Von Bienchen und Blümchen – kostenlos und online ;-)

Die dicke Holzbiene auf der Duftwicke – wie freue ich mich auf den Sommer!

Heute ein ganz kurzer Hinweis in eigener Sache und für alle, die sich schon auf die kommende Gartensaison vorbereiten oder einfach gerne von der warmen Jahreszeit träumen. Nächsten Freitag (11.2.22) um 19.30 Uhr halte ich über’s Umweltbildungszentrum Oberschleichach einen Online-Vortrag zum Thema „Summende Oasen: Balkon, Terrasse und Garten Wildbienen-freundlich gestalten“. Kostet nix. Wer Lust und Zeit hat, kann sich hier anmelden: https://www.ubiz.de/kurse/kurs/Summende-Oasen-Balkon-Terrasse-und-Garen-Wildbienen-freundlich-gestalten/Z0.497.D

Ich würde mich freuen, den ein oder anderen von euch dort virtuell zu sehen! Beim Zusammenstellen der Bilder habe ich schon richtig Lust auf den nächsten Hexen- und natürlich Bienengartensommer bekommen. Lasst euch die Laune nicht vom aktuellen Schietwetter verderben.

Winter in der Hexenküche: Einkochzeit ist immer

Es ist nicht selten so, dass die einfachsten Erfindungen oft mit die genialsten sind. So staune ich auch immer wieder über das Konzept Einkochen. Klar hat es seine Grenzen und macht den Gefrierschrank nicht völlig sinnlos, aber die Idee, Essen einfach in einem Glas zu erhitzen und es so über Wochen und Monate ohne zusätzliche Energiezufuhr haltbar zu machen, hat wirklich etwas Bestechendes und ist sicher kein Auslaufmodell. Vor allem nicht in Zeiten steigender Energiepreise. Ich muss gestehen, dass ich selbst beim Einkochen bisher nur in die süße Richtung unterwegs war, also Marmelade, Kompott und Mus. Auf den Geschmack, dass das auch mit deftigen Speisen und sogar Brot und Kuchen gut geht, hat mich erst Andreas mit seinen Kostproben gebracht. Deswegen freue ich mich ganz besonders, dass ich euch heute hier seine Tipps und Anregungen zum Thema Einkochen präsentieren darf. Die Tage erreichte mich nämlich sein Beitrag zum „Winter in der Hexenküche“. Er schreibt:

Hallo Mirjam,

bevor der Winter wieder vorbei ist, möchte ich doch noch einen Beitrag zum Winter in der Hexenküche bringen und ein wenig übers Einkochen erzählen. Das hört sich erst mal nach einem Beitrag zum Sommer oder Herbst im Hexengarten an, aber eigentlich ist das ganze Jahr Einkochzeit.

Viele Grüße
Andreas

Viele von Euch, die hier mitlesen kochen wahrscheinlich schon viel länger ein, als ich. Aber ich hoffe, dass ich Euch trotzdem ein paar neue Tipps und Ideen geben kann. Deswegen möchte ich auch nicht auf die Grundlagen eingehen, sondern empfehle hier das Weck Einkochbuch. Das Buch wirkt zwar heutzutage etwas altmodisch und belehrend (oder netter ausgedrückt sehr retro – ein Großteil der Texte der aktuellen Version kommt vermutlich aus den 80ern), erklärt aber sehr gut und verständlich alles, was man zum Thema „klassisches Einkochen“ mit Gläsern mit Glasdeckel und Gummiring sowie Einkochtopf wissen muss. (Anmerkung der Redaktion: Der Autor hat alle dargestellten Produkte selbst für gutes Geld gekauft. Die Firma Weck kennt aller Wahrscheinlichkeit nach weder meinen Blog noch seinen Beitrag hier…)

