Sommer im Hexengarten: Die aromatherapeutische Blumenvase

Dieses Jahr füllt sich bei mir nicht nur der Garten wie von Zauberhand mit unerwarteten schönen Früchten, sondern auch der Blog 🙂 Bei Atessa erfahrt ihr, was sich alles auf ihrem Hexenbalkon getan hat (und auch, wo ihr euch hinstellen könnt, falls ihr hofft, mit aromatischen Minitomaten beworfen zu werden).

Und gerade erreichte mich noch ein ganz besonderer Beitrag von Doris. Denn will ich zum Einstand ins Wochenende gleich mit euch teilen. Es kann gut sein, dass es das letzte Wochenende in dieser Saison wird, das sich so sommerlich anfühlt, obwohl der Herbst schon deutliche Zeichen in die Natur setzt. Hier der Blick Doris‘ aromatherapeutische Blumenvase:

Ob es wohl im Tai Chi eine Übung wie „Den Sommer festhalten“ gibt? Wahrscheinlich nicht, im Tai Chi fließt ja eigentlich alles von einem Zustand in den nächsten. Das Sommerende kommt mindestens immer so unerwartet wie Weihnachten, geht euch das auch so? Gerade blüht und gedeiht noch alles, und dann ist die Natur schon wieder auf dem absteigenden Ast. Gestern habe ich die Zucchini aus dem Beet genommen. Die Kürbisse sind reif, aber die Pflanze blüht noch so schön. Vielleicht kann ich sie noch ein paar Tage genießen, bevor die Blätter komplett braun und vom Mehltau dahingerafft sind. Eines der vielen schönen Sommerdinge ist es, – mehr oder weniger – verschwenderisch Blumen und Blüten für Drinnen zu haben.

Mein Garten ist kein “richtiger” Blumengarten – manches wächst, manches nicht, und insgesamt fehlt mir auch der Platz, aber es ist von einigem was da. Die Dahlie ist über 10 Jahre alt. Bald steht ihr Winterschlaf schon wieder an – ich mag noch gar nicht dran denken! Wie gesagt, es gibt durchaus Blühendes in meinen Beeten, nur reicht es leider nie selten für wirklich voluminöse Blütensträuße. Manche Blumen schneide ich auch gar nicht oder nur sehr spärlich, so wie meine Rudbeckia zum Beispiel. Aber sobald Goldrute und Herbstanemone blühen, ist alles im grünen Bereich. Damit kriegt man auch richtig große Vasen voll, was für ein Luxus!

Das ist aber wirklich die Ausnahme. In der Regel reicht es nur für kleinere Handsträuße. Naja, die Fülle im muss man halt irgendwie „hertricksen“ – Floristen machens ja auch nicht anders. Aber: Bei Fleurop habe ich noch nie das Bouquet „Suppengrün“ gesehen. Das habe wahrscheinlich nur ich im Angebot.  😉 Wieso? Ganz einfach: Bei mir kommt fast alles in die Vase, was sich annähernd dafür eignet. Gut, keine Petersilie, weil die bei mir einfach nicht wächst, aber alles Grüne und Aromatische, was der Garten hergibt. Wie zum Beispiel mein Salbei:

Mein Salbei wuchert und hat neben den silbrig-grünen Blättern auch wunderschöne blaue Blüten. Also: Ab in die Vase damit. Pfefferminze eignet sich auch gut, Lavendel sowieso, Melisse auch. Von allem bleibt aber natürlich immer genug für die Bienen und Hummeln übrig. Der normale grüne Salbei war schon im Garten, als wir vor vielen Jahren eingezogen sind. Das habe ich damals wie ein gutes Omen empfunden, und so stecke ich immer gern die Nase in meine Blumendeko, wenn Salbei drin ist. Das erdet, vor allem am Schreibtisch, wenn es mal wieder drunter und drüber geht. Der zweifarbige Salbei wächst fast noch schneller als sein grüner Bruder. Salbei hält sich erstaunlich gut im Wasser. Ich kann oft einfach nur die Blüte austauschen und habe eine weitere Woche Freude an meinem Sträußchen. Die Gladiolen habe ich vor dem Windbruch gerettet, sie waren einfach zu hoch und zu wackelig.

