Kräuterbuschen VII: Und der ganze Rest

Mit seinem Namen Mrienmantel oder Marienkraut darf auch der Frauenmantel im Kräuterbuschen nich fehlen.

Mit seinem Namen Mrienmantel oder Marienkraut darf auch der Frauenmantel im Kräuterbuschen nicht fehlen.

In den letzten Wochen habt ihr eine ganze Reihe von Pflanzen kennen gelernt, die mit in den Kräuterbuschen gehören. Natürlich sind das längst noch nicht alle, sonst käme man ja auch kaum auf so stolze Zahlen wie 77 oder 99 Kräuter im Strauß. Neben denen, die wir hier schon angesprochen haben, gibt es noch eine ganze Reihe anderer, die je nach Gegend und Sammellust mit in den Kräuterbuschen dürfen, wie z.Bsp.

  • Frauenmantel, der auch Marienmantel heißt.
  • Baldrian, der nicht nur ein beliebtes Beruhigungsmittel ist, sondern auch eine alte Zauber- und Feenpflanze (die weißen Baldrianblüten duften sehr lieblich, ganz anders als die Wurzel).
  • Eisenkraut, das als Amulett getragen einen auf der Reise beschützen und sogar den Weg zu verborgenen Schätzen weisen soll.
  • Wegwarte als Zeichen unverbrüchlicher Treue
  • Schafgarbe, die einst das Jesuskind seinem Ziehvater Joseph gebracht haben soll, als dieser sich bei seiner Zimmermannsarbeit verletzt hatte (sie wirkt blutstillen)
  • Rosen- und Lilienblüten als Zeichen der Heiligen Maria
  • Ebereschenzweige, die mit ihren jetzt schon rot werden Beeren als Mittel gegen Unheil und Schadenszauber galten.
  • Salbei, der vor allem als Räuchermittel die Luft reinigt und böse Geister vertreibt.
  • Weinraute, die nicht nur dem Wein zugesetzt wurde, um vor Giften zu schützen (sie wird heute noch bei der Herstellung von Grappa verwendet).
  • und auch dekorative Blumen wie Sonnenblume, Kornblume, Glockenblume, Weidenröschen, Dahlie und andere Blüten, die schöne Farbakzente setzen.

… und natürlich noch viele andere mehr. Wie gesagt, um auf 99 Kräuter zu kommen, hat man ja ein bisschen was zu tun. Allerdings kommt es ja nicht auf die Masse an, sondern darum sich mit den Pflanzen zu beschäftigen und sie bedacht und auch nach eigenen Vorlieben und den örtlichen Gegebenheiten auszuwählen.

Und was macht man nun mit den ganzen Kräutern?

Wenn man sich entschieden hat, wie groß der Kräuterbuschen ungefähr werden soll und was alles mit hinein darf, schnappt man sich am besten einen schönen Korb und eine Gartenschere oder ein entsprechendes Messer und zieht los, gerne auch in Gesellschaft. Da macht das gleich noch mehr Spaß und so wie ich es von den Dörfern kenne, sind die Frauen da meist zusammen losgezogen. Männer dürfen natürlich auch mit, wenn sie wollen 😉 Wir hier waren gestern schon sammeln und hatten sogar auch einen Mann mit dem passenden Schneidemesser mit dabei. Wenn man das alles beisammen hat und/oder der Korb voll ist, breitet man die gesammelten Kräuter am besten auf einem großen Tisch oder dem Boden aus und sortiert sie schon ein bisschen nach Größe. Der Buschen lässt sich zwar auch so „im Liegen“ zusammenstellen, ich bevorzuge aber die „aufrechte“ Variante. Dafür nimmt man ein ausreichend großes Gefäß als Vase und stellt die Kräuter darin zusammen. Den Anfang machen die großen Kräuter bzw. die, die in die Mittel sollen, also z. Bsp. die Königskerze. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die sich für die Form des Buschens anbieten. Entweder man arrangiert die Pflanze stufig, d.h. die größten hinten, die kleinsten vorne – das passt gut, wenn man ihn an die Wand hängen will – oder symmetrisch, also die größsten in der Mitte und symmetrisch darum herum die kleineren. Wenn man mit dem Arrangieren zufrieden ist, nimmt man den Strauß aus der Vase und bindet ihn unten mit stabilem Garn zusammen. Dann wird er kopfüber zum Trocknen aufgehängt, entweder an einem guten Trockenort oder gleich dort, wo er hängen soll. Denn eine der Hauptaufgaben war ja, das Haus und seine Bewohner vor Übel zu schützen. Bei Gewitter und anderen drohenden Gefahren wurden Pflanzenteile aus dem Buschen im Herdfeuer verbrannt, bei Krankheit damit geräuchert oder Heilmittel daraus bereitet. Auf jeden Fall wird er ein Stückchen Sommer über den Herbst durch die kalte Jahreszeit bis zum nächsten Sommer bewahren.

