Giersch: Unsägliches Unkraut oder einfach nur lecker?

Eigentlich sieht er so doch ganz zart und harmlos aus, der Gärtnerschreck.

Oder vielleicht beides? Naja, ich habe gut reden, denn ohne eigenen Garten ist der Giersch für mich einfach nur eine Wildpflanze wie all die anderen und eine sehr leckere noch obendrein. Sein Aroma mag ich zwar roh auch sehr gerne – frisch geerntet riecht er so wunderbar lieblich-würzig, dass ich meine Nase gar nicht mehr aus der Erntetüte nehmen wollte – aber auch gekocht behält er einiges davon. Für mein erstes Wildkräutergericht dieser Saison habe ich ihn zu Blinis verarbeitet. Die schmecken zwar auch ganz ohne Giersch, mit ihm erhalten sie allerdings noch eine besondere frische Note. Gemacht sind sie eigentlich recht schnell und einfach. Als Zutaten braucht man:

200 g Vollkornmehl
300 ml Mandelmilch, Milch o.ä.
1 EL Öl
(1 Ei optional)
1/2 TL Salz
eine Prise Zucker
1/2 Päckchen Trockenhefe
2 Hand voll Gierschblätter

Zuerst vermischt man Mehl, Hefe, Salz und Zucker, dann rührt man das Öl und evtl. auch das Ei ein und anschließend Schluck für Schluck die Milch, bis ein schön glatter Teig entstanden ist. Dieser muss dann etwa eine halbe Stunde gehen. Genug Zeit also, um den Giersch zu ernten, zu waschen, putzen und in Streifen zu schneiden. Nach der Zeit sollte der Teig eindeutig an Volumen gewonnen haben und fleißig Blasen werfen.

Der Teig blubbert ordentlich, der Giersch ist geschnitten. Dann kann es ja losgehen.

Dann werden die geschnittenen Gierschblätter vorsichtig untergerührt. In eine Pfanne mit etwas Öl bäckt man nun jeweils eine Suppenkelle von dem Teig zu kleinen Pfannküchlein, die von beiden Seiten schön goldbraun sein dürfen. Und dann muss man sich nur noch beherrschen, nicht gleich alle warm direkt aus der Pfanne zu essen 😉

Und fertig sind die Blini mit Unkraut.

Sie schmecken nämlich auch ohne alles ziemlich saftig und lecker. Ansonsten passen dazu auch Kräuterquark, Sauerrahm, Frischkäse und sogar süß mit Apfelmus oder roter Grütze machen sie sich gut. Aufwärmen lassen sie sich übrigens ganz schnell und einfach im Toaster.

Welches Mehl?

Traditionell werden Blini eigentlich mit Buchweizenmehl gebacken (also sogar glutenfrei). Das ist auch eine meiner liebsten Varianten. Prinzipiell kann man dafür aber auch Weizen- oder ein beliebiges anderes Mehl nehmen. Ich mag es total gerne, wenn das Mehl dafür eher kräftig im Geschmack ist. Meine auf dem Bild habe ich mit Emmervollkornmehl gebacken. Das ist eine meiner Neuentdeckungen und schmeckt sehr angenehm nussig. Da sind eurer Fantasie also keine Grenzen gesetzt und natürlich ist Giersch auch nicht das einzige, was man mit einbacken kann.

Und habt ihr auch schon eure ersten Wildkräuterexperimente in der Küche gemacht? Im Moment fängt ja langsam alles an zu sprießen. Sehr verlockend finde ich auch das Rezept, das die liebe KrautLiese auf ihrem Blog vorstellt, wie man aus Huflattich quasi Huflattichspargel machen kann.

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4 Kommentare zu “Giersch: Unsägliches Unkraut oder einfach nur lecker?

  1. 9. April 2017 um 08:43

    Hallo Miri, danke für das tolle Girsch Rezept, nächste Woche gibt es bei mir erstmal Girsch und Babyspinat gemischt. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust mal auf unsere Seite Kräuter & Wege zu schauen, wir sind ein junges Start up und haben ein super Heilteesystem mit heimischen Bio Kräutern. Wir würden uns über den Kontakt mit Dir freuen. Herzliche Kräutergrüsse

    Heike Lux

    • mirjam
      10. April 2017 um 17:20

      Giersch und Babyspinat klingt auch nach einer guten Kombi 🙂

  2. 10. April 2017 um 22:59

    Hmmm, die Blinis sehen gut aus. Da kann ich mir vorstellen, dass man die gut und gerne aus der Pfanne essen könnte. 😉 Ich könnte mal wieder Kräuterpfannkuchen mit Giersch machen. Ich tue ihn momentan gern in den Salat, das schmeckt auch sehr frisch und würzig.
    Liebe Grüße,
    Doris

    • mirjam
      13. April 2017 um 10:26

      Oh ja, Kräuterpfannkuchen klingt auch gut. Die wollte ich mal wieder mit Brennnesseln machen, aber die waren bei uns noch zu klein und ganz unter dem Giersch versteckt.

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