Sommer im Hexengarten: Torffreie Topfgärten

Jedes Pflänzchen hat sein Töpfchen und auch seine passende Erde

Wie versprochen kommt eine noch ein ganz simples Rezept aus und für den Hexengarten. Dieses Jahr ist für mich schon die 3. Saison mit einem eigenen Garten, allerdings sieht man der Terrasse an, was ich davor zehn Jahre lang war: eine Topfgärtnerin auf dem Balkon. Und irgendwie bin ich immer noch eine Topfgärtnerin, jetzt nur eben auf der Terrasse. Klar, ein kleines Tomatenbeet gibt es inzwischen, ein Rahmenbeet voller Knoblauch und Beerensträucher in den Pflanzsteinen, aber der Großteil meiner Kräuter wohnt in Töpfen und Kästen -sicher vor Schnecken, Rehen und anderen Fraßfeinden. Denn wir wohnen einfach sehr naturnah und ebenso naturnah sieht auch der Großteil unseres Hanggartens aus. Belohnt wird das mit Bewohnern wie Glühwürmchen und wilden Orchideen. Dafür haben es manche Kräuter dem schwer. Vom angeblich Schnecken-resistenten griechischen Buschbasilikum war im „Freiland“ nach zwei Nächten kein einziges Pflänzchen mehr übrig, Agastachen und Wildem Bergamot ging es nicht viel besser, nur Minze und Melisse kommen gut von selbst. Dafür tummelt sich auf der Terrasse eine bunte Vielfalt an Kräutern. So richtig gut und nachhaltig gedeihen die mir im Topf aber auch erst, seit ich die richtige Erde dafür nehme. Früher habe ich dafür ganz unbedarft normale „Blumenerde“ genommen. Allerdings ist die gerade für die meisten mediterranen Kräuter viel zu nährstoffreich. Einen Sommer halten sie es vielleicht aus, aber über den Winter kamen sie mir trotz Schutz eher selten. Bis mir aufgegangen ist, dass ich einfach die falsche Erde nehme. Da es mir sehr am Herzen liegt, möglichst ohne Torf zu gärtnern, habe ich angefangen, meine Kräuterde selbst zu mischen.

Mein „Hausrezept“ für Kräutererde ist inzwischen ziemlich simpel und hat sich gut bewährt. Lavendel, Rosmarin, Oregano, Bergtee, Thymian & Co fühlen sich darin sichtlich wohl. Selbst die etwas kälteempfindlichere Cistrose habe ich damit über den Winter gebracht. Ich mische die Erde wie folgt aus:

1 Teil Kompost + 1 Teil Kokoserde + 1 Teil Sand

Die Teile beziehen sich auf das Volumen, also z.B. je eine Schaufel Kompost, Kokoserde und Sand. Wer keinen eigenen Kompost hat, bei mir hat sich der vom örtlichen Kompostwerk bewährt und als Sand tut es der günstige für den Sandkasten aus dem Baumarkt. Aber vorsicht: auch kleine Sandsäcke wiegen genug, dass man sich ordentlich daran verheben kann.

Mit je einem Sack der Zutaten kann ich einige Töpfe füllen und es kommt deutlich günstiger als die gute, aber teure torffreie Spezialerde zu kaufen. Ein netter Nebeneffekt ist, dass ich den Kompost auch zum Recycling von gebrauchter Blumenerde nehmen kann. Mit ein bisschen Kompost angereichert bepflanze ich meine großen Kübel so mehrere Jahre ohne kompletten Erdwechsel. Das funktioniert auch ganz gut. Habt ihr auch so eure Tricks und Rezepte für den Topfgarten? Ich freue mich immer über Anregungen zum Experimentieren 🙂

11 Kommentare zu “Sommer im Hexengarten: Torffreie Topfgärten

  1. 10. September 2022 um 14:52

    Hallo Mirjam

    Auch ich habe sehr viele Töpfe trotz Garten und einem kleinen Acker. Dann sieht alles viel interessanter , größer sogar ein bisschen geheimnisvoll aus. Auf deinem Foto in der Mitte ist das ein australisches Zitronenblatt? Diese Pflanze hat so einen intensiver Zitronenduft-einfach herrlich.
    Noch nie habe ich Torf benutzt, wir mischen normale Erde mit Kompost und alle 2 Jahre holen wir bei einem Bauern abgelagerten Mist der im Herbst in den Boden eingearbeitet wird. Nur meine Topfpflanzen, die im Herbst wieder im Haus überwintern, bekommen gekaufte Blumenerde (einfach wegen den Krabblern)
    Liebe Grüße
    Claudia

    • mirjam
      13. September 2022 um 17:35

      Ja, das ist ein Australisches Zitronenblatt. Ich habe es erst diesen Sommer bekommen und bin auch begeistert vom Duft. Außerdem sind die Blätter so hübsch und flauschig. Hoffentlich bekomme ich es drinnen gut über den Winter.