Aus meiner Kindheit kannte ich vor allem von meiner Mutter und Tante eingekochtes Obst und Essiggurken. Schon länger hatte ich vor, selbst Essiggurken einzukochen, da die gekauften – auch die teuren – einfach nicht an die Qualität herankommen, die ich von früher gewohnt war. Lange hatte mir aber ein Anstoß gefehlt, um mit dem Einkochen anzufangen. Der kam schließlich vor drei Jahren in Form einer überreichen Quittenernte bei meiner Nachbarin. Ich bekam so viele Quitten geschenkt, dass ich sie unmöglich alle verkochen und verbacken konnte. Schließlich fielen mir die alten Einliter Einkochgläser ein, die ich von meiner Tante geerbt hatte. Bei meiner ersten Einkochaktion habe ich dann nicht nur viel Respekt für die Arbeit meiner Tante und Mutter gewonnen, sondern auch festgestellt, dass es Spaß macht, Vorräte selbst haltbar zu machen. Außerdem war ich schon ein wenig stolz auf die vielen Gläser mit Quitten. 😉 Mein Interesse war geweckt (kein Wortspiel beabsichtigt) und schnell stellte ich fest, dass man nicht nur Obst und Gemüse einkochen kann. Es ist auch recht einfach seine eigenen Fertiggerichte herzustellen und sogar Kuchen und Brot kann man haltbar machen.

Ich koche gerne, wenn ich die Zeit und Muße dazu habe. Unter der Woche siegt aber meist die Faulheit und ich bevorzuge Gerichte, die man möglichst schnell auf den Tisch bekommt. Auch hier geht es mir wie bei den Essiggurken: Gekaufte Fertiggerichte sind OK, kommen aber einfach nicht an selbst gekochtes heran. Inzwischen koche ich deswegen neben Obst, Gemüse und Säften vor allem Suppen, Soßen und auch z.B. Gulasch oder Rouladen ein. Nur meine Essiggurken sind noch nicht so gelungen. Zwar sind sie so knackig, wie ich sie haben wollte, aber leider nicht so würzig. Hier habe ich mir vorgenommen, nächstes Mal Atessas Rezepte auszuprobieren.

Gesammelte Werke

Auch für Feste können eingekochte Gerichte sehr praktisch sein, gerade wenn man als Einpersonenhaushalt viele Gäste bewirten will. Man kocht das Hauptgericht einfach ein paar Tage früher und hat dann mehr Zeit um z.B. noch einen Kuchen zu backen. Und wenn ein Fest verschoben werden muss,was zur Zeit ja immer passieren kann, feiert man einfach ein paar Wochen oder Monate später. Das Essen wird nicht schlecht und man muss auch nicht zwei Wochen dasselbe essen, weil die Gäste nicht kommen konnten.

Im Wesentlichen kann man die Gerichte kochen oder Backen wie immer, bevor man sie einkocht. Einige Dinge sind jedoch ein wenig anders:

  • Soßen dürfen vor dem Einkochen nicht mit Mehl o.ä. gebunden werden, da sie sonst sauer werden würden.
  • Auch einige sehr stärkehaltige Gemüse wie z.B. Bohnen oder Mais sollte man vermeiden (auch wenn ich hier schon gegenteilige Meinungen gelesen habe).
  • Milch und Milchprodukte sollten nicht verwendet werden (wie es da z.B. mit Mandel- oder Sojamilch als Alternative aussieht, kann ich leider nicht sagen, wäre aber dankbar für Erfahrungsberichte).
  • Nudeln und Reis sollte man auch nicht mit einkochen.
  • Man sollte die Gläser nur bis zwei Zentimeter unter den Rand füllen, damit beim Einkochen der Inhalt nicht zwischen Rand und Dichtgummi gedrückt wird, da das Glas dann nicht dicht schließen kann.
  • Bei Pastasoßen reicht ein Viertelliterglas für eine Person und ein Halbliterglas für drei Personen (wegen der 2 cm Abstand zum Rand fasst Das Halbliterglas effektiv mehr als doppelt soviel).
  • Bei sonstigen Gerichten rechne ich mit einem halben Liter pro Person.
  • Gebäck kann man in den eingefetteten und mit Mehl oder Weckmehl (Semmelbröseln) bestreuten Gläsern backen und dann einkochen. Die Gläser sollten nur halb mit Teig gefüllt werden, da der Teig ja noch aufgeht.
  • Schwarz- oder Weißbrot, das eine Kruste haben sollte, kann man zwar einkochen, aber es schmeckt nicht besonders gut, da die Kruste weich wird. Vollkornbrot eignet sich sehr gut zum Einkochen.