Kräuter sind so vielseitig einsetzbar und einfach natürlich schön. So ein bisschen Sommer auf dem Schreibtisch tröstet über so manche Arbeitsspitze hinweg, kann ich euch sagen. Was kommt denn bei euch so in die Vase rein?

Sommer im Hexengarten: Mein Zitronentöpfchen

Nach so vielen bunten Beiträgen über Samenschätzkästchen (hier und hier), Minzgestrüpp, Vogelfreunden, Baumpralinen, Kräuterseife und fleißigen Kombuchapilzchen ist bei Atessa nach dem frischen Gurkensalat jetzt die Sauer-Gurken-Zeit ausgebrochen, gleich mit zwei leckeren Rezepte, einmal salzig-spritzig und einmal süß-sauer. Da verzeihe ich den Hang zum Dill gerne 😉 Und ich möchte euch heute ein paar meiner grünen Lieblinge auf der Terrasse vorstellen, nämlich die aus meinem Zitronentöpfchen.

Bei Pflanzen ist doch manchmal so wie bei Menschen: Es gibt einfach solche, die machen einem gute Laune, sobald man sie sieht. Eine von diesen Kandidatinnen bei mir auf der Terrasse ist definitiv die Zitronenverbene. Inzwischen ist sie auch bei uns als Teekraut relativ bekannt, aber so verbreitet wie in Frankreich ist sie doch noch nicht. Dort rangiert sie als Verveine auch bei den ganz normalen Teebeuteln in der selben Beliebtheitsklasse wie Minze und Kamille. Und ich kann es gut verstehen. Sie wirkt verdauungsfördernd und leicht beruhigend. Für mich ist ihr Aroma ein absoluter Gute-Laune-Kick, sicher auch unterstützt durch die vielen schönen Frankreicherinnerungen. So hat meine kleine Zitronenverbene im Frühling einen besonderen Ehrenplatz auf der Terrasse bekommen, im „Zitronentöpchen“ zusammen mit Zitronenthymian und Kreta-Melisse. Die drei scheinen sich auch ganz gut zu verstehen, wobei die Verbene eindeutig die wüchsigste unter ihnen ist und dem Thymian inzwischen etwas den Platz streitig macht. Ganz übel nimmt er es ihr wohl nicht, da er inzwischen zart rosa blüht. Die Zitronenverbene habe ich inzwischen schon mehrfach geschnitten und ihre Blätter getrocknet. Beides ist wirklich easy.

Farbe und Duft machen schon einfach gute Laune 🙂 Und hier seht ihr schön, dass ein abgeschnittenes Zweiglein einfach zu drei neuen führt.

Wenn man ihr einen Zweig kappt, dann entwickelt sie an der Schnittstelle bald neue Triebe – fast immer drei an der Zahl. Denn die Drei scheint schon von ihrer Blattsymmetrie her eindeutig die Lieblingszahl zu sein. So lässt sie sich gut in eine buschige Form bringen und trägt einem den Eingriff nicht nach. Genauso einfach ist das Trocknen der Blätter. Ich pflücke sie einfach vom Zwei und lege sie auf ein Küchentuch. Nach zwei, drei Tagen sind die Blätter so trocken, dass sie schon in die Dose für den Wintervorrat können. Zum Glück behalten sie anders als die Melisse ihr zitroniges Aroma auch nach dem Trocknen.

