Sommer im Hexengarten: After-Eight frisch vom Balkon

Der Hexenbalkon blüht 🙂 Diesmal dürfen sich den hinteren Kasten die beiden Minzen (ganz links Grüne Minze und ganz rechts Schokominze) mit Lavendel und Melisse teilen.

Natürlich dürfen bei mir auch dieses Jahr die Minzen auf dem Balkon nicht fehlen. Meine beiden Lieblinge sind ganz klar einmal die Marokkanische oder Grüne Minze mit ihrem angenehmen spear mint-Aroma und unter den Pfefferminzen die Schokominze. Letztere ist nicht so Menthol-lastig und schmeckt als Tee genauso gut wie in vielen Süßspeisen und – wie ihr Name schon sagt – natürlich zusammen mit Schokolade. Daher habe ich mich daran versucht, eine Schokokekskreation mit frischem Minzzucker zu backen, und die wurde auf Anhieb ein Erfolg. Der Geschmack geht eindeutig Richtung After-Eight, ist aber nicht zu scharf minzig und genau richtig für den Nachmittagstee an einem faulen Sommertag. Zuerst muss man aber ein bisschen Fleiß beweisen und den frischen Minzzucker herstellen.

Minzzucker

1 Hand voll Minzblätter
3 EL Rohrzucker
Kraft in den Armen

Die Blätter zerkleinert man grob mit dem Messer und verreibt sie dann mit dem Zucker im Mörser, bis sich der Zucker grün färbt und keine großen Blattstückchen mehr zu sehen sind. Wenn man ihn aufheben möchte, kann man ihn auf einem Blech ausgebreitet trocknen lassen und dann in Gläser füllen. Oder man verwendet ihn gleich frisch, so wie ich es gemacht habe.

Zucker und Minzblätter im Mörser…

… ergeben nach etwas Anstrengung Minzzucker.

Für den Teig braucht man:

170 g Rohrzucker
50 Honig
75 g Butter
1 Ei

150 g glutenfreies helles Mehl (oder jedes andere)
120 g Buchweizenmehl
1 TL Backpulver
3 EL Kakaopulver

Rohrzucker, Honig und die Butter gibt man zunächst zusammen in einem Topf bei ganz kleiner Flamme, bis Butter und Honig geschmolzen sind. Die Masse lässt man abkühlen und rührt dann das Ei unter. Die Mehle, Back- und Kakaopulver vermischt man in einer Schüssel und rührt am besten mit den Knethaken des Handrührgerätes die Zucker-Ei-Honig-Butter-Mischung unter. Abschließend knetet man ihn noch etwas mit der Hand und formt eine Kugel. Diese darf dann eine Weile im Kühlschrank ruhen. Der Teig wird dann auf einer Frischhaltefolie ausgerollt in leicht rechteckiger Form. Darauf verteilt man den Minzzucker und rollt eine „Roulade“ daraus. Die schneidet man in Scheiben, die bei 180°C im Ofen etwa 10-15 Minuten brauchen.

Der Minzzucker auf dem ausgerollten Teig schmeckt eigentlich auch so schon lecker 😉

Wenn die Röllchen im Ofen sind, duftet schon die ganze Küche nach Minze.

Eine besonders lange Lebensdauer hatten die Minzröllchen nicht. Sie waren einfach zu beliebt. Der erfrischende Minzgeschmack bleibt trotz Backen gut erhalten. Und das Grundrezept für den Teig lässt sich prima auch für andere Kekskreationen verwenden. Die Zubereitungsmethode stammt ursprünglich aus einem Rezept für glutenfreies ginger bread. Der große Vorteil ist, dass man ganz nach Geschmack quasi jedes Mehl nehmen kann, da der Teig sich selbst mit glutenfreien Mehlen super verarbeiten und ausrollen lässt. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt.

Wie wäre es mit einem Nachmittagstee auf Balkon oder Terrasse und dazu ein paar erfrischenden Minzröllchen?

Eine kleine botanische Anmerkung kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen, da ich erst die Tage ein erheiterndes Gespräch darüber hatte. Unsere Pfefferminze ist noch gar nicht so alt, zumindest für eine Kulturpflanze. Sie wurde erst im 17. Jahrhundert als Bastard aus Wasserminze (Mentha aquatica) und Grüner Minze (Mentha spicata) entdeckt, wobei die Grüne Minze wohl selbst eine Mischung aus Rossminze (Mentha longifolia) und Rundblättriger Minze (Mentha rotundifolia) ist. Die Pfefferminze ist damit ein sogenannter Tripelbastard und meistens steril. Sollte es doch zu einer Samenbildung kommen, ergeben diese normalerweise keine Pfefferminze mehr, sondern eine der Mutterarten. Unverschämterweise kursieren im Handel tatsächlich sogar bei namhaften Firmen „Pfefferminzsamen“. Wenn euch einer diese verkaufen möchte, dürft ihr ihn also getrost auslachen 😉 Bewundern könnt ihr allerdings alle, die unsere wilden Minzarten sicher auseinanderhalten können, denn sie neigen sehr stark zu Bastardisierung, also der Vermischung von Arten – gut für Gärtner und Kräuterliebhaber, knifflig für die Botaniker.

Und welche Minzen mögt ihr besonders gerne? Lieber richtig metholig oder eher spear mint? Und was macht ihr am liebsten daraus?

4 Kommentare zu “Sommer im Hexengarten: After-Eight frisch vom Balkon

  1. 29. Juli 2017 um 21:48

    Haha, das mit dem Pfefferminzsamen wusste ich nicht, ist aber eine coole Geschichte. Meine Minze breitet sich einfach so durch Ausläufer aus. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, sie auszusäen und habe deshalb noch nie nach Samen geschaut. Ich hatte mal eine Schokoladenminze, die war super. Ansonsten bin ich da eher wechselhaft. Ich mag die wilde Wasserminze oder auch die Rossminze auch gern, aber nicht unbedingt im Essen oder im Tee, mehr so zum Schnuppern. Deine Kekse sehen klasse aus. Die würde ich mit meiner Spearmint machen. 🙂

    • mirjam
      7. August 2017 um 17:37

      Spearmint ist auch mein Favorit unter den Minzen, was aber nicht heißt, dass ich die anderen gar nicht mag. Pfefferminze ist auch ein ganz großer Meister der vegetativen Vermehrung. Samen braucht die wirklich nicht. Meine im Balkonkasten tastet sich mit ihren Ausläufern auch fleißig in alle Richtungen vor.

  2. 5. August 2017 um 21:31

    Hallo, habe dich gerade gefunden…
    Dein Post ist sehr interessant.
    Jetzt kann ich meine Minze nicht nur als Tee verwenden 😉
    Danke fürs teilen.

    Liebe Grüße

    Faraday

    • mirjam
      7. August 2017 um 17:41

      Oh, mit der Minze lässt sich so viel mehr machen als Tee, auch wenn der natürlich lecker ist. Gerade in Süßspeisen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Total lecker ist sie auch in den klassischen Tabuleh-Rezepten. Sie kann also nicht nur süß 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert