ist noch ganz saftig und grün, obgleich wir schon Juli haben. Doch sehen wir hier viel weniger Insekten als im letzten Sommer. Ob das wohl der Grund ist, warum sich sämtliche Vögel immer noch um unsere Futterstelle scharen? Eigentlich füttern wir um diese Zeit immer nur ausgesprochen sparsam, doch eine erhöhte Nachfrage ist ganz klar da. Da wir sehen, daß unser Futter nach Würmern, Samen im Gras und Insekten immer erst die zweite Wahl ist und sich die Vögel nicht das Jagen und Sammeln abgewöhnen, bieten wir zur Zeit doch noch regelmäßig eine kleine Portion Vogelfutter an. Hier ein paar Eindrücke aus unserem Garten.

Vom Regen niedergedrückt, aber eine echte Farbenpracht. Und das Currykraut duftet in der feuchten Luft einfach ganz wunderbar.

 
Charakterköpfe mit Regentropfenschmuck: wir freuen uns sehr, daß die Karde bei uns gedeiht.
Wie aus einem verzauberten Garten: „Diamanten“ auf schimmerndem Weiß.
Da ist einer! Ein geflügelter Gast, der sich vom leichten Regen nicht von seiner Blütentour abhalten läßt.
Und er ist nicht allein: hier schwirrt noch jemand durchs Regenwetter.

Vielen lieben Dank, ihr beiden, für den schönen Einblick! Und ja, auch im Regen hat der Garten seinen ganz eigenen Zauber. Euer Currykraut ist ja eine richtige Pracht. So üppig ist blüht meines nicht. Dafür überragen mich inzwischen manche unserer Königskerzen um mindestens einen Kopf. Ganz besonders schön finde ich es, wenn die Sonne ein bisschen rausspitzt und die vielen Tropfenperlen funkeln lässt.