Zitroneverbeneneistee mit einem Schuss Pfirsichsaft – so lässt sich der Sommer auf der Terrasse aushalten

Ganz angetan bin ich auch vom Zitronenthymian und seinem Verwandten, dem Orangenthymian. Ich mag zwar auch den ganz klassischen Thymian sehr gerne, aber die beiden fruchtigen Varianten stehen ihm mit ihrem etwas zarteren Aroma auch in nichts nach. Für’s nächste Gartenjahr habe ich da auch schon einen Kandidaten entdeckt, der mich mit seinem Duft überzeugt hat. Auf einem Kalkmagerrasen, natürlich im Naturschutzgebiet, wo man nichts pflücken darf, habe ich eine Thymianart entdeckt, die lecker nach Bergamotte duftet. Ganz sicher bin ich mir mit der Bestimmung noch nicht, es könnte aber der Steppenthymian sein. Jedenfalls würde er sich bestimmt auch bei uns im Garten wohl fühlen.

Und dann ist da noch die Kreta-Melisse mit ihren hübschen, satt-grünen Blättern, die noch ein bisschen fruchtiger duften als die der gewöhnlichen Zitronenmelisse. Da bin ich noch am überlegen, ob ich eine Methode finde, ihr Aroma zu konservieren. Ansonsten bleibt sie eben ein Sonnenkind, deren Aroma im Wasserkrug oder als Limonade sofort Sommergefühle weckt. Auf jeden Fall freue ich mich immer wieder über meinen Zitronentopf mit den Gute-Laune-Pflanzen. Habt ihr auch solche Gute-Laune-Punkte bei euch im Garten oder auf dem Balkon? Oder Pflanzenkombis, die sich einfach gut vertragen? Ich bin gespannt!

Sommer im Hexengarten: Vogelfreu(n)de im Garten

An dieser Stelle muss ich einfach mal loswerden, wie sehr ich mich dieses Jahr über den „Sommer im Hexengarten“ freue. Tolle Beiträge und eine rege Diskussion in den Kommentaren – so macht bloggen richtig Spaß. Und für eure schönen Inspirationen möchte ich mich besonders bedanken. Nach einem Kästchen, das als Samenschatzkästchen umgestaltet werden möchte halte ich noch Ausschau, und mein erster Kombucha fermentiert schon vor sich hin. Sehr aufregend. Letzterer ist zusammen mit einem anderen fermetierfreudigen Freund bei mir eingezogen, über den ich euch auch bald berichten möchte. Aber jetzt sind erstmal Bernd & Iris dran. Mit einem ganz bezaubernden Beitrag zu ihren Vogelfreu(n)den im Garten:

Morgens und abends sitzen wir am Esstisch, blicken in den Garten und bekommen großes Kino geboten. Die Hauptdarsteller in wechselnder Besetzung: „unsere“ Vögel. Seit einiger Zeit lassen sich die gefiederten Freunde in wachsender Zahl hier blicken. An einem Sonntag haben wir mal ein Dutzend verschiedene Art in unserem Garten gezählt, und im Frühsommer tauchten Amseln, Grünfinken, Meisen, Rotkehlchen und Spatzen mit Nachwuchs auf.

Für den Garten als Revier spricht nach unseren Beobachtungen neben den Gehölzen als Rückzugsort (vor allem Eiben) die großzügige Versorgung mit Wasser. Dazu hatte uns ein Freund geraten, wofür wir ihm noch heute dankbar sind. Wir haben inzwischen sieben Trinkstellen: eine große Tränke auf einem Gestell, eine Hängetränke im Apfelbaum, drei tönerne Blumentopfuntersetzer verschiedenen Durchmessers und zwei kleine flache Tongefäße.

Ob allein oder in Gesellschaft: Vögel genießen die Wasserstellen

Vor allen an den größeren Tränken herrscht richtig Betrieb. Mindestens ebenso unverzichtbar wie die Wasserstellen selbst sind offenbar die Stecken neben ihnen. Was mal ein Anzeiger für Pflanzstellen war, dient nun als Anflugstation: zum Beobachten, ob die Tränke landebereit ist, oder eben zum Abwarten, bis am Wasser wieder Platz ist.

Apropos Platz: Wenn’s ums Baden geht, haben sich Meisen, Grünfinken und Spatzen schon als gesellig erwiesen und die jeweils andere Art neben sich in der „Wanne“ geduldet. Bienen hingegen, so ist uns aufgefallen, ziehen an den Tränken Abstand vor. Für die Insekten ist das Wasser ja genauso wichtig wie für die Vögel, manche pumpen die Erfrischung in sichtlich großen Schlucken in sich rein.


Ringeltauben waren die Dauergäste in unserem Holunder. Grünfinken und Spatzen „weiden“ den Rasen im Familienverband ab. Der Stieglitz nascht im Verborgenen.

Kleinere Insekten als Bienen & Co., die durch den Garten schwirren, landen öfters in einem Spatzenschnabel. Es ist verblüffend zu sehen, wie schnell die Sperlinge vom Boden aus nach Beute in die Luft schießen. Aber sie sind auch anderweitig geschickt, wenn es ums Futter geht: Da wir auf das letzte Rasenmähen vor dem Sommer verzichtet haben, konnten noch Gräser wachsen – ein gefundenes Fressen für die Spatzen. Faszinierend zu sehen, wie sie die Stängel biegen und dann die mittlerweile vertrockneten Rispen durch den Schnabel ziehen, um an ihre Leckerei zu kommen.

Erstmals in einem Sommer sind dieses Jahr regelmäßig Stieglitze zu Gast, obwohl wir keine Disteln haben und die ausgesäten Karden noch heranwachsen. Dafür haben sich diese Finken nach der Blüte über die Samenstände von Lavendel und Wegwarte hergemacht.

In den benachbarten Gärten in unserem Viertel stehen einige hohe Bäume. Ihnen verdanken wir noch eine besondere Vogelbeobachtung über unserem Garten: die ersten Flüge zweier junger Waldohreulen!

Mit einem herzlichen Gruß
Iris & Bernd

Ganz herzlichen Dank euch beiden für diesen schönen Einblick in euer Gartenleben! Wie ihr so schön schreibt, lässt sich ein Garten schon mit recht unaufwändigen Dingen für geflügelte Mitbewohner wertvoll gestalten. Mal auf’s Rasenmähen verzichten, Samenstände stehen lassen und natürlich eure wunderbaren Wasserstellen. Bei uns im Garten haben wir bisher nur eine, die aber vor allem von Insekten und den Nachbarskatzen rege genutzt wird. Unsere netten Feldwespen sind an den heißen Tagen in jeden Blumentopuntersetzer gekrabbelt, um dort zu trinken. Eine ist mir besonders aufgefallen, weil sie mehrmals am Wasserhahn saß, nachdem ich mir dort Wasser in die Gießkanne gefüllt habe. Da werde ich mir gerne ein Beispiel nehmen und einfach noch ein paar Untersetzer aufstellen. Vielen Dank für diese Anregung!

Sommer im Hexengarten: Vom Pralinenbaum

Unser Garten war in den letzten Monaten wirklich so eine Art Wundertüte. Fast jede Woche erschienen neue Pflanzen, stellte sich die Frage „Was wird das wohl, wenn es mal blüht?“ und ließ sich in nach und nach bei den meisten beantworten. Frühlingsblumen, Kirschblüten, Bergflockenblumen, wilde Orchideen, Königskerzen und jede Menge andere schöne Überraschungen hielt er bereit und auch an tierischen Begegnungen sparte er nicht. Verliebte Weinbergschnecken, eine Fasanendame, Glühwürmchen, Blattschneiderbienen und ein ganzer Chor an Grillen – immer gab es etwas neues zu entdecken. Auch wenn die Kirschbäume zwar hübsch blühen, ließ ihre Ernte doch etwas zu wünschen übrig. Ganz anders als bei einem meiner absoluten Lieblinge: der Felsenbirne. Über ihren zarten Blütenflor durfte ich mich schon im Frühling freuen und dann im Juli über ihre leckere Früchtchen. Ich verstehe absolut, warum man Felsenbirnen als Ziergehölze pflanzt. Hübsch sind sie von der Blüte über die violetten Früchte bis zum roten Herbstlaub. Was ich aber gar nicht verstehe ist, warum die meisten Menschen nicht wissen, wie lecker ihre Früchte schmecken. „Und die kann man wirklich essen?“ war bisher die häufigste Reaktion, wenn ich mit Freunden unterwegs welche gepflückt habe. Die meisten scheinen allerdings genug Vertrauen in meine Pflanzenkenntnisse zu haben, um sie selbst zu kosten. Und schmecken tun sie auch den meisten.

