Winter in der Hexenküche: Leckeres Lichterfest

Kaum zu glauben, dass die Wintersonnwende schon sechs Wochen her ist. Man merkt es aber schon deutlich an der Tageslänge. Vorhin war ich um fünf noch einmal draußen im Garten und habe ein bisschen herumgewerkelt. Aber wie der alte Merkspruch im Hinblick auf die Zunahme des Tageslichts nach der Wintersonnwende so schön sagt:

Zu Weihnachten einen Muckenschritt,
zu Neujahr einen Hahnentritt,
zu Dreikönig einen Hirschensprung,
zu Lichtmess eine ganze Stund.

Und Lichtmess ist ja die Woche bzw. das alte keltische Fest Imbolc schon heute. Ich mag dieses Lichterfest sehr und auch die besondere Stimmung draußen in der Natur, die so zwischen Spätwinter und Vorfrühling schwebt. Dementsprechend durfte an diesem Wochenende ein ganz typisches Lichtmess-Essen nicht fehlen: Galettes bretonnes

In Frankreich gibt es nämlich zwischen Weihnachten und Ostern mehr als nur Fasching. Das fängt mit Dreikönig an, wo der nette Brauch der Galettes des Rois, also des Dreikönigskuchen, ausgiebig zelebriert wird. Das ist ein Kuchen je nach Gegend in ganz unterschiedlichen Varianten, in dem eine Bohne oder eine kleine Jesusfigur eingebacken ist. Wer das Stück mit diesem kleinen Extra erwischt, bekommt eine Papierkrone auf, ist für den Tag der König und soll im kommenden Jahr besonders viel Glück haben. Die Bohne bzw. Figur soll man im Geldbeutel tragen, so dass dieser über’s Jahr immer reich gefüllt bleibt. Wobei man für Gewöhnlich mehr als eine Chance hat. In meinem Frankreichjahr bin ich in der Woche nach Dreikönig fast jeden Tag woanders zu einem Stückchen Galettes des Rois eingeladen worden. Mein Jesuskindchen habe ich brav im Geldbeutel behalten und hatte ein wunderschönes Jahr 🙂

Weiter gehen die kulinarischen Festlichkeiten dann an Lichtmess oder Chandeleur. Aus der Bretagne stammt der Brauch an diesem Tag Crêpes und Galettes bretonnes, die deftige Variante aus Buchweizenmehl, zu essen. So zu sagen der Pfannkuchentag. Während die süßen Crêpes bei uns den meisten geläufig sind, kennen wenige die leckere salzige Buchweizenvariante. Dabei kann man sie genauso auf dem Crêpe-Eisen zubereiten und ich will zur Feier des Tages gerne mein Hausrezept mit euch teilen. Man braucht nur:

1 Ei
330 g Buchweizenmehl
750 g kaltes Wasser
1 Prise Salz

Rund und golden – die Pfannkuchen sollen an Lichtmess an die Sonne und ihre wachsende Kraft erinnern.

Aus diesen Zutaten rührt man einen recht flüssigen Pfannkuchenteig und lässt ihn mindestens eine halbe Stunde ruhen. Das ist sehr wichtig, weil Buchweizen eigentlich gar kein Getreide ist und ihm das Klebereiweiß fehlt, sprich er ist glutenfrei. Wenn man dem Teig nicht genug Zeit gibt, dann lässt er sich schlecht in der Pfanne verteilen und die Galettes werden brüchig. Wenn die Wartezeit vorbei ist, gibt man den Teig dünn in eine Pfanne mit heißem Öl bzw. auf der Crêpe-Eisen – wie einen Pfannkuchen halt. Dann sucht man sich schonmal die Sachen zusammen, die man gerne drauf hätte. Nach dem Wenden belegt man die Galette nach Belieben mit Käse, Schinken, Wurst, Tomaten, Pilzen und was man sonst gerne mag, klappt die Ränder drüber und lässt es noch ein bisschen backen. Dann kann’s schon auf den Teller und in den Mund gehen.

Ein bisschen Salzbutter darauf schmelzen zu lassen, macht es noch herzhafter.