  2. Doris
    13. September 2022 um 21:21

    Hallo Mirjam,

    ein sehr interessanter Beitrag und ein interessantes Rezept! Ich mache es ähnlich und „strecke“ meinen Kompost mit alter Blumenerde, manchmal auch so Kokoserde oder Aushub aus der „Kiesgrube“ um die Ecke. Dazu Sand, den ich jahrelang als Winterlast für den Kfz-Kofferraum rumliegen hatte. 😀 Zwischendurch musste ich aber doch Erde zukaufen, weil ich nicht genug zum Mischen hatte. Dieses Jahr habe ich zwei oder drei Sack Pflanzerde gekauft, aber letztes Jahr zum Beispiel gar nichts. Ich mische Hornspäne und Mistpellets drunter. Allerdings klappt mir das alles auch nicht immer – es ist sehr schwierig, eine gelungene Zusammensetzung hinzukriegen, finde ich. Geht bei mir mehr nach dem Zufallsprinzip. Meine Kartoffelernte in den Säcken war nicht so üppig, so dass ich annehme, dass ich u.a. eben nicht die richtige Nährstoffzusammensetzung hatte. Die Kartoffeln hatten sehr viel Kraut, war das vielleicht zu viel Stickstoff?

    Zitronenblatt habe ich in einer Gärtnerei kennengelernt, das ist wirklich eine tolle Pflanze. Ich drücke dir die Daumen fürs Überwintern!

    Liebe Grüße,
    Doris

    • mirjam
      18. September 2022 um 16:23

      Spannend, was du alles hineinmischst. Von Mistpellets hatte ich bisher noch nicht gehört, aber für mein Topfgemüse wie Chilis und Tomaten habe ich mich bisher auch auf gekaufte Erde verlassen. Dein Kartoffeln im Sack Experiment klingt sehr spannend. Probierst du das nochmal aus? Was ich in einem Permakulturvortrag mal gehört hatte, war Cocktailtomaten auf Strohballen. Das will ich irgendwann auch mal probieren. Bloß eine Quelle für Strohballen fehlt mir noch.

      • Doris
        2. November 2022 um 20:11

        Hallo Mirjam,
        diese Pellets gibts von Pferde- und Kuhmist. Ich habe schon oft frischen Pferdemist verwendet, aber in den Töpfen geht das meiner Ansicht nicht so gut. Da sind die Pellets praktischer. Kartoffeln ziehe ich nur noch im Sack. In meinem Beet wird das nichts, da sind offenbar Drahtwürmer drin. Ich habe das schon oft versucht, aber das Ergebnis war nie richtig gut. In den Säcken fällt zumindest dieser Störfaktor schon mal weg. Strohballen klingen auch gut, aber da habe ich nicht genug Platz für, glaube ich.
        Irgendwo bei dir in der Ecke findest du bestimmt noch eine Strohballenquelle. Ich bin vor 4 Wochen durch Würzburg gefahren (oder jedenfalls einen Teil davon) und habe an dich gedacht. Bin von Karlstadt aus Richtung Autobahn gefahren und es war wunderbares Wetter. So eine schöne Gegend …

        Liebe Grüße,
        Doris

  3. Iris + Bernd
    17. September 2022 um 14:46

    Hallo Mirjam,
    auch wir sind trotz reichlich Gartenfläche wackere Topfgärtner. Bepflanzte Töpfe geben den ebenen Beeten ein bisschen Abwechslung und Struktur.
    Jetzt aber erstmal lieben Dank für Dein Rezept. Dass sich auch Spielsand eignet … wunderbar 🙂 Wir haben für mediterrane Kräuter bislang Zitrus-Kübelerde in die Töpfe gegeben, mit gutem Ergebnis. Aber in der neuen Saison werden wir jetzt auch mal Deine Mischung ausprobieren.
    Apropos Kräuter: Wir haben dieses Jahr etwas Neues eingetopft: Knoblauchgras (macht seinem Namen Ehre:)). Das hatten wir bei Freunden entdeckt. Es ist nicht nur lecker, es blüht auch schön.
    Apropos blühen: Unglaublich, was der Regen der vergangenen Tage ausgemacht hat. Vor sich hin mickernde Ringelblumen bekommen von jetzt auf gleich Knospen. Die Bergminze beginnt jetzt erst richtig aufzublühen, ebenso einige Ziersalbei, und die Bartblumen sind üppig – alles sehr zur Freude unserer brummenden Freunde.
    Liebe Grüße
    Iris + Bernd

    • mirjam
      17. September 2022 um 15:22

      Ja, es ist echt unglaublich, was ein paar Regentage wieder zum Leben erwecken. Ich habe dieses Jahr auch einen Zimmerknoblauch dazubekommen. Der blüht gerade ganz intensiv violett. Bei dem Sand übrigens ruhig den billigsten nehmen. Die etwas teureren Varianten hatten zum Teil irgendwelche Zusatzstoffe, die wohl Katzen & Co vergrämen sollen.

    • Doris
      2. November 2022 um 20:14

      Ja, im Herbst hat alles noch mal Gas gegeben … erst Regen, dann warm. Meine Dahlien haben den ganzen Sommer über nicht so schön geblüht wie jetzt noch.

      Liebe Grüße,
      Doris

  4. Andreas
    18. September 2022 um 15:56

    Hallo Mirjam,

    vielen Dank für den Tipp! Nachdem ich fast ausschließlich Topfgärtner bin, muss ich das nächstes Jahr mal ausprobieren. Wo bekommst Du die Kokoserde her? Bekommt man die normal im Baumarkt?

    Viele Grüße
    Andreas

    • mirjam
      18. September 2022 um 16:29

      Die Kokoserde kann man auf jeden Fall in den Baumarkt bestellen. Man findet sie zum Teil auch beim Tierbedarf als Streu für Terrarien.

      • Doris
        2. November 2022 um 20:13

        Schau an, das wusste ich auch noch nicht, dass man Kokoserde im Tierbedarf kriegen kann. Ich kaufe mir manchmal im Dritte-Welt-Laden so ein oder zwei Blöcke, aber damit kommt man natürlich nicht weit …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.