So lecker und doch recht unbekannt – die Felsenbirnen.

Ich mag ihr Aroma ganz besonders gerne, saftig süß und mit einem Hauch Marzipan. Deswegen heißt die Felsenbirne mancherorts wohl auch Pralinenbaum. Sie haben nur einen Nachteil, der mir dieses Jahr mit einem eigenen Baum zum beernten noch mehr aufgefallen ist: man muss schnell sein. Die Vögel mögen sie sehr gerne und ich dachte schon, ich muss mit ihnen um die Wette pflücken. Tatsächlich waren die Vögel aber das kleinere Problem, denn sie ernteten genauso wie ich um die Wette gegen die Überreife. Wenn Felsenbirnen nämlich einmal reif sind, „verhutzeln“ sie sehr schnell und fallen ab. Der Gartenweg lag schnell voller völlig eingeschrumpelter Früchtchen. Ob daher auch der Name Rosinenbaum kommt? Dass man die Früchte gut zu einer Art Rosinenersatz trocknen kann, glaube ich jedenfalls sofort. Statt Felsenbirnen-Rosinen herzustellen, habe ich mich auf einen anderen Versuch eingelassen, ihr leckeres Aroma über die kurze Erntezeit hinaus zu retten. Ich habe sie zusammen mit Granatapfelsaft zu Grütze eingekocht. Dazu habe ich folgenden Zutaten verwendet:

Meine Felsenbirnenernte aus dem Garten – also das, was nicht vorher direkt im Mund gelandet ist 😉

270 g Felsenbirnen
200 g Granatapfelsaft
100 g Gerlierzucker (3:1)
2 EL Zitronensaft

Die Felsenbirnen werden zuerst von ihren Stielchen befreit und dann zusammen mit den restlichen Zutaten im Topf aufgekocht. Man lässt die Grütze so lange kochen, wie der Gelierzucker braucht, um zu gelieren (steht auf der Packung). Da kann man einen Teil der Felsenbirnen mit einer Gabel etwas zerdrücken. Danach kommt das Ganze heiß in saubere Gläser und hält sich so ähnlich lange wie Marmelade. Außer dass ich es wesentlich schneller konsumiere als Marmelade. Auch wenn Grütze eines der seltsameren Worte der deutschen Sprache ist, ich liebe sie einfach. Egal ob die klassische rote Grütze, Kirschgrütze, gelbe Grütze, Pfirsichgrütze – die haben bei mir alle keine lange Halbwertszeit. Im Joghurt, zu Vanilleeis und -pudding, auf Pfannkuchen und Waffeln oder einfach pur, eine gute Grütze wertet so manchen Nachtisch auf. So auch meine exklusive Felsenbirnen-Granatapfelgrütze, von der es wohl kaum ein Gläschen in den Wintervorrat schaffen wird. Aber auch nicht schlimm, da muss ich eben Ausschau nach neuen Grützemöglichkeiten halten 😉

Frühsommergenuss ins Glas gepackt für später
Wer braucht schon fertigen Fruchtjoghurt, wenn man ihn auch in der Geschmacksrichtung Felsenbirne-Granatapfel selber mischen kann?

