Sommer im Hexengarten: Die aromatherapeutische Blumenvase

Dieses Jahr füllt sich bei mir nicht nur der Garten wie von Zauberhand mit unerwarteten schönen Früchten, sondern auch der Blog 🙂 Bei Atessa erfahrt ihr, was sich alles auf ihrem Hexenbalkon getan hat (und auch, wo ihr euch hinstellen könnt, falls ihr hofft, mit aromatischen Minitomaten beworfen zu werden).

Und gerade erreichte mich noch ein ganz besonderer Beitrag von Doris. Denn will ich zum Einstand ins Wochenende gleich mit euch teilen. Es kann gut sein, dass es das letzte Wochenende in dieser Saison wird, das sich so sommerlich anfühlt, obwohl der Herbst schon deutliche Zeichen in die Natur setzt. Hier der Blick Doris‘ aromatherapeutische Blumenvase:

Ob es wohl im Tai Chi eine Übung wie „Den Sommer festhalten“ gibt? Wahrscheinlich nicht, im Tai Chi fließt ja eigentlich alles von einem Zustand in den nächsten. Das Sommerende kommt mindestens immer so unerwartet wie Weihnachten, geht euch das auch so? Gerade blüht und gedeiht noch alles, und dann ist die Natur schon wieder auf dem absteigenden Ast. Gestern habe ich die Zucchini aus dem Beet genommen. Die Kürbisse sind reif, aber die Pflanze blüht noch so schön. Vielleicht kann ich sie noch ein paar Tage genießen, bevor die Blätter komplett braun und vom Mehltau dahingerafft sind. Eines der vielen schönen Sommerdinge ist es, – mehr oder weniger – verschwenderisch Blumen und Blüten für Drinnen zu haben.

Mein Garten ist kein “richtiger” Blumengarten – manches wächst, manches nicht, und insgesamt fehlt mir auch der Platz, aber es ist von einigem was da. Die Dahlie ist über 10 Jahre alt. Bald steht ihr Winterschlaf schon wieder an – ich mag noch gar nicht dran denken! Wie gesagt, es gibt durchaus Blühendes in meinen Beeten, nur reicht es leider nie selten für wirklich voluminöse Blütensträuße. Manche Blumen schneide ich auch gar nicht oder nur sehr spärlich, so wie meine Rudbeckia zum Beispiel. Aber sobald Goldrute und Herbstanemone blühen, ist alles im grünen Bereich. Damit kriegt man auch richtig große Vasen voll, was für ein Luxus!

Das ist aber wirklich die Ausnahme. In der Regel reicht es nur für kleinere Handsträuße. Naja, die Fülle im muss man halt irgendwie „hertricksen“ – Floristen machens ja auch nicht anders. Aber: Bei Fleurop habe ich noch nie das Bouquet „Suppengrün“ gesehen. Das habe wahrscheinlich nur ich im Angebot.  😉 Wieso? Ganz einfach: Bei mir kommt fast alles in die Vase, was sich annähernd dafür eignet. Gut, keine Petersilie, weil die bei mir einfach nicht wächst, aber alles Grüne und Aromatische, was der Garten hergibt. Wie zum Beispiel mein Salbei:

Mein Salbei wuchert und hat neben den silbrig-grünen Blättern auch wunderschöne blaue Blüten. Also: Ab in die Vase damit. Pfefferminze eignet sich auch gut, Lavendel sowieso, Melisse auch. Von allem bleibt aber natürlich immer genug für die Bienen und Hummeln übrig. Der normale grüne Salbei war schon im Garten, als wir vor vielen Jahren eingezogen sind. Das habe ich damals wie ein gutes Omen empfunden, und so stecke ich immer gern die Nase in meine Blumendeko, wenn Salbei drin ist. Das erdet, vor allem am Schreibtisch, wenn es mal wieder drunter und drüber geht. Der zweifarbige Salbei wächst fast noch schneller als sein grüner Bruder. Salbei hält sich erstaunlich gut im Wasser. Ich kann oft einfach nur die Blüte austauschen und habe eine weitere Woche Freude an meinem Sträußchen. Die Gladiolen habe ich vor dem Windbruch gerettet, sie waren einfach zu hoch und zu wackelig.

Kräuter sind so vielseitig einsetzbar und einfach natürlich schön. So ein bisschen Sommer auf dem Schreibtisch tröstet über so manche Arbeitsspitze hinweg, kann ich euch sagen. Was kommt denn bei euch so in die Vase rein?

9 Kommentare zu “Sommer im Hexengarten: Die aromatherapeutische Blumenvase

  1. 18. September 2020 um 15:29

    Wunderschön und wieder ganz tolle Fotos. Bei mir kommt immer nur eine einzige Blüte auf den Tisch. So kann ich diese Blume geniessen und dann die nächste.

    Liebe Grüße
    Claudia

  2. Iris & Bernd
    19. September 2020 um 18:02

    Hallo Doris,

    ganz vielen Dank, dass Du diese frühherbstliche Blüten- und Kräuterpracht mit uns teilst – so ein schöner Anblick!

    „Suppengrün“ 😊 haben wir in ganz schlichter Form oft in kleinen Vasen in der Küche oder im Wohnzimmer stehen: zwei, drei Zweige Rosmarin oder ein paar Blätter Salbei, dazu stecken wir manchmal eine Blüte oder eine Beerendolde. Und wenn wir im Garten an diesen beiden Kräutern vorbeikommen, fahren wir immer sanft mit den Händen darüber und genießen ihren Duft.

