Achtsam durch den Herbst

Langsam kommt der Herbst

Langsam kommt der Herbst

Auch wenn die Temperaturen sich gerade eher nach Hochsommer und Freibad anfühlen, nächste Woche ist tatsächlich schon Herbstbeginn – zumindest astronomisch. Bei der Haselmaus gib es daher ein Herbstevent auf dem Blog, nämlich Achtsam durch den Herbst. Vielleicht habt ihr ja Lust, mal vorbei zu schauen. Der Herbst kommt bestimmt 😉

Sommer im Hexengarten: Jetzt wird es scharf

Sieht sie nicht hübsch und harmlos aus?

Sieht sie nicht hübsch und harmlos aus?

Wenn der Sommer schon nicht heiß war, dann dürfen es wenigstens die Früchte auf der Fensterbank sein, oder? Ich bin ja schon seit vielen Jahren begeisterte Chilizüchterin. Vorher dachte ich, scharfe Chilis sind einfach nur was für große Jungs zum Protzen, wer am meisten aushält, bis mir irgendwann eine kleine Schoko-Habanero-Pflanze zugelaufen war. In ihrem ersten Jahr kümmerte sie eher etwas vor sich hin, aber im zweiten Jahr legte sie richtig los mit Wachsen, Blühen und Früchte tragen. So hatte ich eine reichliche Ernte hübscher schokobrauner Früchtchen, die wir in einem kleinen Kochevent unter Freunden zu Chili und Enchiladas verarbeiten wollten. Nicht ahnen setzte sich die Miri also daran, die Habaneros klein zu schneiden. Gleich beim ersten Schnitt stiegt mir das wunderbar fruchtige Habaneroaroma in die Nase, so verführerisch, dass ich gleich mal ein Stückchen kosten wollte. Also schnippelte ich fröhlich weiter und steckte mir ein kleines Stückchen in den Mund. Auf die Schärfe war ich wirklich nicht gefasst. Im ersten Moment war da noch der Geschmack nach verschiedenen Früchte, dann brannte es einfach nur noch und die Nase lief. Tja, und schlau wie ich war (wer braucht zum Gemüseschneiden auch Handschuhe?), hatte ich den scharfen Saft mit meinen Fingern im Nu auf Nase und Augen verteilt. Immerhin vergaß ich dadurch ganz schnell das Brennen im Mund 😉 Naja, unsere Habanero-Kreationen haben trotzdem sehr gut geschmeckt und ich war ganz hin und weg von dem Aroma. Mit Chilipulver oder den üblichen scharfen Soße hatte das wirklich nichts zu tun. Seitdem bewohnen jedes Jahr ein oder mehre Chilipflanzen mein Fensterbrett bzw., wenn es warm genug ist, den Balkon. Etliche Sorten habe ich schon durchprobiert, aber meine Favoriten sind tatsächlich nach wie vor die Habaneros, insbesondere die braunen. Das Aroma über die Erntezeit hinaus zu konservieren, ist übrigens nicht schwer. Dafür habe ich im „Hot Book of Chilies“ das richtige Rezept entdeckt, nämlich die Habanero Hot Sauce. Für unseren Geschmack habe ich es etwas abgewandelt und verwende nur 3-4 Habaneros statt 12(!!!) wie im Original. Man nehme:

4 Habaneros
1 Paprika
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
50 ml Weißwein
75 ml Essig
6 TL Limettensaft
etwas Öl

Zuerst die geschnittene Zwiebel und Knoblauch in der Pfanne andünsten, dann die gewürfelte Paprikaschote mit etwas Wasser zugeben und solange köcheln lassen, bis die Paprika weich ist. Diese Masse zusammen mit den (noch rohen) Habaneros im Mixer fein pürieren. Danach kommt das Püree noch einmal in die Pfanne, Wein, Essig und Limettensaft mit dazu, und wird wieder einige Minuten köcheln gelassen. Danach kann es heiß in saubere Gläser gefüllt werden und hält sich im Kühlschrank gut.