Falls ihr sie noch nicht kennt, könnt ihr euch die Felsenbirnen jedenfalls schonmal für die nächste Saison vormerken. Aber vielleicht habt ihr ja noch Tipps zu anderem, leckerem Wildobst. Ich würde mich freuen.

Sommer im Hexengarten: Aus dem Samenkästchen geplaudert

Wie schön, dass der Sommer im Hexengarten dieses Jahr Dank eurer vielen Beiträge so schön fast wie von selber läuft. Bei Atessa erfahrt ihr, wie man das Aroma aus dem Kräuterkasten mit einem sympathischen Kombucha-Schwabbel in die Flasche holt und von Doris, an deren Efeuwildnis-Blog ich noch sehr schöne Erinnerungen habe, erreichte mich vorgestern auch ein Gastbeitrag. Von mir kommen auch bald Beiträge, versprochen, Ideen sind ganz viele da 😉 Aber zuerst einmal kommt hier Doris‘ Beitrag:

Mein Samenkästchen steht in der Abstellkammer in meinem Gartenregal. Dort hat sich im Laufe der Jahre einiges angesammelt – auch das ist ein Posten auf meiner To-Do-Liste: „Gartensachen aufräumen“. Nur ist das Jahr immer so schnell vorbei! Jedes Frühjahr ziehe ich die kleine Vogelscheuche aus dem Regal hervor  und krame mich durch den Inhalt der kleinen Kiste, für die mein Kater sich „geopfert“ und den Inhalt in Form von Portionsbeuteln mit dem Namen einer bekannten Katzenfuttermarke vertilgt hat. Eine Zeitlang mochte er diese Marke so gerne, dass ich eine kleine Sammlung der stabilen Kartons mit dem praktischen Klappdeckel hatte. „Da muss man doch was draus machen können.“ dachte ich mir, und dann hatte ich die Idee mit den Samenkästchen: Ein bisschen weiße Farbe, hübsche Servietten drauf, ein bisschen Lack, und fertig. Ich dachte, damit würde ich dem Chaos in meiner Samensammlung Herr, was natürlich ein schöner Gedanke, aber weitab von jeder Realität war. Im Herbst räume ich auf, sortiere annähernd chronologisch nach Aussaatzeitpunkt hinter die drei Karteikarten (ganz frühes Frühjahr, vor den Eisheiligen, nach den Eisheiligen) und freue mich an der Ordnung bis genau zu dem Zeitpunkt, zu dem ich das Kästchen wieder für den ersten Einsatz im folgenden Jahr hervorhole. Nach der ersten Aussaataktion herrscht wieder Chaos: Die Radieschen stecken vielleicht noch ganz vorn, die Schalerbsen auch, aber die Zucchini und der Kürbis stecken irgendwo mittendrin, von den Sonnenblumen ganz zu schweigen. Wieso ich den Petersiliensamen noch aufhebe, obwohl die bei mir nie was wird, ich weiß es nicht. Vielleicht, weil die Hoffnung zuletzt stirbt? Die Tüte Möhrensamen mit der Aufschrift „Viel Erfolg!“ und der Unterschrift unseres ehemaligen Nachbarn steckt aus nostalgischen Gründen im geordneten Chaos. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist um viele Jahre überschritten, so dass eine erfolgreiche Aussaat unwahrscheinlich sein dürfte, aber ich erinnere mich gern an  die Gartenjahre mit den damaligen Nachbarn.

Und dann gibt es da noch die Samensammlung aus eigener Ernte, die seit letztem Herbst in einem Eierkarton auf der Fensterbank stand. Ich wollte sie immer mal wegräumen, aber irgendwann war das Frühjahr schon wieder so nah – da hätte sich der Aufwand doch gar nicht mehr gelohnt. Die Buschbohnen ziehe ich gerade vor, um ihnen einen Vorsprung vor dem Schneckenfraß zu verschaffen. Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät für diese zweite Aussat, die Lücken im Hochbeet füllen und uns mindestens noch einen Bohneneintopf in diesem Jahr bescheren soll.