Den Variationen beim Belegen sind wirklich keine Grenzen gesetzt – ob vegetarisch, mit Wurst, Schinken oder Fisch. Sehr lecker und typisch bretonisch ist auch die Variante, wo man erst Salzbutter auf der Galettes schmelzen lässt, dann neben Schinken und Käse ein Ei drauf schlägt und es ähnlich wie ein Spiegelei stocken lässt. Das heißt dann Galette complète. Nur vor einer Variation möchte ich warnen. Sie taucht unter verschiedenen Namen auf und enthält Andouille, das ist so eine Art Kuttelwurst. Die sollte man lieber erstmal in kleinen Dosen probieren, denn die Reaktion der meisten Menschen (auch Franzosen), die ich so kenne, darauf liegt eher im Bereich von Ablehnung bis Würgereiz. Wobei es auch Leute gibt, die sie lieben.

Mit dem Fotografieren des Endproduktes konnte ich mir hier nicht so viel Mühe geben. Ich war zu hungrig und es hat zu lecker geduftet 😉

Naja, jedenfalls haben Galette den großen Vorteil, dass sie gerade auch bei gemeinsamen Kochabenden für jeden Geschmack etwas bieten. Ich liebe sie einfach, seit ich das erste Mal in der Bretagne war. Und es ist total einfach ein ganzes Menu zusammen zu stellen. Mehrere Gänge in deftig und als Nachtisch dann noch Crêpes. Letztere lassen sich auch von ganz simpel mit Puderzucker oder darauf geschmolzener Schokolade bis hin zu aufwändig spektakulär wie mit Calvados flambiertem Apfelkompott gestalten. Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Und? Seid ihr dabei bei der Fête des Crêpes? Und was sind eure liebsten Pfannkuchevariationen?

Winter in der Hexenküche: Kleine, blühende Winterwunder

Kaum hatte ich die schönen Seifenbeiträge von Doris und Atessa hier erwähnt, kam gleich der nächste Gastbeitrag ins Postfach geflattert, ganz unerwartet von Claudia (ehemals(?) Kräuterklatsch-Blog). Ich habe mich sehr gefreut und die Geschichte zu ihren zwei kleinen, blühenden Winterwundern hat mir die eher novembergraue Schneematsch-Regen-Woche erhellt. Aber schaut selbst, was sie zu berichten hat.

Liebe Mirjam,
Einen kleinen Gastbeitrag will ich auch beisteuern. Eigentlich mag ich alle Pflanzen und Kräuter. Aber irgendwie mochte ich Alpenveilchen nicht so sehr- warum weil wenn man Alpenveilchen auf dem Fensterbrett hat – ist man alt. Alle Omas, Tanten ältere Bekannte hatten früher immer Alpenveilchen und die freuten sich auch wenn man welche mitbrachte.

So und nun bekam ich zu meinem 60. Geburtstag rote und weiße Alpenveilchen geschenkt und da wusste ich oh man jetzt bin ich alt. Gut ich habe die Pflanze gepflegt gegossen und habe die verblühten Blüten weggeschnitten. Doch eines Tages fand ich ein „Körbchen „ein geöffnetes Samenpäckchen meines Alpenveilchens. Mit den Enkeln zusammen haben wir alle ausgesät und nach einigen Wochen kamen da süße kleine Alpenveilchen und seit einigen Wochen blühen sie. Ich wusste gar nicht wie wunderschön Alpenveilchen sind 🙂 .

Nun dann habe ich noch kleine Probleme mit Weihnachtssternen, vor Weihnachten ist alles mit diesen Pflanzen überfüllt. Nie würde ich mir einen Weihnachtsstern kaufen. Mein Mann bekam im November 2019 einen geschenkt. Ich habe das nötigste gemacht nämlich nur gegossen. Im Sommer stand die Pflanze im Garten und erst im November 2019  holte ich sie wieder rein. Kurz vor Weihnachten bekam sie ihre roten Scheinblätter- für mich ein kleines Wunder, zwar sind die Scheinblüten nicht so riesig wie bei den gekauften – aber es ist jetzt mein Stern. 

Nie hätte ich gedacht mit diesen beiden Pflanzen eine solche Freude zu erleben – aber es war halt das Coronajahr – ein ganz besonderes Jahr.

Bleibt alle gesund 

Liebe Grüße Claudia

Es ist doch schön, wenn man sich überraschen lassen kann 🙂 Ich glaube, ich habe noch nie bewusst den Samenstand eines Alpenveilchens gesehen. Wahrscheinlich werden die bei den meisten Zimmerpflanzen gleich nach der Blüte entfernt. Eigentlich schade. Offenbar hat es bei dir mit der Bestäubung drinnen auch von selbst geklappt. Lustigerweise verbinde ich Alpenveilchen nicht mit älteren Damen, sondern mit Frühlingserwachen. Bei uns im botanischen Garten blühen zusammen mit Crocus & Co. viele verschiedene Arten Alpenveilchen und ich finde sie einfach zauberhaft. Die Wildarten haben etwas zierlichere Blüten als die von der Fensterbank und freuen Menschen und Bienen gleichermaßen. Vielen Dank, liebe Claudia, für deine schöne Wintergeschichte!

Winter in der Hexenküche: Duftige Seifen

Hoffentlich seid ihr alle gut ins neue Jahr gekommen. Ich wünsche euch jedenfalls ein frohes neues Jahr – voller Gesundheit, Glück und all der anderen Dinge, die zu einem guten Jahr gehören. Und es freut mich sehr, dass ich das neue Jahr hier im Blog gleich mit zwei tollen Beiträgen eröffnen kann. Als wäre es abgesprochen gewesen, drehen sich beide um das Thema selbstgemachte Seifen. Einmal in der einfacheren, gegossenen Version von Doris, die ihr weiter unten als Gastbeitrag lesen könnt, und einmal in der gesiedeten Profiversion bei Atessa. Bei ihr gibt es auch einen kleinen Rückblick auf die Rezepte, die sie bei den letzten Winterevents der Hexenküche vorgestellt hat. Da kommen nostalgische Gefühle auf. Wie gut, dass das Hexenküchen-Event diesmal nicht zu Weihnachten aufgehört hat. Vielen Dank, ihr beiden, für die schönen Ideen!

Hier kommt wie angekündigt Doris‘ Gastbeitrag. Viel Spaß beim Lesen und inspirieren Lassen 🙂

Kräuter sind zum Waschen da, falleri und fallera!

Küchenkreation mal anders, denn das Produkt taugte definitiv nicht zum genussvollen Reinbeissen. Macht aber nichts; es darf ja durchaus auch mal was Praktisches aus der Küche kommen. Nein, Corona und der Aufruf zum vermehrten Händewaschen hatten nichts mit diesem kleinen Projekt zu tun; das hat sich einfach so ergeben. Ich wollte nämlich schon seit Jahren Seife machen, eine ganz einfache, ohne Explosionsgefahr oder sonstwas. Seifensieden ist eine tolle Sache (wenn man es kann) und ich liebe schöne handgemachte Seifen, aber nein – dafür ist mein Respekt vor der Chemie bei dem Ganzen zu groß. Das probiere ich lieber unter professioneller Anleitung, wenn man wieder irgendwann irgendwo einen Kurs so mit „live und in Farbe“ buchen kann.

Als Grundidee wollte ich eine transparente Seife mit Kräutern aus meinem Garten beduften. Zitronenmelisse, Lavendel, Pfefferminze und Salbei standen getrocknet zur Auswahl. Im Sommer suchte ich mir im örtlichen Bastelgeschäft eine Gießseife aus: Schmelzen im Wasserbad, mit Farbe und Duft nach Wunsch bearbeiten, gießen, aushärten lassen, fertig. So muss das – das ist ein Rezept nach meinem Geschmack.

Die Herstellung passierte dann aber doch erst kurz vor Weihnachten. Ging ganz schnell und einfach, nur hatte ich mir das Ergebnis spektakulärer vorgestellt. Die getrocknete Melisse kam auch nach dem Zermösern von der Intensität nicht mehr an das frische Original heran. Blöd, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet, aber Not macht erfinderisch: Ein paar Tropfen Grapefruitöl würden der Zitronennote auf die Sprünge helfen, dachte ich. Nur hätte hier offensichtlich ausnahmsweise „mehr ist auch mehr“ gegolten, denn die Gießseife verschluckte auch diesen Duft leider so ziemlich. Immerhin gabs was fürs Auge: Die Transparenz hatte ich mit einem Klecks Lebensmittelfarbe gelblich eingefärbt; das passte ganz gut zum Melissengrün und ergab interessante Effekte mit dem getrockneten Kraut in der Seife.