    Aber ein besonderes Pflanzenschätzchen kommt bei uns gar nicht in die Vase – es entfaltet nämlich seinen intensiven Duft am stärksten draußen und bei Regenwetterlage😉. Kennengelernt haben wir es im Hof eines wirklich zauberhaften Hauses in der Drôme in Frankreich. Ein Niesel fiel und ganz unvermutet lag da plötzlich ein herrliches, üppiges Curryaroma in der Luft! Ganz wunderbar, man möchte es ganz tief einatmen. Nun wächst auch bei uns ein solches Currykraut – und wir hoffen (natürlich nicht nur aus diesem Grund) doch sehr auf baldigen Regen.

    Herzliche Septembergrüße senden

    Iris & Bernd

    • mirjam
      20. September 2020 um 19:05

      Das Currykraut ist bei mir erst dieses Jahr eingezogen. Ich mag nicht nur den Duft so gerne, sondern war auch ganz verzaubert von den kleinen sonnengelben Blütendolden. So eine hübsche, anspruchslose Pflanze! Verwendet ihr es auch zum Kochen bzw. Würzen? Bisher habe ich mich noch gar nicht an der kulinarischen Verwendung probiert.

    • Doris
      24. September 2020 um 21:30

      Hallo Claudia,

      wie schön, von dir zu lesen! Wie geht es dir? Danke für deinen Kommentar. Ja, Einzelblüten sind durchaus auch reizvoll. Das mag ich vor allem bei Rosen gern, die ich aber leider nicht im Garten habe. 😉

      Alles Liebe,
      Doris

    • Doris
      24. September 2020 um 21:39

      LIebe Iris, lieber Bernd,

      ohhh, da habt ihr mich an was erinnert … Currykraut, ja, das ist sooo wunderbar! Ich hatte vor Jahren eins im Garten, das hat man schon von der Straße aus erschnuppern können. Die Blüten sind auch so schön. Leider hat es dann mal einen Winter nicht überlebt und seitdem habe ich keins mehr. Aber ihr habt mich auf eine Idee gebracht, ich werde wieder mal Ausschau danach halten.
      Schön, dass ihr auch Kräutlein und Blüten einfach mal locker kombiniert. Ich finde das so viel schöner als Schleierkraut oder so Zeug. 😉 Manchmal nehme ich auch Hostablätter, die sind auch sehr schön, aber inzwischen haben Trockenheit und Schneckenfraß sie leider etwas arg unansehnlich gemacht.

      Herzliche Restseptembergrüße zurück!
      Doris

  3. 19. September 2020 um 21:21

    Tihi, ja da muss man bei mir gut Acht geben =)
    Irgendwie kommt wirklich jede Jahreszeit unglaublich flott, eigentlich hab ich doch gerade erst die ganzen grünen Triebe beim Wachsen betrachtet, nun sind viele schon wieder knusprig und die Frühblüherzwiebeln stehen schon fast wieder an! Huuiiii.
    Wie üppig bei dir der Salbei wächst! Wow. In den Balkonkästchen bleibt er bei mir eher brav. Gelegentlich einen Salbeitee abzwacken ist kein Problem, aber einen ganzen Strauß mag ich nicht pflücken, da wär ja für die Insekten nichts mehr da. Generell bin ich auch kein Blumenstraußliebhaber, das dürften alle meine Kontakte bestätigen können. Pflanzen schenkt man mir bestenfalls im Topf mit Wurzeln dran 😉 Außer Kräuterbüschel binde ich keine Sträuße – und die werden direkt getrocknet. Bei mir findet man also eher die Bouquets „Halsschmeichler“, „Knochenwohl“, „Bauch-bald-gut“ und „Hüpf-mal-wieder“. Nun anders herum wie bei dir, mit den Blüten nach unten baumelnd 🙂

    • mirjam
      20. September 2020 um 19:03

      h ja, das mit dem schlechten Gewissen beim Blütenschneiden kenne ich. Im Moment blüht meine Anis-Agastache so schön. Eigentlich ist das der richtige Zeitpunkt, um sie zum Trocknen zu schneiden. Ihr Aroma ist einfach super. Aber bisher habe ich nur ganz zurückhaltend einzelne Blütentriebe geschnitten, weil die Bienen und Hummeln sich noch so daran freuen…

      • Doris
        24. September 2020 um 21:35

        Die Dahlie ist keine Insektenblüte, deshalb habe ich da kein schlechtes Gewissen. Bei allem anderen bin ich sparsam und das meiste z. B. vom Salbei ist ja dann wirklich „nur“ Grünzeug …

    • Doris
      24. September 2020 um 21:33

      Hi Atessa,

      deine Bouquet-Namen klingen sehr schön. 🙂 Kräuterbuschen habe ich auch schon gemacht bzw. momentan hängt auch noch einiges zum Trocknen rum. Ich wollte mal versuchen, eine Gießseife mit Kräutern zu verfeinern. Mal sehen, ob ich dazu komme.
      Gekaufte Blumensträuße mag ich tatsächlich auch gar nicht so besonders. Ein paar Blüten vom Wegesrand oder eben aus dem Garten sind mir lieber.

      Viele Grüße!
      Doris

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