Damit kann man sich die Wärme des Sommers mit in die kühle Jahreszeit nehmen 😉 Zum Kochen lässt sich die Soße gut verwenden und, wenn es mal ganz schnell gehen muss, kann man Ketchup damit verfeinern und bekommt eine ganz brauchbare Salsa. Aber bitte daran denken: Beim Schneiden der Habaneros aufpassen. Küchenhandschuhe sind dabei kein Zeichen von Übervorsichtigkeit, sondern eher von weiser Voraussicht…

Sommer im Hexengarten: Goldeules kleines Paradies

Ganz besonders habe ich mich gefreut, als mich vorgestern Goldeules Beitrag zum Sommer im Hexengarten erreicht hat, den ich euch gerne hier vorstellen möchte. Es ist schön zu sehen, wie sich ein Garten in zwei Jahren entwickeln kann – in diesem Fall zu einem kleinen Tierparadies. Ähnlich wie auch bei Atessa. Neben den goldigen Mümmelmännern wohnen dort inzwischen auch Bienen und Tigerschnegel, eine ganz besondere einheimische Nacktschneckenart, die übrigens die Sorte von Nacktschnecken, die gerne am Salat knabbern verjagen kann. Da geht mir wirklich das Herz auf, wenn ich sehe, wie liebevoll die Hexengärtner/innen mit Fauna und Flora umgehen. Aber schaut es euch selbst an, bei Atessa und hier bei Goldeule. Sie schreibt folgendes:

Goldeules Gastbeitrag

Goldeules Garten ist ein Paradies für Schmetterlinge...

Goldeules Garten ist ein Paradies für Schmetterlinge und andere Tiere.

Liebe Mirjam,

ich freue mich sehr, bei Deinem blog-event „Sommer im Hexengarten 2016“
dabei zu sein!
Ganz vielen Dank auch für Deine Gastfreundschaft hier auf Deinem blog (da ich ja keinen eigenen habe) 🙂 .

Wenn ich darüber nachdenke, so hatte ich vor zwei Jahren doch eine recht genaue Vorstellung davon, was in unserem neuen Garten wachsen sollte: viele Kräuter und viel Gemüse. Doch der Garten ging sozusagen ganz eigene Wege und für den Sommer 2016 heißt das Motto nun eindeutig: viele Kräuter, viele nahrhafte Blüten und viele Bade- und Trinkgelegenheiten für geflügelte Bewohner und Besucher – und nahezu kein Gemüse.

Nicht, daß sich Zucchini und Sommerflieder ausschließen würden! Vielleicht kommt ja in einem anderen Sommer doch noch einmal das eine oder andere Eßbare für uns dazu. Im Moment macht es uns einfach Freude, nur darüber nachzudenken, was Biene, Schmetterling & Co. schmecken könnte.

Der Sommerflieder schmeckt dem Kohlweißling...

Der Sommerflieder schmeckt dem Kohlweißling…

... und auch den Hummeln.

… und auch den Hummeln.

Auch viele Vögel sind in unserem Garten daheim: Amseln, Meisen, Drosseln, Rotkehlchen, Krähen, Elstern, Rotschwänzchen und Tauben. In diesem Jahr haben die Amseln sogar erfolgreich gebrütet und es ist etwas ganz Besonderes, die beiden jungen Amseln heranwachsen zu sehen. In der Morgensonne balgen sich viele Vögel um die besten Badeplätze. Nach dem Bad setzen sie sich auf einen Zweig im Apfelbaum oder sogar direkt auf die Wiese, breiten die Flügel aus und sitzen ganz still da, bis ein Artgenosse sie verscheucht oder sie wieder auf Nahrungssuche gehen. Während der langen Regentage im Frühsommer haben einige Vögel meine Gartenliege zum praktischen Regenunterstand erklärt und sind jetzt jedes Mal sehr empört, wenn ich es mir in der Spätsommersonne darauf bequem machen will.

Auch Schwebfliegen fühlen sich zuhause.

Auch Schwebfliegen fühlen sich zuhause.

Und ihr Nachwuchs kümmert sich auch noch um die Blattläuse.

Und ihr Nachwuchs kümmert sich auch noch um die Blattläuse.

Für die leiben Bienchen ist auch mit Speise und sogar Trank gesorgt.

Für die leiben Bienchen ist auch mit Speise und sogar Trank gesorgt.

Viele Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und auch die eine oder andere Libelle schwirren durch unseren Garten. In diesem Sommer habe ich zum ersten Mal eine Biene beim Trinken beobachtet- das kleine Kerlchen hat in richtig großen, tiefen Zügen getrunken. Die Schmetterlinge tanzen über dem Sommerflieder oder sonnen sich mit aufgefalteten Flügeln auf einem Blatt. Die Bienen und Hummeln sind morgens schon früh auf der wilden Blumenwiese unterwegs, die ich in einem Quadrat-Beet (das eigentlich einmal für Küchenkräuter und Gemüse gedacht war) ausgesät habe.
Es gibt so viel zu sehen!