Hinterher ist man ja immer schlauer, deshalb nehme ich beim nächsten Mal getrocknete Lavendelblüten für ein hoffentlich intensiveres Duftergebnis und kombiniere das mit der Farbe Blau. Versuch macht klug, was solls – Händewaschen klappt allemal mit meiner Erstproduktion. Bis dahin halte ich auch Ausschau nach weiteren Gießformen. Eiswürfelförmchen, abgeschnitte Joghurtbecher, Keksverpackungen – da geht vieles. Wie ihr seht, kann man sogar Seifen für die Katzenwäsche machen!

Wow, zum Anbeißen sehen sowohl die Seifen von Doris als auch von Atessa aus. Und dann noch nett als kleine Pralinchen verpackt 😉 Das Seifensieden ist auch eine der Sachen, die schon lange mal ausprobieren wollte. Aber da fange ich wie Doris vielleicht lieber mal kleiner an, denn in irgendeiner Schublade habe ich auch noch einen Block Gießseife liegen. Vielleicht lässt die sich mit den richtigen Beigaben auch noch ein bisschen handfreundlicher machen. Jetzt bin ich gerade mal wieder eine Woche auf der Arbeit und meine Hände sehen vom vielen Waschen schon wieder aus, als würde ich sie nie eincremen. Geht euch das auch so? Oder habt ihr dagegen ein Geheimrezept? Ich freue mich jedenfalls auch schon auf die Zeit, wo wir wieder unbeschwert Kurse „live und in Farbe“ besuchen können.

Und zwecks getrockneter Melisse habe ich noch einen Tipp bekommen, den ich nächstes Jahr selbst gerne ausprobieren will. Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Zitronenmelisse beim trocknen einen Großteil ihres schönen Aromas verliert. Sie lässt sich frisch einfach am besten verarbeiten. Es gibt aber noch eine andere Kräuterart, die sog. „Weiße Melisse“ (Nepeta cataria var. citriodora), eigentlich eine Varietät der Katzenminze nur mit einem ähnlichen Aroma wie die Zitronenmelisse. Sie behält ihren Duft beim Trocknen wohl ganz gut und war früher ein beliebtes Kraut im Bauerngarten. Selbst habe ich sie noch nicht probiert, aber sie steht auf meiner Liste der Teekräuter, die ich gerne noch ausprobieren will. Falls ihr mögt, stelle ich euch demnächst mal meine neuen Sternchen am Kräuterteehimmel vor, die mit den Winter in der Hexenküche erhellen. Und fleißig am Planen für die nächste Hexengartensaison bin ich natürlich auch schon 😉

Winter in der Hexenküche: Sommererinnerungen im Glas

Es gibt wohl Studien dazu, dass Kindern, die mit künstlichen Aromen aufwachsen, natürliche Aromen irgendwann nicht mehr schmecken. Wenn der Joghurt mit Erdbeeren einfach nicht schmeckt, wie der Erdbeerjoghurt aus dem Laden, der nie eine Erdbeere gesehen hat, mag das sicher gewöhnungsbedürftig sein. Was ich mich da immer gefragt habe, wenn das zitiert wird: Hat das auch jemand mal andersherum untersucht? Das geht mir nämlich mit manchen Lebensmitteln so, ganz besonders auch mit Marmelade. Die gab’s bei uns daheim eher selten und, wenn, dann selbstgemacht in den Varianten Johannisbeere (aus dem Garten), Himbeere/Brombeere (aus dem Wald) und Powidl (=Pflaumenmus, aus der Feldhecke). Selbst habe ich selten Marmelade daheim. Wenn ich mal auswärts frühstücke, probiere ich immer mal wieder ein Marmeladenbrötchen, nur um festzustellen, dass mir Marmelade nicht so recht schmeckt. Wobei das bei genauerem Hinsehen, nicht ganz zutrifft, sondern mir die gekaufte Marmelade (bis auf unser lokales Hiffenmark) nicht so schmeckt. Bei den selbstgemachten Kreationen sieht das etwas anders aus, bloß die bekomme ich halt seltener.

Wer braucht Duftkerzen, wenn es so etwas gut duftendes wie Quitten gibt?

