Quittenöl und Verwertung von Weihnachtsgebäck

Eine einsame Apfelquitte hatte ich noch aus dem Herbst. In meinem „Freiluftkühlschrank“ hatte sie sich aber super gehalten und jetzt in den Weihnachtsferien wollte ich endlich etwas ausprobieren, dass ich schon seit einigen Jahren im Hinterkopf habe: Quittenöl. In ihrer Schale hat die die Quitte nämlich Wachs und ätherische Öle, die die Frucht lange frisch halten und für unsere Haut sehr pflegend sein sollen. Um diese wertvollen Stoffe aus der Quittenschale auf unsere Haut zu bekommen, lässt sich aus den Quittenschalen ein Ölauszug machen. Dafür habe ich verwendet:

eine Apfelquitte
50 ml Mandelöl

  • Zuerst reibt man mit einem Küchentuch den Pelz von der Quittenschale. Darunter ist sie leuchtend wachsig gelb und duftet wunderbar fruchtig.
  • Mit einem Sparschäler schält man die Quittenschale ganz dünn ab, so dass möglichst nur Schale und kein/kaum Fruchtfleisch dabei ist.
  • Die Quittenschalenstreifen werden klein geschnitten und für ein paar Stunden zum Antrocknen auf ein Küchentuch gelegt.
  • Dann kommen die Quittenschalnestückchen zusammen mit dem Öl in sauberes Glas und dürfen an einem warmen, vorzugsweise dunklen Ort etwa 2 Wochen ziehen.
  • Die Schalenstückchen müssen nun noch abgesiebt werden und fertig ist das herrlich duftende Quittenschalenöl.

Das Quittenöl lässt sich pur als Hautpflege verwenden oder als Creme, Salbe oder Lippenpflege weiterverarbeiten. Auf jeden Fall sollte man es nicht zu lange erwärmen, nicht dass der feine Duft und die Inhaltsstoffe davon kaputt gehen. Der Duft des Öls ist die Mühe mit dem sorgsamen Schälen wirklich wert. Mal sehen, was ich aus dem feinen Öl vielleicht noch mache oder ob ich es hauptsächlich pur verwende.

Quitten-Apfel-Spekulatius-Genuss

Die Quitte ohne ihre Schale habe ich natürlich auch nicht weggeworfen, sondern zu einem Quitten-Apfel-Spekulatius-Trifle verarbeitet und dabei auch noch Weihnachtsgebäck verbraucht, das Weihnachten überlebt hatte. Dafür braucht man:

1 Quitte
3 Äpfel
400 ml Apfelsaft
4 EL Speisestärke
4 EL Honig
1 Zitrone (Schale zum Verzehr geeignet)
200 g Spekulatius (oder anderes Weihnachtsgebäck zum „Entsorgen“)
600 g griechischen Joghurt

  • Äpfel und Quitte schälen, Kerngehäuse entfernen und in Würfelchen schneiden.
  • Die Speisestärke mit etwas Apfelsaft in einer Schüssel anrühren und den restlichen Apfelsaft mit den Apfel- und Quittenstückchen und dem Zitronensaft und -abrieb in einem Topf zum Kochen bringen. Ich habe in einem Teebeutel noch etwas Glühweingewürz mitgekocht.
  • Wenn der Saft kocht, die Speisestärkemischung mit einem Schneebesen unterrühren und noch eine Weile weiterkochen lassen, bis der Saft schön angedickt ist. Danach vom Herd nehmen und den Honig unterrühren.
  • In eine Auflaufform oder Dessertgläschen abwechselnd Apfelmasse, Joghurt und zerbröselte Kekse schichten und im Kühlschrank für etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Fertig ist die Weihnachtsplätzchenverwertung 😉
Unsere Silversternachspeise: Quitten-Apfel-Spekulatius-Trifle

Weil es mir so gut geschmeckt hat und eigentlich echt schnell zubereitet ist, werde ich das sicher auch noch mit anderen Obst- und Kekssorten ausprobieren. Gerade für Kekse, die schon eine Weile herumstehen und nicht mehr ganz so knusprig sind, ist das eine super Verwertung.

6 Kommentare zu “Quittenöl und Verwertung von Weihnachtsgebäck

  1. 14. Januar 2020 um 10:48

    Lieben Dank für die zwei tollen Rezepte mit der Quitte, werde es heuer im Herbst auch mal versuchen. Der Nachbar hat zwar noch Quitten vom Vorjahr am Boden liegen, aber diese schauen gar nicht mehr gut aus…leider.

    • mirjam
      15. Januar 2020 um 18:26

      Auf dem Boden liegend halten die sich natürlich nicht so gut. Ich war echt erstaunt, wie lange Quitten schön bleiben und vor allem immer noch ihren wunderbaren Duft behalten.

  2. 18. Januar 2020 um 20:07

    Ich liebe Quitten, habe einen kleinen Birnenquittenbaum. Bei mir wird Quittengelee daraus gemacht. Die Schalen trockne ich und mische sie mit anderen Kräutern für leckeren Tee. Die Kerne helfen bei Halsschmerzen (nur lutschen)

    Deine Rezepte muss ich auch ausprobieren .
    Liebe Grüße
    Claudia

    • mirjam
      19. Januar 2020 um 19:00

      Quittenschalentee klingt ja lecker. Das muss ich mir merken. Und auch die Kerne gegen die Halsschmerzen. Hilft das gut? Da machst du ja eine richtige Vollverwertung.

      • 19. Januar 2020 um 19:13

        Die trockenen Kerne helfen und lindern bei Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen.

        Beim Lutschen der Kerne sondert sich ein Schleim ab -der lindert die Schmerzen.

        Zerkauen oder schlucken sollte man die Kerne nicht da sie Blausäure enthalten!

        Gruß Claudia

        • mirjam
          19. Januar 2020 um 19:29

          Klingt genial. Das muss ich mir echt merken. Sonst wandern die Kerne ja nur in den Biomüll. Danke für den Tipp!

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