Gute-Laune-Cookies frei nach Hildegard

Was duftet denn da im Ofen vor sich hin?

Die Gute-Laune-, Nerven- oder Energiekeksen nach Hildegard von Bingen kennt ihr bestimmt. Da geistern ja in der einschlägigen Literatur und im Netz allerhand Rezeptvarianten herum, meistens natürlich mit Dinkel, der im ganzen Kommerz um die kräuterkundige Klosterschwester ziemlich gehypt wird. Nichts gegen den Dinkel, immerhin zählt er schon mal von Geschmack her zu meinen absoluten Liebslingsgetreiden, aber im Originalrezept steht davon tatsächlich nichts. Da heißt es:

Nimm Muskatnuss, und ebensoviel Zimt und etwas Nelken, zerstoße das und mache mit diesem Pulver und mit Semmelmehl und etwas Wasser Küchlein und iss diese häufig.

Das klingt natürlich schon eher nach Medizin als nach leckeren Plätzchen und das sollen diese Küchlein ja auch sein. Die Muskatnuss lobt Hildegard nämlich als Mittel gegen Schwermut und für ein klares Denken. Wie viel von dem Gewürzpulver auf wie viel Mehl kommt, können wir mit dem Rezept allerdings nur erraten. Da bleibt also viel Spielraum für Interpretation, den ich mir in meiner Cookie-Variante auch großzügig genommen habe. Neben Muskatnuss, Zimt und Nelken habe ich noch Kakao dazugemischt. Den konnte die gute Hildegard noch nicht kennen, aber für gute Laune sorgt er bestimmt auch, oder? Statt Semmel- oder Dinkelmehl habe ich mich für eine Mischung aus Hafer- und Esskastanienmehl entschieden. Der Hafer ist übrigens die Arzneipflanze für 2017 ( für mehr Infos siehe hier) und die Früchte der Esskastanie sollen laut Hildegard so ungefähr gegen alle Krankheiten helfen, die man so haben kann. Ist das nicht eine schöne Vorstellung, dass der Maronimann auf dem Weihnachtsmarkt in Wirklichkeit leckere Medizin verkauft? 😉 Auf jeden Fall macht sich ihr Mehl wirklich gut in den Cookies (und ist pur schon total lecker). Also, für das Gute-Laune-Rezept braucht man:

115 g Öl
120 g Rohrzucker
2 Eier
100 g Kastanienmehl
75 g Instant-Haferflocken (oder Hafermehl)
20 g Kakao
1 TL Backpulver
1 TL Muskatblüte, gemahlen
1 TL Zimt, gemahlen
1 Prise Nelke, gemahlen
etwas Wasser

Zuerst schlägt man Öl, Zucker und Eier schaumig auf, dann rührt man die Mischung aus Mehl, Flocken, Backpulver und Gewürzen Stück für Stück unter. Immer, wenn der Teig etwas zu fest zum Rühren wird, kann man etwas Wasser dazu geben. Von der Konsistenz her sollte er etwa wie ein fester Rührteig sein. Wenn man ihn flüssiger macht, verlaufen die Cookies später auf dem Backblech mehr. Ist auch nicht schlimm und kann natürlich ganz nach eigenem Geschmack gehalten werden. Der Teig wird dann mit einem Esslöffel in kleinen Haufen auf’s Backblech gesetzt und etwa 10 Minuten bei 180°C Umluft gebacken. Fertig sind die Cookies gegen den Winterblues 😉

1 Kommentar zu “Gute-Laune-Cookies frei nach Hildegard

  1. 17. Dezember 2016 um 21:19

    Hihi, ich finde auch immer, dass die Hildegard-Kekse teilweise wirklich mehr wie Medizin als nach Gebäck schmecken. Wir haben hier einen Klosterladen, in dem es die Dinger gibt, allerdings in etwas abgeschwächter Form. Deine Version sieht verlockend aus, Miri. Jetzt hätte ich so richtig Lust auf Maronen … hatte diesen Winter noch gar keine ….

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