Einige Tipps, die ich gerne am Anfang gewusst hätte:

  • Die Gummiringe, mit denen die Gläser verschlossen werden, sind wiederverwendbar. Man kann sie einfach spülen und direkt bevor man sie wieder einsetzt kurz in Essigwasser kochen.
  • gerade bei stark kalkhaltigem Leitungswasser hilft es, einen Schuss Essig in den Einkochtopf zu geben, damit die Gläser keine Kalkflecken bekommen
  • Klebeetiketten bekommt man problemlos ab, wenn man die Gläser einige Zeit einweicht. Zumindest die normalen Klebeetiketten – die furchtbaren Etiketten auf gekauften Glaskonserven beeindruckt das meist gar nicht.

Falls Ihr Lust bekommen habt, selbst Fertiggerichte einzukochen, habe ich noch ein Rezept für Euch. Ein Versuch, die Kartoffelsuppe meiner Tante nachzukochen – kommt dem Original zumindest recht nahe.

Kartoffelsuppe

750 Gramm Kartoffeln
1 Lauchstange
3 Karotten
1 Petersilienwurzel oder Pastinake
1 Knoblauchzehe
2 Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
3 Scheiben getrocknete Pilze
2 Thymianzweige
2 Majoranzweige
1 Rosmarinzweig
etwas Petersilie
2 Liter Wasser (alternativ Gemüsebrühe)
1 – 2 EL Tomatenmark
etwas Öl
etwas Butter
Salz und Pfeffer

Das Gemüse schälen und in Stücke schneiden. Zwiebeln, Knoblauch, Petersilienwurzel (Pastinake), Lauch und Karotten in Butter mit einem Schuss Öl andünsten. Die restlichen Zutaten zugeben und ca. 1 Stunde köcheln lassen. Lorbeerblatt und Kräuterzweige entfernen, pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In Gläser füllen, verschließen und 90 Minuten bei 100° C einkochen.

Mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen! Ganz herzlichen Dank, lieber Andreas, für deinen schönen Beitrag! Ich werde ihn auf jeden Fall als Ansporn nehmen, mich erstmal vorsichtig in die saure Richtung zu wagen. Ich hatte leider niemanden in der Familie, der fleißig eingekocht hat (außer Marmelade und Zwetschgenmus), aber erinnere mich noch gut an die selbstgemachten Essiggurken von der Oma meiner besten Grundschulfreundin. Die habe ich geliebt, vor allem auch im Kartoffelgemüse, und musste mir daheim vorwerfen lassen, dass ich zu Hause am Kartoffelgemüse herummäkle und es auswärts aber esse. Für mich war der Grund ganz offensichtlich: die sauren Gurken von der Oma haben einfach viel besser geschmeckt als die gekauften daheim. Und an Silberzwiebeln muss ich mich auch mal versuchen. Die mochte ich schon immer gerne.

Und wie sieht es bei euch aus? Seid ihr erfahrene Einkocher und habt vielleicht sogar eine ganze Kammer voller Gläser? Oder wollt vielleicht das ein oder andere Lieblingsrezept verraten? Ich freue mich auf eure Kommentare 🙂

Winter im Hexengarten: Gegen der Winter-Blues

Am Sonntag hat tatsächlich mal die Sonne kurz rausgeschaut und ich habe im Vorgarten und in einem Park die ersten Winterlinge entdeckt. Alle schön mit den Köpfchen Richtung Sonne. Mein erster Gedanke war: „Ihr macht alles richtig!“ So habe ich auch ein bisschen Sonne getankt und mich abends sehr gefreut, als mich dazu noch genau der passende Beitrag von Bernd erreichte. Den will ich auch gleich hier mit euch teilen.

Gegen den Winter-Blues

Seit was weiß ich wie vielen Tagen hängt der Himmel gefühlt in der Krone des Apfelbaums. Ein Winter, der temperaturmäßig immer noch keiner ist und mit grauer Langeweile die Laune verhagelt.

Aber gegen den Blues hilft ein, na klar, ein Gang in den Garten. Phönixgleich regt er sich schon jetzt zu neuem Leben, noch im Kleinen, aber deutlich. Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und Goldmohn lugen aus der Erde, ein Versprechen kräftiger Farben. Schneeglöckchen, Winterlinge, Nieswurz, Rosmarin und die ersten Primeln und Schleifenblumen knospen oder blühen bereits. Der Schnittlauch zeigt zarte Halme, und der Lorbeer, der im vergangenen Frühjahr recht mickrig aussah, hat seitdem nicht aufgehört zu treiben.  

