Die duftende Zauberbohne

tonkabohnen

In ihrer Heimat in tropischen Amerika werden der Tonkabohne (lat. Dipterix odorata) große heilende und magische Kräfte zugeschrieben. Als Amulett soll sie vor Krankheit und Unglück schützen, im Geldbeutel getragen dafür sorgen, dass dieser immer gut gefüllt ist, und mit einem Wunsch vergraben diesen erfüllen. Auf jeden Fall hat sie es aber in erster Linie ihrem besonderen Aroma zu verdanken, dass sie früher als Gewürz und Duftstoff hoch geschätzt war.

Ihr Duft erinnert mich an eine Mischung aus Bittermandel, Kaffee und Vanille und ist wirklich intensiv. Tonkaessenz oder -öl kann man leicht selbst herstellen. Ich habe dafür einfach 3 Tonkabohnen auf der Muskatreibe zerkleinert und 4 Wochen in etwa 30 ml Weingeist eingelegt (die nicht ganz günstige Tonkaessenz, die es zu kaufen gibt, wird auch durch Alkoholextraktion hergestellt). Das ergibt eine intensiv duftende Essenz, die auch ganz lecker schmeckt. Die Stelle, wo mir etwas davon auf den Ärmel getropft ist, hat noch einige Tage geduftet. Wegen dieser „Langlebigkeit“ wird Tonka in der Parfumerie als Basisnote verwendet. Will man ein Tonkaöl für die Duftlampe, kann man die Bohnen statt in Weingeist einfach in Jojobaöl einlegen.

tonka_essenz

Zum Thema Verwendung als Gewürz gibt es leider auch etwas zu sagen. Die Tonkabohne enthält so viel Cumarin, dass sie dem Stoff sogar seinen Namen gegeben hat. Die brasilianischen Tupi-Indianer nennen den Tonkabohnenbaum nämlich Cumaru. Cumarin, das auch unserem Waldmeister sein typisches Aroma verleiht, kann in größeren Mengen krebserregend sein. Deswegen schreibt die EU-Aromaverodnung gesetzliche Höchstmengen in Lebensmitteln vor. Da diese Höchstmengen allerdings davon ausgehen, ab wann ein täglicher Verzehr von Cumarin gesundheitliche Folgen haben könnte, lässt sich gegen den gelegentlichen, sparsamen Genuss von Waldmeisterbowle oder Tonkalikör sicher nichts einwenden. Auch wenn es bei uns kaum bekannt ist, die Tonkabohne eignet sich wirklich wunderbar um Süßspeisen zu aromatisieren. Wegen des intensiven Geschmacks braucht man auch nur kleine Mengen. An Weihnachten habe ich mich an Tonkapralinen versucht. Die waren recht beliebt, zumindest bei den Leuten, die auch gerne Kaffee mögen, denn sie haben einen leicht herben Geschmack. Mal sehen, wofür sich die Tonkaessenz so alles eignet.

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