Destille

Darf ich vorstellen? Das ist meine neue Helferin in der Hexenküche: meine kleine Destille.

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Sie ist nicht nur ganz legal (0,5 l Brennkesselvolumen), sondern auch ein echter Hingucker, wenn sie nicht in Aktion ist. Richtig Schnaps damit zu brennen, wäre zwar etwas mühsam, aber für feine Geister und Hydrolate reicht sie sicher. Nach der traditionellen Reinigungsprozedur mit Gerstenmehl (was eine ganz schöne Schlacht mit klebrigem Matsch war) durfte sie nun das erste Mal richtig im Einsatz sein für einen Vogelbeergeist. Beim Experimentieren, ob ich so einen leckeren Vogelbeerlikör wie in Russland hinbekomme, durfte ich nämlich feststellen, dass Vogelbeeren eine ziemlich bittere Angelegenheit sind. Für die Liebhaber der (bitteren) englischen Orangenmarmelade war meine Vogelbeermarmelade zwar genaus das richtige, aber der Likör daraus zog einem echt alles im Mund zusammen. Ein Fall für die Destille also, denn zum Glück sind die Bitterstoffe nicht so flüchtig. Für meinen ersten geist hatte ich die Vogelbeeren mehrere Wochen in Doppelkorn eingelegt, den abgeseihten Ansatz in den Kessel und die Früchte oben drüber in die Kolonne. Wie habe ich mich gefreut, als die ersten edlen Tropen aus dem Geistrohr tröpfelten 😀 Das Destillat schmeckt (und riecht) tatsächlich einfach nur fruchtig ohne Bitter. Jetzt muss ich es nur noch verdünnen und ruhen lassen und mich auf weitere Abenteuer mit meiner kleinen Destille freuen.

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