Die Katzenfutterfirma hat ihre Verpackung übrigens geändert; die neuen Kartons  taugen nicht mehr für solche DIY-Aufbewahrungen. Schade! In meinem Kreativwahn hatte ich damals auch Samenkästchen für meine Schwester und eine liebe Freundin gebastelt. Jedes Jahr erzählen wir uns von den Erfolgen und Misserfolgen in unseren Hexengärten, und die kleine Vogelscheuche kennt meine Gartengeschichten aus erster Hand. Manchmal habe ich den Eindruck, sie zwinkert mir verstohlen zu und wünscht mir „Viel Erfolg!“.

Was für eine schönes Samenkästchen mit Geschichte dazu! Ganz herzlichen Dank, liebe Doris! Das Sortiersystem nach Aussaatzeit finde ich einfach genial. Ich bin jetzt schon am Schauen, ob ich ein passendes Kästchen finde, das ich ähnlich schön gestalten kann. An hübschen Servietten würde es nicht mangeln. Und ich drücke dir ganz fest die Daumen für die Bohnen! Die habe ich dieses Jahr leider vergessen, obwohl ich mir extra Samen von meiner Lieblingssorte bestellt hatte. Aber wie du so schön schreibst: Das Jahr ist immer so schnell vorbei.

Sommer im Hexengarten: Ein Blick ins Schatzkästchen

Diese Woche scheint der Sommer im Hexengarten richtig Fahrt aufzunehmen. Bei Atessa gibt es einen Eindrücke, wie es auf ihrem Hexenbalkon grünt und blüht und wer alles zu Besuch kommt, sowie ein leckeres Gurkensalatrezept. Und mich hat der erste Gastbeitrag erreicht. Iris und Bernd gewähren uns einen Einblick in ihr Schatzkästchen:

In diesem Frühling haben wir einfach einmal in unseren Schubladen geschaut, was dort wohl noch für Saatgut halb vergessen schlummert. Und wir entdeckten eine Schachtel mit etlichen noch geschlossenen oder noch halb vollen Tütchen aus so einigen vergangenen Jahren.

Bisher hatten wir in unserem Garten letztlich doch recht wenig selbst gesät, sondern eher kleine Pflänzchen gekauft. Nun war es Zeit für die gehorteten Saatgut-Schätze!

In dem kleinen „Schatzkästchen“ fand sich zum Beispiel Saatgut von Rotem Lein, der nun ganz wunderbar durch den Garten leuchtet.

Auch Borretsch konnten wir aussäen und die Bienen fliegen ihn sehr emsig an.

Sonnenblumensamen waren auch dabei. Langsam geht nun diese kleine Sonne auf und wir müssen sehr aufpassen, daß die Schnecken sich nicht daran gütlich tun.

Gleich mehrere bienenfreundliche Blütenmischungen waren noch da. Wir haben einfach die Reste aus verschiedenen Tütchen zusammen ausgesät und das ergab eine schöne Blütenkombination.
Es hat wirklich Freude gemacht und war für uns tatsächlich eine neue Erfahrung, für all diese Pflanzen jeweils einen Platz im Beet oder im Topf auszusuchen und sie auszusäen. Und dann gespannt zu warten 🙂 …

Mit einem herzlichen Gruß,
Iris und Bernd

Ganz herzlichen Dank euch beiden für diesen Einblick! Mir ist es ganz ähnlich gegangen, dass ich dieses Jahr viel mehr selbst angezogen und gesät habe als sonst, wahrscheinlich auch, weil da die Baumärkte gerade geschlossen waren und irgendwo doch die Sorge da war, in puncto Pflanze leer auszugehen. Und jetzt habe ich richtig Lust, meinen Saatguttütchen ein richtiges Schatzkästchen als Zuhause zu gestalten. Gefühlt ist mein kleiner Karton zwar ein Schatzkästchen, aber die Optik lässt doch noch etwas zu wünschen übrig.