Sommer im Hexengarten: Das Aroma für den Winter bewahren

Leider wohl schon eine der letzten Kräuterernten für diese Saison…

So sehr ich den Herbst mag, etwas traurig stimmt er mich schon immer, wenn ich daran denke, dass bald die Zeit ohne frische Kräuter vom Balkon kommt. Es soll ja Menschen geben, die ohne Kräuter kochen. Ich gehöre definitiv nicht dazu und am besten sind sie natürlich frisch geerntet. Gerade in die Salatsoße gehören für mich auch einfach Kräuter, am liebsten natürlich der Estragon. Eine Variante, zumindest das Aroma der Kräuter zu bewahren, ist, einen Kräuteressig herzustellen. Mein Estragonessig ist auch schon in Bearbeitung. Da ich neben Essig, Öl und Salz auch gerne Senf und Honig in die Vinaigrette gebe, habe ich diesmal etwas neues ausprobiert: einen Kräuter-Senf-Honig. Honig bewahrt Aromen auch gut auf und die Kombination Senf und Honig ist einfach genial. Deswegen habe ich diesmal einfach

frische Kräuter (Estragon, Basilikum, Majoran, Rosmarin)
Senfkörner und
Honig

abwechseln in ein Glas geschichtet. Lecker schmeckt es auch so schon, aber eigentlich soll es erst ein paar Wochen an einem wärmeren Ort ziehen, bevor es mit in die Salatsoße kommt.

Kräuter, Senf und Honig – die Mischung schmeckt auch so schon lecker…

… aber mit etwas Geduld wird sie bestimmt noch besser 😉

Zum Experimentieren mit Senfkörnern kann ich euch nur ermutigen. Viele von uns kennen Senf ja vorwiegend als gelbe Paste aus dem Glas, aber das eigentliche Gewürz sind die Senfkörner. Sie schmecken nicht nur lecker – so leicht scharf aromatisch – sondern sind auch sehr gesund. Die Senfölglycoside, die ihnen ihre Schärfe geben, zählen zu den pflanzlichen Antibiotika. Man findet sie in fast allen Vertretern der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler wie Senf, Meerrettich, Kohl, Kresse und Broccoli. Gerade wenn die Erkältungszeit sich wieder ankündigt, lohnt es sich, sie regelmäßig in den Speiseplan aufzunehmen. Egal ob als Senfkörner, Krautsalat oder Broccolisprossen.

Im Mittelalter stand Senf am Hofe des Papstes so hoch im Kurs, dass es das Amt des Senfmeisters (franz. moutardier du Pape) gab. Und das war kein ganz niederes Amt. Eine sehr schöne Geschichte um die sanfte Mauleselin des Papstes Bonifazius in Avignon und einen ehrgeizigen Emporkömmling, der es (fast) zum Obersenfmeister des Papstes gebracht hätte, erzählt Alphonse Daudet in seinen „Briefen aus meiner Mühle“. Falls ihr Lust habt diese zauberhafte Geschichte aus der Bibliothek des Zikaden nachzulesen, gibt es sie auf Deutsch beim Projekt Gutenberg und auf Französisch gibt es viele schöne Interpretationen vorgelesen und mit Bilder bei youtube. Einfach nach „La mule du pape“ suchen.

Und habt ihr euch auch schon fleißig Vorräte für den Winter angelegt oder seid gerade dabei? Auf jeden Fall hoffe ich, ihr genießt die letzten spätsommerlichen Tage.

2 Kommentare zu “Sommer im Hexengarten: Das Aroma für den Winter bewahren

  1. 14. September 2018 um 19:47

    Hallo Mirjam

    Das mit den Senfkörnern muss ich unbedingt ausprobieren. Vom Senf bekomme ich immer Pickel vielleicht vertrage ich ja Senfkörner.
    Dieses Jahr habe ich nur Bärlauch eingefroren, die restlichen wichtigen Kräuter will ich kurz vor dem 1. Frost ausbuddeln und im Haus überwintern lassen.
    Heute habe ich mit meinen Enkeln ganz viele Kastanien zum Basteln gesammelt und das 1. Apfelbrot gebacken.
    Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich Dir und Deinen Lesern

    LG Claudia

    • mirjam
      16. September 2018 um 11:29

      Apfelbrot – das klingt sehr lecker! Ist es normales Brot mit Apfelstückchen drin oder eher eine Art Kuchen? Die Senfkörner sind wirklich lecker und schmecken auch anders als der normale Senf. Vielleicht verträgst du sie ja besser. Probier’s einfach mal aus. Viel gekostet hat mein Päckchen Senfkörner nicht, obwohl es sogar aus dem Bioladen war.

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