Dieses Jahr habe ich schon im Frühsommer aus unseren Felsenbirnen eine Art Marmeladen-Grütze bereitet, die es mir angetan hat. Ein Gläschen habe ich sogar geschafft bis jetzt aufzuheben. Im Herbst wurde ich mit Äpfeln und Quitten reich beschenkt und habe ganz fleißig eingekocht. Das meiste in Form von Mus, nach dem ganz einfachen Schema:

10 Teile Apfel (und Quitte), 1 Teil Apfelsaft

Und selbstgemachtes Mus ist einfach eine ganz andere Hausnummer als das aus dem Laden, auch wenn es da einige Sorten „Apfelmark“ gibt, die ich echt gerne mag. Das leckerste Mus, das je in meiner Vorratskammer stand, ist meine Variante 1 Teil Quitte : 2 Teile Apfel. Durch die Quitten kommt noch so ein richtig rosig, sommerliches Aroma mit hinein. Einfach himmlisch.

Analog zur Felsenbirnengrütze wollte ich dann auch noch ein bisschen Quittengrütze einmachen. Da Quitten wohl deutlich besser gelieren als Felsenbirnen ist dann doch eher eine Art Quittenmarmelade mit Stückchen geworden, aber auch sehr lecker in zwei Varianten:

Quittenstückchen in Granatapfelsaft – mmh…

300 g Quitte, klein gewürfelt
300 g Granatapfel- bzw. Apfelsaft
100 g Gelierzucker 3:1
2 EL Zitronensaft

Alles zusammen aufkochen, für vier Minuten sprudeln kochen lassen und dann heiß in saubere Gläser füllen. So lässt sich die Leichtigkeit des Sommers wenigstens geschmacklich für den Winter konservieren.

So kann der Winter kommen 😉

Habt ihr auch eure Lieblingsrezepte, wie ihr die Fülle von Sommer und Herbst ins Glas bekommt? Oder welche anderen Schätze liegen in euren Speisekammern?

Winter in der Hexenküche: Pfeffernüsse und Pfaffenkappen

Plätzchen backe und esse ich eigentlich das ganze Jahr gerne, aber im Advent und zwischen den Jahren haben sie natürlich einen ganz besonderen Stellenwert und gehören einfach dazu. Höchste Zeit mit dem Plätzchenbacken anzufangen, wo doch schon 3. Advent ist. Da habe ich mich über den Beitrag von Andreas besonders gefreut, in dem er uns gleich zwei alte Familienrezepte verrät. Sehr lecker sind übrigens beide. Ich hatte in den letzten Jahren schon das Glück, sie von ihm zu kosten. Da gemeinsames Backen dieses Jahr nicht so ganz dem Geist der Zeit entspricht, können wir uns ja auf’s Rezepte teilen verlegen. Los geht’s 🙂

Liebe Mirjam,  
Bei Deinem „Winter in der Hexenküche“ Event bin ich gerne mit dabei. Auch den Zeitrahmen finde ich eine gute Idee. Mich nervt diese „Ab September essen wir Lebkuchen und ab 27.12. haben wir von Weihnachten und dem Winter die Nase voll!“ Einstellung sehr.  
Bei Winter und Küche denke ich spontan an Weihnachtsplätzchen (oder -Kekse, wenn Euch das lieber ist). Früher hat uns meine Tante reichlich mit Plätzchen versorgt, seit einigen Jahren bin ich selbst eingestiegen, denn Weihnachtsplätzchen müssen einfach selbstgebacken sein. Gerne auch von Freunden oder Familie, nur gekauft geht gar nicht! 😉 Inzwischen gehört das Backen (natürlich mit Weihnachtsmusik) bei mir fest zur Adventszeit dazu. In diesem verrückten Jahr musste das gemeinsame Backen mit Freunden natürlich ausfallen und ich werde mich wahrscheinlich auf drei Sorten beschränken, aber ganz verzichten möchte ich nicht.   

Neben einigen alten und modernen Rezepten, die ich immer wieder wechsle habe ich zwei alte Familienrezepte, die jedes Jahr dabei sein müssen. Temperatur und Backdauer sind auf meinen Ofen abgestimmt, da ist jeder Ofen etwas anders. Anfangs hatte ich „Versuchsreihen“ mit vier oder fünf Plätzchen gemacht und im Minutenabstand ein Plätzchen nach dem anderen aus dem Ofen geholt, um die beste Backdauer herauszufinden.   Als erstes, meist schon im Lauf des Novembers, backe ich Pfeffernüsse nach dem Rezept meiner Tante. Peffernüsse sind kein reines Weihnachtsgebäck und brauchen einige Wochen Lagerzeit, bis sie am besten sind. Anfangs sind sie ziemlich hart, schmecken aber auch so schon gut. Äpfel mit in der Blechdose zu lagern ist übrigens nicht nötig, sie werden auch von alleine weicher. Es handelt sich um ein „großes“ Rezept und die einfache Menge reicht meist über den Winter.