Mit dem frühen Sprießen steigt in mir die Vorfreude: Was wird das neue Gartenjahr bringen? Im vergangenen Herbst habe ich „Ausreißer“ von Frauenmantel und Walderdbeeren aus dem Beet entfernt und unters Gehölz gepflanzt. Dort wollte ich schon längst Bodendecker angelegt haben – und warum dazu nicht verwenden, was einem der Garten selbst anbietet. Mal schauen, ob die Umzugsaktion erfolgreich war. Aktuell dominieren die Winterlinge diese Stelle.

Nahebei, sozusagen im hintersten Winkel des Gartens unter einem Flieder, haben sich seit einiger Zeit in einem Haufen Strauchabschnitt, Blättern, Grassoden und alter Blumenerde aus Töpfen vermengt. Auf diesem „Hochbeet“ habe ich im vergangenen Jahr Samen abgeblühter Akelei sowie Ableger von Wirbeldost und – na, was wohl? – Walderdbeeren ausgebracht. Die ersten Triebe nun lassen mich hoffen… Wir haben noch ein, zwei Stellen im Garten, die sich ebenfalls auf eine solche Weise aufpeppen ließen. Experimentieren macht einfach Spaß!   

Liebe Grüße in die Runde – auch von Iris,
Bernd 

Vielen Dank, lieber Bernd, für diesen poetischen Blick in den Garten! Das löst bei mir schon Vorfreude auf den „Sommer im Hexengarten“ aus 🙂 Die Schneeglöckchen spitzen bei uns auch schon raus und ich staune immer wieder darüber, wie hart so kleine Blümchen im nehmen sind. Gestern Sonnenschein und heute werden sie von Wind und Schneeregen gebeutelt. Daran können wir uns wirklich ein Beispiel nehmen und uns freuen, solche Tage in unseren gemütlichen, warmen Vier-Wänden verbringen zu dürfen. Mal sehen, wie viel Winter dieser Winter noch für uns bereit hält. Wie auch immer er sich uns noch zeigen mag, wie Bernd so schön feststellt: ein kleiner Gang ins Grüne hilft immer.

Winter in der Hexenküche: Indianer!

Nein, noch ist nicht Fasching, aber ein was Nettes zum Schmunzeln kann ich euch heute trotzdem bieten. Die Tage erreichte mich ein Beitrag von Doris mit eben jenem Titel:

Indianer!

Dem Elch scheint nicht ganz wohl zu sein bei dem, was sich da in der Kastanienkrone über ihm tut. Er schaut doch recht verdattert aus dem Moos. Was ist denn da nur los? Nanu … ist die Kastanie etwa auf dem Kriegspfad?

Oder sie einfach nur nahtlos von der Weihnachtszeit in den Fasching übergegangen?

Wer weiß schon, was Bäume so denken, aber vielleicht brauchen sie auch ab und zu einfach was zum Kichern. In diesen verrückten Zeiten ist das ja nicht verkehrt. Ich muss jedenfalls immer lachen, wenn ich zur Haustür rausgehe und den Federschmuck an meinem Topfbaum sehe. Die klebrige Knospe hat eine vorbeifliegende Feder eingefangen und macht sich damit schön. Mein Garten bringt mich immer wieder zum Staunen. Und manchmal eben auch zum Lachen.

Die Kastanie auf Kriegspfad 🙂 Was für eine nette Gartengeschichte, liebe Doris! Vielen Dank, dass du uns teilhaben lässt. Ein bisschen was zum Lachen schadet momentan wirklich nicht. Und ein bisschen die Fantasie spielen zu lassen, tut einfach gut. Schade, dass wir Erwachsenen uns das oft zu selten gönnen. Dabei gibt es eigentlich auf jeden Spaziergang, Dinge zu entdecken, die uns zum Staunen, Nachdenken, Freuen oder eben auch Lachen bringen können – auch im dieser nicht so gemütliche Zeit irgendwo zwischen Weihnachten und Fasching.