Anbei ein paar Bilder aus unserem Garten mit einem herzlichen Gruß von

Goldeule 🙂

Upcycling: Eine ganz einfache Jeanstasche

Kaum genäht und schon mit draußen unterwegs

Kaum genäht und schon mit draußen unterwegs

Irgendwann helfen auch alle Flicken nichts mehr und es wird Zeit sich von der Lieblingsjeans zu verabschieden. Aber wegwerfen muss wirklich nicht sein. Weil Jeansstoff so schön robust ist, eignet er sich prima für kleine Täschchen, die man draußen mit sich herumträgt. Viel nähen muss man dafür gar nicht, denn so ein Hosenbein hat schon fast alles, was man für eine Tasche braucht, und kinderleicht ist es obendrein, vor allem ohne Verzierung. Ich hatte noch so viele schöne Stoffstücke übrig, dass ich unbedingt etwas davon verwenden wollte. Was dabei herausgekommen ist, zeige ich euch gerne Stück für Stück.

Zuerst schneidet man ein Hosenbein in der gewünschten Länge ab und ein passendes Stück Stoff. Den bunten Stoffstreifen näht man auf der langen Seite quer über die eine Seite des Hosenbeins.

Zuerst schneidet man ein Hosenbein in der gewünschten Länge ab und ein passendes Stück Stoff. Den bunten Stoffstreifen näht man auf der langen Seite quer über die eine Seite des Hosenbeins.

Dann bügelt man den Stoffstreifen um, so dass er in seiner eigentlichen Position zu liegen kommt.

Dann bügelt man den Stoffstreifen um, so dass er in seiner eigentlichen Position zu liegen kommt.

Dann schneidet man den überstehenden Stoff bis auf die Nahtzugabe ab und steckt ihn mit  umgeschlagenen Rändern fest.

Dann schneidet man den überstehenden Stoff bis auf die Nahtzugabe ab und steckt ihn mit umgeschlagenen Rändern fest.

Und steppt ihn genau dort am Rand herum ab.

Und steppt ihn genau dort am Rand herum ab.

Was unten übersteht, wird passend zugeschnitten.

Was unten übersteht, wird passend zugeschnitten.

Dann dreht man das ganze auf links, bügelt einmal drüber und näht die Tasche unten zu.

Dann dreht man das ganze auf links, bügelt einmal drüber und näht die Tasche unten zu.

Damit sieht sie schon fast fertig aus, fehlen nur noch die Henkel.

Damit sieht sie schon fast fertig aus, fehlen nur noch die Henkel.

Für die braucht man zwei lange Jeansstreifen (bei mir 8 cm x 63 cm).

Für die braucht man zwei lange Jeansstreifen (bei mir 8 cm x 63 cm).

Diese näht man erst an einer kurzen Seite rechts auf rechts aneinander und bügelt die Nahtzugabe auseinander.

Diese näht man erst an einer kurzen Seite rechts auf rechts aneinander und bügelt die Nahtzugabe auseinander.

Dann faltet man sie der Länge nach auf die Hälfte und näht an der offenen Kante entlang.

Dann faltet man sie der Länge nach auf die Hälfte und näht an der offenen Kante entlang.

Das Umkrempeln braucht ein bisschen Geduld.

Das Umkrempeln braucht ein bisschen Geduld.

Anschließend näht man noch die Enden des Riemens nach Innen.

Anschließend näht man noch die Enden des Riemens nach Innen.

Und zu guter Letzt wird noch der Trageriemen auf beiden Seiten an der Tasche fest genäht. Das geht am besten per Hand mit einem etwas dickeren Garn, damit es auch was aushält.

Und zu guter Letzt wird noch der Trageriemen auf beiden Seiten an der Tasche fest genäht. Das geht am besten per Hand mit einem etwas dickeren Garn, damit es auch was aushält.

Und fertig ist die Jeanstasche und los geht es damit in die Natur 😀 Zum Sammeln ist sie nämlich sehr praktisch, gerade jetzt im Herbst, wo einem überall das ein oder andere in die Tasche hüpft. Habt ihr auch Verwendung für alte Kleidung, die euch lange treu gedient hat?

Backen mit Buchweizen

Ein Stück Kirschkuchen in der Abendsonne am Mainufer genießen - so darf der Sommer sein.

Ein Stück Kirschkuchen in der Abendsonne am Mainufer genießen – so darf der Sommer sein.