Pfeffernüsse

Zutaten:
6 Eier
1 Pfund Zucker
½ Pfund Farinzucker
¼ Pfund Butter
1 Teelöffel Kakao
1 Teelöffel Nelken
1 Teelöffel Zimt
1 Esslöffel Anis
2 Messerspitzen Pfeffer
15g Hirschhornsalz
1 ½ Pfund Mehl
1 gehäufter Teller gemahlene Nüsse (= 200g)
½ Päckchen Lebkuchengewürz (ein ganzes schadet aber auch nicht)  

Zubereitung:
Zutaten verrühren (nicht mit dem Rührgerät, sondern mit dem Kochlöffel) und durchkneten, Teig über Nacht kühl stellen. Wieder etwas warm werden lassen und nochmal gut durchkneten. Nicht zu dünn ausrollen, mit einer runden Plätzchenform ausstechen. Oberseite mit Wasser bepinseln und mit einer Prise Zucker oder Farinzucker bestreuen. Mit Farinzucker bekommen sie einen leichten Karamellgeschmack. Bei 200° Umluft ca. 10 Minuten backen.

Anmerkungen:
Reicht für eine große Plätzchendose.
Wenn sie aus dem Ofen kommen, riecht es durch das Hirschhornsalz etwas streng. Das ist normal und wirkt sich nicht auf den Geschmack aus.
Sie sind am Anfang etwas hart. Am besten schmecken sie, wenn sie einige Wochen in einer Blechdose gelagert werden.
Das zweite Rezept, das keinesfalls fehlen darf, sind Pfaffenkappen nach dem Rezept meiner Großmutter mütterlicherseits. Zumindest mein jüngster Neffe wäre sehr betrübt, wenn ich keine machen würde. Hier mache ich meist das dreifache Rezept und musste manchmal schon nachbacken, weil sie zu schnell weg waren. Mein Neffe wünscht sie sich seit einiger Zeit auch zu Ostern, so dass ich am Palmsonntag nochmal Weihnachtsplätzchen backe (auch mit Weihnachtsmusik ;-)). Die Plätzchen sollten sehr groß sein, in etwa wie ein Lebkuchen. Ich finde, dass sie nicht so gut schmecken, wenn sie kleiner sind, da sie dann nicht so weich bleiben.  

Paffenkappen

Zutaten:
150 g Zucker
60 g gemahlene Mandeln
350 g Mehl
2 Eier
150 g Butter
170 g Hiffenmark (Hagebuttenmarmelade) – ca. ½ Glas
Andere Marmelade geht auch, aber mit Hiffenmark schmeckt es am besten.

 Zubereitung:
Alle Zutaten bis auf die Butter verrühren. Butter einarbeiten und gut durchkneten. Nicht zu dünn ausrollen, dann Kreise mit ca. 7,5 cm ausstechen (z.B. mit einem Colaglas vom Mäc), in die Mitte einen Klecks Hiffenmark und wie einen Dreispitz zusammenklappen.
Bei 150° Umluft ca. 18 Minuten backen. Die Plätzchen sollten nur an den Rändern leicht braun werden.  

Liebe Grüße,
Andreas

Oh, da läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur die Bilder sehe. Und ich liebe Hiffenmark. Das ist eine der wenigen Marmeladensorten, die ich kaufe. Einerseits ist das von unserer Regionalmarke recht lecker, andererseits ist es eine recht mühselige Arbeit mit den Hagebutten. Das macht mir jetzt richtig Lust auf’s Backen 🙂 Vielen lieben Dank, Andreas!