Winter in der Hexenküche: Im Hexengarten

Wenn die Sonne nicht so tief stünde, dass der Garten komplett im Schatten liegt, dann hätte ich mich gestern fast wie im Frühling fühlen können. Sogar die Meisen haben schon munter ihr Lied angestimmt. „Zizi-bee, zizi-bee, Sonne schmilzt den letzten Schnee“ haben wir dazu als Kinder gesungen. Bloß heute muss ich fragen: welcher Schnee? Dass ich mit meinen Eindrücken nicht alleine bin, hat mir heute der schöne Beitrag von Iris aus ihrem Hexengarten gezeigt. Auch ein bisschen wehmütig, aber vor allem achtsam annehmend, was ist – diese Einstellung hat mich sofort angesprochen. Aber lest selbst, was sie aus ihrem Hexengarten schreibt:

Mit meinem Beitrag über unseren winterlichen Hexengarten ging es mir ganz ähnlich wie mit dem Beitrag im letzten Sommer: Tag für Tag ein Blick aus dem Fenster und dann die Feststellung „Nein, lieber doch noch warten“. Auf stimmungsvollen Schnee diesmal oder zumindest auf Raureif, der alles so schön versilbert…

Doch die Temperaturen gingen immer weiter nach oben, und statt unter einer sanften Schneedecke zu ruhen, öffnen sich doch tatsächlich gerade einige vorwitzige Blüten. Nicht die der Winterlinge oder der Schneeglöckchen, sondern Rosenknospen und Primelköpfchen… Ganz nüchtern gesehen ist es sehr lange her, dass ich Schnee zu Weihnachten oder für länger als zwei Tage im Winter erlebt habe. Doch es steckt offenbar tief in mir, einen Winter mit Frost zu erwarten und diese besondere, schneeverheißende, schimmernde Helligkeit des Himmels…

Ich liebe die scharfen Kontraste und Konturen im „richtig“ winterlichen Garten. Ebenso die kleinen Schneehügel am Boden, die verraten, wo Pflanzen unter der weißen Decke schlafen.
Amsel, Rotkehlchen & Co. sind dann so schnell zu entdecken wie sonst nie im Jahr, die Farben ihres Gefieders leuchten und man kann ihre kleinen Krallenspuren deutlich im Schnee verfolgen. Und dabei zuschauen, wie es ihnen an der Futterstelle besonders gut schmeckt…

Ich merke, wie sehr ich all das vermisse. Was, wenn die Wintermonate künftig immer zu warm für Schnee sind? Wie kann ich persönlich mein Verhalten ändern, um meinen ganz kleinen Beitrag zu leisten, damit die Natur nicht völlig aus der Balance gerät? Und welche Pflanzen können wir angesichts der sich verändernden Temperaturen nun am besten im Garten pflanzen?

Doch nun besinne ich mich erst einmal auf den Moment und schaue genau hin. Und stelle fest, dass unser Garten halt im Moment kein weiß „überzuckerter“ Zaubergarten ist. Was sagt da eine Gartenhexe doch am besten zu sich selbst 😉? „Vergiss Deine guten Pläne nicht, aber öffne jetzt Deine Augen für die vorhandene Schönheit im Garten“.

Strukturen und Kontraste gibt es nämlich auch jetzt überall zu sehen:
Grau und Beige auf Braun und Grün. Und manchmal sogar auf Blau!

Faszinierende Formen gibt es zu entdecken.
Vertrocknete Blüten zum Beispiel, die schon das neue Wachstum in sich bergen.



Ausgebleichte Zweige erinnern an dünne Knochen und tragen doch ganz kleine Knospen.

Viel Grünes ist auch im Garten am Gedeihen: die Eiben, das Moos, der Rosmarin und der Salbei…

Der Apfelbaum streckt seine knorrigen Äste in den Himmel.
Möge er im nächsten Herbst wieder gut Früchte tragen!

Ich grüße Euch ganz herzlich aus unserem winterlichen Hexengarten 😊.

Vielen Dank, liebe Iris, für deinen offenen Blick in den winterlichen Garten! Es stimmt: Schönheit findet sich auch hier, wenn man die Gedanken beiseite schiebt, wie es im Winter „sein sollte“. Ich vermisse Frost und Schnee auch sehr, aber weiße Weihnachten gab es auch in meiner Kindheit bei uns sehr selten. Oder wie mein Papa damals gesagt hat: „Richtiger Schnee, der liegen bleibt, kommt frühestens zu Dreikönig.“ Und zumindest für unsere Gegend hat er damit bis heute Recht, auch wenn der Schnee, der liegen bleibt, doch deutlich seltener geworden ist und der Unterschied von „im Tal“ und „auf der Höhe“, was das angeht, noch ausgeprägter. In diesem Sinne, die Hoffnung auf frostiges Winterwetter nicht frühzeitig aufgeben und bis dahin an dem erfreuen, was die Natur uns bietet. Oder was meint ihr?