Glutenfreie Produkte scheinen im Moment ja ein ziemlicher Hype zu sein. Wie viele derer, die sie sich kaufen, wirklich Probleme mit Gluten haben, sei einmal dahin gestellt, Tatsache ist aber, dass sich die, die es wirklich nicht vertragen, darüber freuen können. Als ich mich für eine Freundin, die wirklich kein Gluten verträgt (es aber trotzdem immer mal wieder probiert und leidet, weil vieles damit einfach doch so lecker schmeckt), in der glutenfreien Ecke des Biosupermarktes umgeschaut habe, bin ich fast aus den Latschen gekippt, wie viel Geld man offenbar für einen Brotersatz aus Reis- und Maismehl verlangen kann. Da kann man nur hoffen, dass der Hype sich ausweitet und in ein anderes Preissegment rutscht. Klar, nicht-Weizenmehl kostet bei uns einfach mehr, aber zwei Aufbackbrezeln für 4 € fand ich schon unverschämt. Jetzt sind wir gemeinsam am Tüfteln, wie man eine gute Mehlmischung für glutenfreies Brot hinbekommt. Die ersten Versuche waren schon mal nicht schlecht. Und auf meinen ersten glutenfreien Kuchen war ich auch stolz. Der hat richtig lecker geschmeckt und gefehlt hat da nichts. Das Grundrezept stammt aus Südtirol, wo der Buchweizenkuchen Schwarzplententorte heißt. Ich habe das Rezept etwas abgewandelt und einen Kirschkuchen daraus gemacht. Als Zutaten braucht man:

125 g Butter
125 g Zucker
3 Eier
125 g Buchweizenmehl
125 g gemahlene Haselnüsse
1/2 Päckchen Backpulver
1 1/2 EL Wasser
etwas Vanille aus der Mühle

1 Glas Sauerkirschen
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
2 EL Zucker

Zuerst trennt man die Eier und rührt die Eigelbe mit Butter und 75 g Zucker schaumig. Mehl, Haselnüsse und Backpulver vermischt man in einer separaten Schüssel und rührt die Mischung unter die Buttermasse. Das Eiweiß wird zunächst halbfest schlagen, dann den restlichen Zucker dazu und richtig steif schlagen. Die Eiweißmasse wird dann vorsichtig unter den Teig gehoben, damit das ganze nicht in sich zusammenfällt. Der Teig wird am besten in einer Springform bei 160°C Umluft etwa 30 min gebacken. Wenn bei der Stäbchenprobe nichts mehr hängen bleibt, es er fertig. In der Zwischenzeit kann man schon mal den Belag vorbereiten. Dafür lässt man den Saft aus dem Glas Sauerkirschen abtropfen und kocht ihn wie auf dem Puddingpulver angegeben zu Pudding auf (schmeckt übrigens auch ohne Kuchen als Nachspeise). Wenn der Kuchen etwas ausgekühlt ist, streicht man einfach den Kirschpudding oben drauf. Fertig 😀

Von dem Buchweizengeschmack im Kuchen waren alle sehr angetan. Ich kannte ihn bisher mehr aus herzhaften Speisen, aber süß macht er sich auch sehr gut. Die nächste Backchallenge heißt dann glutenfrei und ohne Nüsse für die Geburtstatgsfeier. Mal sehen, ob ich das auch meistere 😉

Sommer im Hexengarten: Erfrischend einfach

Einfach zu ziehen und vielseitig zu verwenden, die liebe Aloe.

Einfach zu ziehen und vielseitig zu verwenden, die liebe Aloe.

Ich kenne echt kaum eine zweite Zimmerpflanze, die so leicht zu pflegen und so vielseitig einsetzbar ist, wie die Aloe vera. Obendrein vermehrt sie sich auch noch sehr bereitwillig. Nachdem ich schon mehrfach versucht hatte, aus ihr das berühmte Gel zu gewinnen, was aber in allen Fällen nicht von überwältigendem Erfolg gekrönt war, habe ich es Dank Atessas Beitrag hier mal mit Saft probiert. Dafür zerkleinert man die Blätter einfach mit etwas Wasser im Mixer und seiht die festen Pflanzenteile durch ein Sieb ab. Schon hat man ohne viel Aufwand den begehrten Aloe-Saft, den man für die Hautpflege genauso wie das Gel einsetzen kann. Für die Sommerpflege ist die Aloe die perfekte Pflanze. Ihre Wirkstoffe halten die Feuchtigkeit in der Haut, machen sie schön geschmeidig und können bei leichten Sonnenschäden helfen. Der Saft hält einen weiteren Vorzug bereit: Wenn man ihn einfach in eine Sprühflasche gibt und im Kühlschrank aufbewahrt, ist er bei dem momentanen Tropenwetter eine einfache und willkommene Erfrischung. Der Kühleffekt lässt sich übrigens noch verstärken, indem man etwas Minztee dazu gibt (meine Mischung war etwa 1:1). Kühlt und pflegt die Haut. Was will man an solchen Tagen mehr? Und mit dem Rest vom Minztee kann man sich innerlich abkühlen, denn der schmeckt nicht nur warm gut.