Hitze gegen Mückenstiche

Zum Glück sind die meisten unserer Mücken so harmlos wie dieses Exemplar im Kornfeld und interessieren sich nicht für uns Menschen.

Manchmal sind Lösungen so genial einfach, dass man erst gar nicht so recht glauben mag, dass sie funktionieren. So ging es mir vor einiger Zeit mit der „konzentrierten Hitzetherapie“ bei Mückenstichen. Eine Freundin hatte so einen lustigen „Hitzestift“ dabei. Das System war simpel: der Stift hat eine runde Messingspitze, die man auf einem Hölzchen solange reibt, bis sie sich gut erwärmt hat. Die warme Spitze hält man dann auf den Mückenstich und das soll den Juckreiz vertreiben. Das Wirkprinzip ist einfach: Das, was beim Mückenstich so juckt und beim Bienen- oder Wespenstich so weh tut, sind die Proteine, also Eiweißstoffe, die das Insekt durch den Stich on unseren Körper spritzt. Bei der Mücke sollen die Proteine dafür sorgen, dass unser Blut nicht gerinnt und ihr den Rüssel verstopft, bei Bienen und Wespen ist es ein ganzer Cocktail aus Nerven- und Zellgiften. Eiweißstoffe sind im Allgemeinen hitzeempfindlich und verlieren ab einer bestimmten Temperaturen ihre Struktur und Funktion oder, wie die Chemiker sagen würden, sie denaturieren. So wie z.Bsp. bei einem Spiegelei das Eiweiß in der Pfanne stockt (sprich denaturiert) oder die Proteine in unserem Blut bei über 42°C (quasi die „natürliche Obergrenze“ für Fieber). Die Erklärung klang für mich sehr einleuchtend und trotzdem war ich skeptisch, bis ich es selbst ausprobiert habe.

Und tatsächlich, es hat funktioniert. Das Jucken war weg und blieb weg. Zuhause hatte ich natürlich keinen solchen Stichlinderer, Stichheiler, Hitzestift oder wie auch immer diese Geräte im Handel heißen, aber mit etwas Mut und Fingerspitzengefühl funktioniert es auch mit Küchenutensilien. Man braucht nur heißes Wasser und einen Löffel. Idealerweise sollte das Wasser etwa 50-60°C haben. Das reicht, um die juckenden Eiweiße zu zerstören, verursacht aber noch keine Verbrennungen auf der Haut. Mit ein bisschen Übung geht das auch, indem man den Löffel kurz in den Wasserkocher hält, nachdem das Wasser aufgekocht ist, ihn kurz abtrocknet und abkühlen lässt und dann eine Weile auf den Stich hält, bis er sich nicht mehr heiß anfühlt. So behandle ich seitdem meine Mückenstiche und muss zumindest nicht mehr am Juckreiz leiden. Die „Quaddeln“ selbst gehen davon natürlich nicht gleich weg und brauchen ihre Zeit zum Abheilen, aber das geht natürlich auch schneller, wenn man nicht daran kratzt.

Wenn ich mich über eine Stechmücke hier zu Lande ärgere, versuche ich mir schnell wieder in Erinnerung zu rufen, wie viel schlimmer es sein kann. Die beiden auf dem Bild waren zwei von Unzähligen, die uns in der schönen Hütte am See in Kanada das abendliche Grillen verleidet hatten. Kaum war die Sonne weg, kamen sie in Scharen und stachen selbst durch Jeans und lachten nur über mein deutsches Mückenspray…

Für unterwegs will ich mir aber sicher noch einen solchen „Hitzestift“ besorgen. Die gibt es in mechanisch oder Batterie-betrieben und sind klein und handlich, auch wenn ein Feuerzeug und eine Münze es wahrscheinlich auch tun würden. Zum Glück gehören wir nicht zu den besonders schlimmen Mückengebieten. Allerdings ist die Klimaerwärmung bei uns auch mückentechnisch nicht mehr zu leugnen. Tiger- und Kriebelmücken sind inzwischen häufiger unterwegs und eine Bekannte hat nach einem Kriebelmückenstich vor Kurzem eine heftige Infektion bekommen. Auch wenn es sicher kein Wundermittel ist, wirkt Hitze in gewissem Maße vor allem kurz nach dem Stich sicher auch gegen Keime, die durch den Stich unter die Haut gelangen. Schaden wird sie jedenfalls nicht.

Die Wirkung bei Bienen- oder Wespenstichen konnte ich seither (zum Glück) noch nicht an eigenem Leibe ausprobieren. Jedenfalls muss ich zugeben, dass mein „heißer Löffel“ deutlich besser wirkt als all die Anti-Juck-Öle und -Gels, die ich bisher gerührt habe und auch besser als mein bisheriger Favorit, das ätherische Lavendelöl. Manchmal sind Lösungen doch einfacher, als man denkt.

Habt ihr vielleicht auch so ein paar Hausmittel/Tipps, denen man ihre Wirkung erst gar nicht so zutraut? Meine Experimentierfreude ist geweckt 😉

2 Kommentare zu “Hitze gegen Mückenstiche

  1. 15. August 2019 um 11:14

    Hallo Mirjam
    Das mit dem heißen Löffel werde ich beim nächsten Stich ausprobieren. Meine Tochter hat mir eine Spitzwegerichsalbe geschenkt. Hat sie selbst hergestellt aus Spitzwegerich und Bienenwachs.
    Ich nehme schon immer den zerriebenen Spitzwegerich und leg ihn auf den Stich. Zur Mückenabwehr lass ich auf der Terrasse eine Kerze brennen und lege Rosmarinzweige neben den Docht ( die Zweige etwas anbrennen) Der Rauch vertreibt die meisten Mücken.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • mirjam
      17. August 2019 um 07:28

      Ja, der Spitzwegerich ist wirklich ein guter Tipp, vor allem für unterwegs. Das mit dem Rosmarin ist eine super Idee. Das duftet bestimmt wunderbar. Sobald die Abende mal wieder zum draußen sitzen sind, probiere ich das aus. Mein Rosmarin steht ja gleich neben dem Balkontisch und hat genug Zweige. Vielen Dank, liebe Claudia, für die Inspirationen!

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