Winter in der Hexenküche: Apfel-Quitten-Brötchen

Und es geht gleich weiter mit dem Backen. Irgendwie hat mich der Austausch mit euch und vor allem die leckeren Rezepte von Claudia und Atessa in Backlaune versetzt. Bei Atessa gibt es übrigens ein neues Rezept, das mir das Wasser im Mund zusammen laufen lässt: Kürbiskuchen-Brownies Sehen die nicht verlockend saftig aus und laden zum Reinbeißen ein? Schade, liebe Atessa, dass wir so weit auseinander wohnen, sonst hätte ich mich glatt bei dir eingeladen 😉

Inspiriert von Claudias Apfelbrotrezept (vielen Dank nochmal, liebe Claudia!), Atessas Früchtebrot mit Sauerteig und meinem immer noch recht ansehnlichen Vorrat an Äpfeln und Quitten habe ich an süßen Hefebrötchen mit Apfel, Quitte und Walnuss versucht. Und sie sind echt auf Anhieb gut gelungen – fruchtig, saftig und nicht zu süß. Perfekt zum Winterfrühstück. Eigentlich war der Plan Sauerteig zu verwenden, aber leider ist mir mein Sauerteigansatz hops gegangen, verstorben an Vernachlässigung in der letzten trubeligen Zeit, die ich viel zu wenig in der Küche verbracht habe. Daher muss ich mich mit weiteren Sauerteigexperimenten noch ein klein wenig gedulden. Dafür hatte ich in der Speisekammer einen Vorrat an Trockenhefe entdeckt, mit dem ich letztes Jahr richtig Geld hätte machen können 😉 Deswegen gibt es bei mir jetzt Quitten-Apfel-Waldnuss-Brötchen. Als Zutaten braucht es:

Ein Blech voll Duft 😉

1 Apfel
1 Quitte
70 g Rohrzucker
500 g Mehl (bei mir 300 g Weizenmehl, 200 g Dinkelvollkornmehl)
1 Pkg Trockenhefe
120 g zerlassene Butter
250 g Mandelmilch
etwas gemahlene Vanille
50 g Walnüsse

Apfel und Quitte werden geschält, in kleine Würfelchen geschnitten und mit 50 g Zucker vermischt. Diese Mischung darf 1-2 h ziehen, bis die Früchte schön Saft abgeben. Aus Mehl, dem restlichen Zucker (30 g), Trockenhefe, Butter, Mandelmilch und der gemahlenen Vanille wird ein Teig geknetet und etwa 30 min gehen gelassen, bis er deutlich aufgegangen ist. In der Zwischenzeit kann man schonmal die Walnüsse hacken. Dann braucht man noch etwas Mehl, um den Teig auf der Arbeitsfläche zu kneten und v.a. die Fruchtstückchen und Nüsse unterzukneten. Durch den Saft war es bei mir erstmal ziemlich matschig und hat noch Mehl gebraucht, bis der Teig sich wieder gut kneten ließ. Dann formt man ihn zu Brötchen, bestreicht diese mit einer Mischung aus Eigelb und Mandelmilch und bäckt sie bei 180°C Umluft etwa 15-20 min, bis sie schön goldbraun sind. Und dann geht’s ab auf den Teller! Noch warm finde ich sie nämlich besonders lecker.

Und schnell ab auf den Teller!

Falls ihr nicht genügend Abnehmer für diese Menge habt, lassen sie sich auch prima einfrieren und kurz in der Mikrowelle wieder auftauen. Dann sind sie noch fast so lecker wie frisch aus dem Ofen 😉

Also, falls ihr noch leckere Rezepte mit Äpfeln und Quitten habt, ich freue mich! Potential für Experimente ist noch da. Eines liegt gerade hinter mir auf der Fensterbank. Die Schale der Quitte habe ich nämlich dort zum Trocknen hingelegt, weil ich gerne Claudias Tipp mit dem Quittenschalentee ausprobieren will. Ich bin gespannt und wünsche euch eine schöne Vorweihnachtswoche mit den passenden Genussmomenten!

PS: Und wer noch ein bisschen Ruhe und Besinnlichkeit sucht, da hätte ich hier eine kleine Fantasiereise zur Wintersonnwende für euch.