Vielleicht wundert ihr euch, warum der Adventskranz eine andersfarbige Kerze hat. Dazu hat mir Andreas die Geschichte auch erzählt. Traditionell orientierten sich die Kerzenfarben auf dem Adventskranz an den liturgischen Farben der Adventssonntage. Da der Advent früher wie die Zeit vor Ostern eine Zeit der Besinnung und Buße war und auch eine Fastenzeit, ist die zugeordnete Farbe violett. Nur der 3. Adventssonntag hat wie der 4. Sonntag der Fastenzeit die liturgische Farbe Rosa, also ein aufgehelltes Violett, um die Freude auf das anstehende Fest auszudrücken (der 3. Advent heißt auch Gaudete = Freuet euch). So waren die Kerzen 1, 2 und 4 des Adventskranzes violett und die dritte rosa. Also weit ab von dem uns gewohnten „weihnachtlichen“ Farbschema grün-rot-gold. Mancherorts hat es sich erhalten, dass die 3. Kerze immer noch eine andere, meist hellere Farbe hat. Bei den meisten richtet sich die Kerzenfarbe wohl eher nach dem Geschmack des Aufstellers, da gibt es ja alles. Aber die vorweihnachtliche Fastenzeit ist auch recht in Vergessenheit geraten 😉

Winter in der Hexenküche: Aus dem winterlichen Garten

Diesmal sind meine lieben Leser schneller mit dem Beiträge Schreiben bei der Hand als ich, gleich zwei erreichten mich letztes Wochenende. Ich habe mich sehr gefreut 🙂 Da fangen wir doch heute gleich mal mit dem von Iris und Bernd an. Er ist auch quasi eine winterliche Fortsetzung von den „Vogelfreu(n)den im Garten“ und natürlich wieder mit schönen Fotos von den gefiederten Nachbarn. Aber schaut selbst:

Eigentlich schätzen wir beide den Herbst und auch den Winter ganz besonders (wir sind halt beide Winterkinder). Doch in diesem Jahr war uns der Gedanke, vom sommerlichen Garten Abschied zu nehmen, doch etwas bedrückend: Unsere täglichen Vogelbegegnungen und der farbenfrohe Anblick der Blüten unserer Kräuter und Blumen haben uns diesmal besonders Freude geschenkt.

Umso froher waren wir, als wir merkten, dass es in unserem Garten diesmal auch ausgesprochen weit in die Herbstmonate hinein blühte. Nicht nur eine wunderbare Menge Ringelblumen, sondern dazu auch noch ein paar Rosen, der Ziest und der Rosmarin. Besonders haben wir uns im November über die letzten tapferen Blüten von Duftwicke und der Wegwarte gefreut. 

Und trotz der nun ja schon sehr kurzen Tage werden uns weiterhin jeden Tag ein paar Vogelbeobachtungen geschenkt:
Amsel und Blaumeise lassen sich die letzten Äpfel im Garten schmecken. Die Blaumeise hat sich ein erstaunlich großes Exemplar ausgesucht, das noch am Baum hängt. Die Amsel dagegen schätzt besonders die schon sehr mürben Äpfel am Boden. Immer wieder kommt sie angehüpft und hackt sich Stück um Stück heraus.
Der Grünfink zieht nicht mehr wie im Sommer im Familienverband umher, sondern macht sich nun allein auf Futtersuche.
Jetzt, wo sie keine Holunderbeeren mehr naschen kann, sucht sich unsere Ringeltaube ihren Weg durch das gefallene Laub zu der Stelle, wo unter dem Apfelbaum die Leckereien liegen, die den kleineren Vögeln von der Futterstelle heruntergefallen sind.
Der Grünspecht findet im regenweichen Boden eine Menge Futter. Es ist wirklich faszinierend, wie schnell er den Kopf bewegen kann: ebenso schnell wie seine Specht-Verwandten an Bäumen.

Mit einem lieben Gruß aus unserem winterlichen Garten,
Iris & Bernd

Ja, das ist wirklich das Schöne an den lieben Vögelchen: auch im Winter muss man nicht auf nette Beobachtungen verzichten. Im Gegenteil habe ich bei uns im Garten das Gefühl, dass sie jetzt noch präsenter sind als im Sommer. Das liegt zum Einen wahrscheinlich daran, dass sie das Vogelhäuschen so eifrig frequentieren, zum Anderen sieht man sie wohl auch einfach besser, wenn weniger Blätter an Büschen und Bäumen hängen. Vielen lieben Dank, ihr beiden, für eure schönen Beobachtungen!

Als nächstes dürft ihr euch schon auf ganz besondere Plätzchenrezepte freuen! Zum Backen bin ich bisher noch gar nicht gekommen, so schnell scheint der Advent bisher voranzuschreiten. Aber das ändert sich hoffentlich bald 🙂