Oder in Bildern…

Mit einem Korb voll duftender Kräuter sind wir gestern von unserer Sammeltour heimgekommen.

Mit einem Korb voll duftender Kräuter sind wir gestern von unserer Sammeltour heimgekommen.

Richtig groß war die Ausbeute allerdings nicht, da auf Grund der Hitze und Trockenheit vieles schon verdorrt war. Für einen 9er Buschen mit Klette, Dost, Pastinake, Rainfarn, Johanniskraut, Wilder Karde, Wilder Möhre, Schafgarbe und Beifuß hat es dann doch gereicht.

Richtig groß war die Ausbeute allerdings nicht, da auf Grund der Hitze und Trockenheit vieles schon verdorrt war. Für einen 9er Buschen mit Klette, Dost, Pastinake, Rainfarn, Johanniskraut, Wilder Karde, Wilder Möhre, Schafgarbe und Beifuß hat es aber doch gereicht.

Schön arrangiert sieht es auch gleich nach viel mehr aus.

Schön arrangiert sieht es auch gleich nach viel mehr aus.

Und nun darf er zum Trocknen erst mal schön abhängen.

Und nun darf er zum Trocknen erst mal schön abhängen.

6 Kommentare zu “Kräuterbuschen VII: Und der ganze Rest

  1. 10. August 2015 um 10:04

    Hallo Miri,
    ich hänge gerade in den letzten Zügen meines gemalten Kräuterbuschens, die tollen extra Pflanzen von heute sind da jetzt leider gar nicht dabei 🙂 Finde dein Strauß ist richtig schön geworden, meine Version ist irgendwie sehr gelblastig, mit Rainfarn und Johanniskraut und echtem Labkraut und so.
    Danke für die Email-Serie, es hat mir richtig Spaß gemacht jede Woche auf Motivsuche zu gehen, habe einen Haufen Pflanzen gemalt, die mir sonst noch nie aufs Papier kamen…Hoffe das ganze schafft es morgen auf den Blog.
    Also, noch mals danke, melde mich auch noch mal per Mail (bin so frei),
    liebe Grüße, Gesche

    • mirjam
      15. August 2015 um 15:01

      Ich freue mich wirklich, dass du so aktiv mitgemacht hast und dass am Schluss noch so ein tolles Ergebnis dabei herausgekommen ist 😀

  2. 12. August 2015 um 13:35

    Wunderschön! Ich werde hoffentlich am Sonntag losziehen können 🙂 Hast du Gesches gemalten Kräuterbuschen schon gesehen?
    Herzliche Grüße!

    • mirjam
      15. August 2015 um 14:59

      Oh ja, Gesches wunderschönen, gemalten Buschen habe ich gesehen 😀 Ich drücke dir die Daumen, dass du am Sonnatg auch das passende Wetter zum Sammeln hast. Ich bin schon gespannt auf deinen Buschen.

  3. Goldeule
    13. August 2015 um 11:56

    Was für ein schöner Kräuterbuschen (die Karde hat faszinerende Köpfe- sie laden mit ihrer Struktur zum Zeichnen ein, finde ich)!

    Nachdem sich die letzten Kräuterbuschen-Schritte ein wenig schwierig für mich erwiesen,
    bin ich diesmal mit Frauenmantel, Wegwarte und Salbei dabei 🙂 .

    • mirjam
      15. August 2015 um 15:00

      Ja, die Karde hat wirklich eine besondere Form. Bei uns gibt es zum Teil ganze Wiesen voller Karde. Die haben einen ganz eigenen Zauber.

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